Dem neuen ID.3 Neo traute VW den «Golf-Status» noch nicht zu.
Dem neuen ID.3 Neo traute VW den «Golf-Status» noch nicht zu. | Bild: Volkswagen
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VW zieht beim ID. Golf die Notbremse – ausgerechnet beim wichtigsten Modell

Volkswagen stoppt vorerst die Entwicklung des ID. Golf. Laut Markenchef Schäfer fehlen die finanziellen Mittel. Wann die Arbeiten weitergehen, ist offen.

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Dass Volkswagen in der Krise steckt, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Wie ernst die Lage tatsächlich ist, zeigt nun eine weitere Hiobsbotschaft: Wie die Nachrichtenagentur Reuters am 30. Oktober 2026 berichtet, wurde die Entwicklung des ID. Golf vorerst gestoppt. Der Marktstart des neuen elektrischen Golf auf Basis der neuen SSP-Plattform war ursprünglich um das Jahr 2030 geplant.

VW-Markenchef Thomas Schäfer begründet den Schritt in einem internen Interview mit deutlichen Worten: «Wir können uns diese Arbeiten gerade schlicht nicht leisten.» Diese Aussage unterstreicht, wie angespannt die finanzielle Lage beim Volkwsagen-Konzern inzwischen ist. Dennoch betont Schäfer, dass die Arbeiten möglichst schnell wieder aufgenommen werden sollen.

Diese Skizze zeigt die Silhouette des kommende VW ID. Golf.
Diese Skizze zeigt die Silhouette des kommende VW ID. Golf. | Bild: Volkswagen

«Ich weiss, was der Golf für Volkswagen und für Wolfsburg bedeutet. Deshalb ist uns diese Entscheidung wirklich nicht leichtgefallen», erklärte Thomas Schäfer in einer internen Mitteilung, die Reuters am Freitag vorlag. Dass Volkswagen ausgerechnet bei seinem wohl bekanntesten Modell auf die Bremse treten muss, gibt zu denken. Da stellt sich die Frage, wie der Konzern seine elektrische Zukunft vorantreiben will, wenn selbst für ein solch wichtiges Projekt das Geld fehlt.

Volkswagen hat die SSP-Plattform bereits vor fast fünf Jahren erstmals offiziell angekündigt. Seither wurde die Einführung der neuen Plattform mit 800-Volt-Architektur mehrfach verschoben, zuletzt auf 2029. Darauf warten auch Modelle anderer Konzernmarken, darunter die geplanten elektrischen Nachfolger des Skoda Octavia und des Cupra Leon.

Der Entwicklungsstopp beim ID. Golf wirft deshalb auch Fragen zum Zeitplan dieser Modelle auf. Für einen schnelleren Start der SSP-Plattform spricht er jedenfalls nicht.

ID. Golf: Entwicklungspause bedeutet nicht zwingend Verschiebung

Der Betriebsrat betont, dass die Entwicklungspause nicht zwangsläufig zu einem späteren Marktstart des ID. Golf führen müsse. Geplant ist dieser wohl weiterhin irgendwann um 2030. Der entstandene Zeitverlust lasse sich demnach aufholen. Wie lange die Pause dauern wird und wann die Arbeiten wieder aufgenommen werden, bleibt allerdings offen.

Die jüngsten Berichte über einen möglichen Einsatz der gemeinsam mit Xpeng entwickelten Elektronikarchitektur in Europa erhalten dadurch zusätzliche Brisanz. Einen direkten Zusammenhang mit dem Entwicklungsstopp beim ID. Golf gibt es bislang allerdings nicht.

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