Der ID.3 Neo überzeugt mit einem effizienten Antrieb, die Ladeleistung lässt aber zu wünschen übrig.
Der ID.3 Neo überzeugt mit einem effizienten Antrieb, die Ladeleistung lässt aber zu wünschen übrig. | Bild: VW
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VW ID.3 Neo im Langstreckentest: Auf der Autobahn sparsam, an der Ladesäule Geduldsprobe

Im Langstreckentest verbraucht der VW ID.3 Neo bei Tempo 120 nur 14 bis 15,3 kWh/100 km. Das Laden von 29 auf 74 Prozent dauert 26 Minuten.

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Mit dem ID.3 Neo hat Volkswagen seinen elektrischen Kompaktwagen technisch und optisch umfassend überarbeitet. Für den Namen Golf gingen die Änderungen aus Sicht des Autobauers aber offenbar noch nicht weit genug. Wer auf den ersten vollelektrischen Golf wartet, muss sich jedenfalls weiter gedulden. Volkswagen hat die Entwicklung des eigenständigen ID. Golf vorerst auf Eis gelegt.

Mit der grossen 79-kWh-Batterie kommt der ID.3 Neo laut Volkswagen auf bis zu 629 Kilometer nach WLTP. Das ist für ein kompaktes Elektroauto ein starker Wert, der über den Angaben mancher Konkurrenten liegt. Doch wie viel bleibt davon auf der Autobahn übrig? Der Langstreckentest on InsideEVs zeigt, wie weit der ID.3 Neo mit einer Batterieladung kommt und wie lange der Ladestopp dauert.

Bei 120 km/h bleibt der ID.3 Neo sparsam

Die Kollegen fuhren mit dem ID.3 Neo Style von München an die Nordseeküste. Bei konstant 120 km/h und Temperaturen um 20 Grad lag der Verbrauch zwischen 14 und 15,3 kWh pro 100 Kilometer. Mit voller Batterie zeigte der Bordcomputer eine Reichweite von 512 bis 526 Kilometern an. Ob der ID.3 Neo diese Distanz tatsächlich mit einer Ladung schafft, wurde im Test allerdings nicht überprüft.

Mit 14 bis 15,3 kWh pro 100 Kilometer war der ID.3 Neo bei Tempo 120 sparsam unterwegs. Einige Konkurrenten verbrauchen unter vergleichbaren Bedingungen deutlich mehr. Die Werte wurden allerdings bei milden Temperaturen um 20 Grad erzielt. Bei winterlichen Bedingungen dürfte der Verbrauch höher und die Reichweite entsprechend geringer ausfallen.

Die Ladeleistung lässt zu wünschen übrig

Der ID.3 Neo basiert auf der MEB+-Plattform mit 400-Volt-Architektur. Für die Variante mit 79-kWh-Batterie nennt Volkswagen eine maximale DC-Ladeleistung von 183 kW und rund 29 Minuten für den Ladehub von 10 auf 80 Prozent. Das ist selbst für ein Elektroauto mit 400-Volt-Technik kein besonders schneller Wert. Dass es auch zügiger geht, zeigt auf dem Papier der Xpeng L03: Für denselben Ladehub sind rund 20 Minuten angegeben.

Die Kollegen von InsideEVs haben die Ladeleistung in der Praxis überprüft. Kurzzeitig erreichte der ID.3 Neo 181 kW und kam damit fast an die Werksangabe heran. Danach fiel die Ladeleistung jedoch rasch ab und lag im Schnitt bei nur 83 kW. Für den Ladehub von 29 auf 74 Prozent benötigte der VW 26 Minuten. Für ein Elektroauto in dieser Preisklasse ist das aus meiner Sicht nicht mehr zeitgemäss.

Die Konkurrenz setzt auf 800 Volt

Bei Verbrauch und Reichweite kann der ID.3 Neo derzeit gut mithalten. Beim Schnellladen dürfte der Abstand zur Konkurrenz in den nächsten zwei bis drei Jahren jedoch wachsen. Auch europäische Hersteller wie Renault und Peugeot setzen bei ihrer nächsten Elektroauto-Generation auf 800-Volt-Technik, die höhere Ladeleistungen und kürzere Ladestopps ermöglichen wird.

Bei Volkswagen wird der Wechsel auf 800 Volt in dieser Fahrzeugklasse nach heutigem Stand erst um 2030 erwartet. Bis dahin könnten kürzere Ladestopps bei der Konkurrenz längst zum Standard gehören. Das würde es VW schwerer machen, den Rückstand aufzuholen.

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