Dem Volkswagen-Konzern stehen herausfordernde Jahre bevor.
Dem Volkswagen-Konzern stehen herausfordernde Jahre bevor. | Bild: vybe
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Mehrere Milliarden Euro Verlust: Volkswagen sieht «sofortigen Handlungsdruck»

Volkswagen meldet 5,82 Milliarden Euro Quartalsverlust, vor allem wegen einer Porsche-Abschreibung. Der Konzern sieht sofortigen Handlungsdruck.

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Dem Volkswagen-Konzern stehen schwierige Zeiten bevor. Das ist nicht neu, doch die aktuellen Quartalszahlen unterstreichen den Ernst der Lage. Wenn Volkswagen bereits im Titel seiner Mitteilung von «sofortigem Handlungsdruck» spricht, lässt das aufhorchen. VWs Finanz- und Operativchef Arno Antlitz fordert entsprechend schnelles und entschlossenes Handeln.

Warum das dringend notwendig ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Der Konzern weist einen Nachsteuerverlust von 5,82 Milliarden Euro aus. Verantwortlich dafür sind vor allem hohe, nicht zahlungswirksame Sondereffekte im Zusammenhang mit Porsche. Wegen deutlich gesenkter Zukunftserwartungen musste Volkswagen den Firmenwert des Sportwagenherstellers um 6,4 Milliarden Euro abschreiben. Das belastet das Konzernergebnis erheblich.

Die «Electric Urban Car Family» kommt gut an.
Die «Electric Urban Car Family» kommt gut an | Bild: Volkswagen

Zusätzlich belasten laut Volkswagen die US-Zölle, das rückläufige Geschäft in China und der zunehmende Wettbewerbsdruck in Europa den Konzern. Positiv entwickelt sich hingegen die Elektromobilität: Für die Modelle der «Electric Urban Car Family» liegen bereits mehr als 150’000 Bestellungen vor. In Europa sieht sich der Konzern bei Elektroautos mit einem Marktanteil von 40 Prozent deshalb in führender Position.

Der Erfolg bei Elektroautos bringt allerdings auch Herausforderungen mit sich: Volkswagen verdient damit bislang weniger als mit Verbrennern. Mit diesem Problem kämpfen auch andere Autobauer. Einheitlichere Plattformen und effizientere Fertigungsverfahren wie Gigacasting bzw. Megacasting sollen die Kosten senken. Doch bis Volkswagen diese Vorteile umfassend nutzen kann, dürfte es noch einige Jahre dauern. Die neue SSP-Plattform wurde jedenfalls bereits mehrfach verschoben.

All das zeigt: Volkswagen muss seine Kosten schneller senken und neue Technologien zügiger in die Serie bringen. Hohe Bestellzahlen allein reichen nicht aus, wenn am Ende zu wenig verdient wird. Helfen könnte dabei mit Xpeng ausgerechnet ein chinesischer Autobauer. Die nächsten Jahre dürften für Volkswagen dennoch schwierig bleiben. Denn bis die bereits eingeleiteten Veränderungen Wirkung zeigen, wird mehr Zeit vergehen, als dem Konzern lieb sein dürfte.

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