Viele Kritiken sind voll des Lobes über David Robert Mitchells schnörkellosem Dino-Thriller «The End of Oak Street». Auch mir hat der Streifen sehr gut gefallen, wie du meiner Filmkritik entnehmen kannst:

Dennoch scheint der Funke nicht aufs Publikum überzuspringen. Nach seinem Startwochenende hat «The End of Oak Street» gemäss «Box Office Mojo» weltweit knapp 50 Millionen US-Dollar eingenommen. Und das bei einem Budget von geschätzten 80 Millionen Dollar.
Um profitabel zu sein, gilt die Faustregel: ein Film muss rund das Doppelte seines Budgets einnehmen, um in die Gewinnzone zu kommen. Bei «The End of Oak Street» wären das also rund 160 Millionen Dollar.
Auch bekannte Marken straucheln
Klar, der Film läuft erst wenige Tage und entpuppt sich vielleicht (hoffentlich!) noch als Spätzünder, aber im Regelfall sinken die Einnahmen nach dem Startwochenende. Also kein gutes Zeichen, wenn der Start schon verhalten war.
Aktuell muss also davon ausgegangen werden, dass der Film den «Spielberg-Fluch» nicht brechen wird:

Ein ähnliches Schicksal erlitten zuletzt auch «Masters of the Universe» und selbst Franchise-Gigant «Star Wars» war mit «Mandalorian & Grogu» nicht vor einem Flop gefeit.
Dinosaurier als Kassengift?
Es scheint so, als hätten Dinosaurier im Filmbereich genau zwei Plätze: im «Jurassic World»-Franchise und in Billig-Filmchen à la «The Asylum». Grössere Studios wagen sich kaum an die prähistorische Materie. Der Adam-Driver-Film «65» floppte 2023. «Primitive War» fand gar kein Studio und wurde als Indie-Film gedreht. Und dann wird's schon zappenduster, was Dinofilme der letzten Jahre angeht.
Eine Ausnahme bilden Kinderfilme. «Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los» ist immer noch der erfolgreichste Teil der Reihe mit rund 886 Millionen Einspiel. «Paw Patrol: Der Dino Film», der zeitgleich mit «The End of Oak Street» angelaufen ist, hat diesen hinsichtlich Umsatz an den Kinokassen bisher überholt und 70 Millionen Dollar eingespielt. Budget: angeblich rund 40 Millionen US-Dollar.
Meinung:
Schade. Einfach schade. Zwar schön, dass das immer wieder totgeglaubte Kino dank «Spider-Man» und «The Odyssee» wieder Milliardenbeträge umsetzt, aber für einen Film wie «The End of Oak Street», der nicht Teil einer Franchise ist oder auf ein Buch basiert hätte ich mir etwas mehr Neugier seitens des Publikums gewünscht.
Vielleicht war der Releasezeitpunkt neben der grossen Konkurrenz ungünstig. Vielleicht hat das Marketing mit dem KI-Hunden wirklich geschadet und vielleicht haben die Leute abseits der «Jurassic World»-Reihe tatsächlich keinen Bock auf Dinos – was mir gehörig auf die Nüsse gehen würde.
Aber wenn der Film in den nächsten Wochen nicht noch zulegt, muss «The End of Oak Street» leider als finanzieller Flop abgestempelt werden. Zumindest im Kino. Bleibt nur zu hoffen, dass sich der Film dann im Streaming und VOD noch zu einem Hit mausert. Verdient hätte es der Film.

