Schon jetzt ist klar, dass «Masters of the Univese» ein finanzieller Flop an den Kinokassen wird. Eine Fortsetzung kommt vielleicht trotzdem.
«Masters of the Universe» wird mindestens 100 Millionen US-Dollar Verlust machen. | Bild: Amazon MGM
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«Masters of the Universe»: Warum trotz Flop eine Fortsetzung kommen könnte

Pascal Scherrer
Pascal Scherrer

Eigentlich war die Filmwelt beim Thema Einspielergebnis nicht sehr kompliziert: Wenn ein Film an den Kinokassen seine Kosten nicht wieder eingespielt hat, galt er als Flop. Dieser einfachen Regel ist schon so manches Franchise zum Opfer gefallen.

Schaut man sich die Zahlen von «Masters of the Universe» an, scheint der Fall klar: Bei einem Budget von rund 200 Millionen US-Dollar hat der Film bis zum 20. Juni 2026 gerade einmal 90 Millionen eingespielt – weltweit. Damit darf man ruhig sagen, dass der Film ein gigantischer Flop ist.

Fortsetzung nicht abgesagt

Und trotzdem sprechen die Verantwortlichen von Amazon MGM noch immer davon, eine Fortsetzung zu drehen. Dabei müsste man eigentlich meinen, dass Jeff Bezos höchst persönlich die Notbremse zieht. Aber wie es scheint, verfolgt man bei den Verantwortlichen andere Pläne.

Wir dürfen nicht vergessen, dass hinter dem «Masters of the Universe» nicht nur ein grosses Filmstudio steckt, sondern auch ein Spielzeuggigant: Mattel. Und dieser hat durchaus ein Interesse daran, seine einst erfolgreiche Spielzeugserie aus den 80ern wiederzubeleben. Allerdings scheint da ein Kinoflop nicht wirklich hilfreich.

Doch wie wir alle wissen, befinden wir uns im Streaming-Zeitalter. Und dieses verändert die Filmlandschaft – auch in punkto, was als Erfolg gilt und was nicht. Das beste Beispiel dafür ist der Katastrophenfilm «Greenland», der seine Produktionskosten 2020 im Kino nicht einspielen konnte. Natürlich war da auch Corona nicht ganz unschuldig. Und trotzem ist Anfang dieses Jahres eine Fortsetzung erschienen. Was ist passiert?

«Greenland» hat auf den weltweiten Streaming-Plattformen einen Siegeszug angetreten. Zum einen als VoD, aber eben auch bei den klassischen Streaming-Plattformen. Und wenn ein Film ein Streaming-Hit ist, fliesst Geld. Viel Geld. So viel Geld, dass es womöglich für eine Fortsetzung reicht.

Ein junges Publikum muss her

Und genau darauf werden die Verantwortlichen bei Amazon MGM und Mattel wohl spekulieren. Wenn der Film in einigen Wochen auf Prime Video aufschlägt, dürfte Amazon den Titel unübersehbar auf der Startseite seiner Streaming-Plattform platzieren. Und dann dürfte sicher die eine oder andere Person dem Film eine Chance geben.

Und wenn man sich die Zuschauerkritiken anschaut, die sehr positiv sind, könnte des durchaus realistisch sein, dass der Film einige neue Fans findet – vielleicht sogar beim jüngeren Publikum. Dieses hat den Film nämlich gemieden, wie der Teufel das Weihwasser. Wenig verwunderlich, immerhin hatte He-Man seine Glanzzeit in den 80er-Jahren.

Schafft es Amazon MGM den Film auf Prime Video populär zu machen, könnte das Studio sich die dringend benötigte Fangemeinde via Streaming heranzüchten. Und sollte dann tatsächlich ein zweiter Teil kommen, wäre dieser dann sicher nicht nur Erfolgreicher, sonder Mattel könnte auch ordentlich Merchandising absetzen. So gesehen wäre der erste Teil dann eine sehr grosse Marketing-Ausgabe.

Ob Amazon MGM und Mattel der Fortsetzung am Ende wirklich grünes Licht geben, muss sich erst noch zeigen. Denn bei einem prognostizierten Verlust von mindestens 100 Millionen könnte am Ende doch jemand in der Chefetage kalte Füsse kriegen.