In China ist ein regelrechter Wettlauf um die schnellste Ladetechnologie und die kürzesten Ladepausen entbrannt. BYD legte mit seinen Flash-Chargern vor, kurz darauf zog Geely nach. Jetzt mischt auch Chery mit – und wie! Mit «Volt-dragon» hat der chinesische Autobauer ein neues Ladesystem vorgestellt, das eine Spitzenleistung von 1,44 Megawatt bzw. 1440 kW erreichen soll. Der Ladestopp verkürzt sich damit nochmals erheblich.
Laut Chery sollen sich damit in nur fünf Minuten bis zu 500 Kilometer zusätzliche Reichweite nachladen lassen. Noch ambitionierter ist die angekündigte Ladezeit von 10 auf 97 Prozent: Während BYD dafür bereits äusserst schnelle neun Minuten nennt, will Chery denselben Ladehub in sechs Minuten und 50 Sekunden schaffen. Zumindest auf dem Papier legt Chery die Messlatte damit nochmals höher.
Chery nennt jedoch keine Details dazu, wie sich die Ladeleistung bei besonders tiefen oder hohen Temperaturen verhält. Auch bleibt offen, mit welchem Fahrzeug und welcher Batterie die angekündigte Ladezeit erreicht wurde. Damit fehlen wichtige Angaben, um das Ergebnis einzuordnen und unabhängig zu reproduzieren. BYD hat die Ladezeit von neun Minuten hingegen bereits bei Live-Demos gezeigt.
Extreme Ladeleistung sorgt für starke Wärmeentwicklung
Solch hohe Ladeleistungen stellen nicht nur die Batterien vor Herausforderungen. Auch die Ladekabel müssen entsprechend gekühlt werden. Chery setzt dafür auf eine Flüssigkeitskühlung. Trotz der aufwendigen Technik sollen Kabel und Stecker zusammen lediglich zwei Kilogramm wiegen. Künftig sollen zudem Roboterarme das Anschliessen automatisch übernehmen.
Lange dürfte Chery die Spitzenposition bei der angekündigten Ladeleistung allerdings nicht halten: Geely hat bereits eine neue Ladetechnologie mit einer Spitzenleistung von bis zu 2,2 Megawatt beziehungsweise 2200 kW angekündigt. Verglichen mit den hierzulande bislang maximal verfügbaren 600 kW sind das irre Werte.