Bei Volvo läuft die Produktion des neuen Elektro-SUV EX60 weiterhin nicht wie gewünscht. Wie gross der Rückstand ist, zeigen nun die vom Hersteller selbst genannten Zahlen: Mehr als 50’000 Vorbestellungen stehen bislang lediglich rund 5000 ausgelieferten Fahrzeugen gegenüber. Für wartende Kundinnen und Kunden dürfte die Situation zunehmend zum Haareraufen sein.
Doch woran hapert es bei der Fertigung? Schliesslich hat Volvo (sehr) viel Geld in sein Werk im schwedischen Torslanda investiert. Zunächst wurde vermutet, dass das neue Megacasting-Verfahren, auch Gigacasting genannt, Schwierigkeiten bereitet. Laut Volvo-Chef Håkan Samuelsson liegt das Problem jedoch in erster Linie bei der direkten Integration der Batterie in den Fahrzeugboden.
Hier ist extreme Präzisionsarbeit gefragt: Schon minimale Abweichungen bei der vollautomatisierten Integration der rund 100 Batteriezellen bringen den Prozess wohl direkt zum Stillstand. Laut Volvo lassen sich die Zellen auch nicht manuell in den Fahrzeugboden einsetzen. Deshalb muss der automatisierte Montageprozess weiter optimiert werden. Und das scheint nicht ganz so einfach.

Volvo EX60: Kunden müssen sich gedulden
Solange diese Probleme bestehen, erreicht Volvo die angestrebten Produktionszahlen nicht. Für Käuferinnen und Käufer des EX60 bedeutet das längere Wartezeiten. Doch auch finanziell steht der Hersteller unter Druck: Im dritten Quartal 2026 verzeichnete Volvo einen Verlust von knapp 309 Millionen Franken. Zudem sollen 2500 Stellen abgebaut werden.
Dass es tatsächlich zu Verzögerungen kommt, kann ich aus erster Hand bestätigen. Mein Bruder hat seinen EX60 P10 AWD bereits wenige Tage nach dem Verkaufsstart bestellt. Ursprünglich sollte das Fahrzeug Mitte bis Ende September ausgeliefert werden. Inzwischen wurde der Liefertermin auf frühestens Mitte November verschoben – eine zusätzliche Wartezeit von mindestens sechs Wochen. Garantiert ist dieser Liefertermin allerdings nicht.