Screen Burn hat geliefert: Patch 1.4.0 für «Silent Hill: Townfall» entschärft den bei manchen Gamern verhassten Stalker-Gegner The Weight und macht auch die übrigen Monster etwas nachsichtiger. Eigentlich genau das, was viele gefordert haben. Trotzdem gibt es jetzt Gegenwind, und zwar aus der umgekehrten Richtung.
Diese Änderungen bringt der Patch
Vor gut zwei Wochen habe ich an dieser Stelle über den grössten Nervfaktor in «Silent Hill: Townfall» berichtet: The Weight, einen Gegner, der einem in bestimmten Abschnitten unerbittlich folgt, Verstecke minutenlang belagert und bei Kontakt sofort für ein Game Over sorgt. Screen Burn hatte damals auf X ein Balancing-Update angekündigt. Das ist nun da.
Die wichtigsten Änderungen bei The Weight:
- Greifangriffe töten auf den Schwierigkeitsgraden «Story» und «Normal» nicht mehr sofort, sondern richten «nur» noch schweren Schaden an. Auf höheren Schwierigkeitsgrade bringt ein Zusammentreffen zwischen The Weight und Hauptfigur Simon Ordell aber nach wie vor den Tod.
- The Weight soll nicht mehr lange vor dem Ziel der Spielfigur «campen» und nicht mehr immer wieder dieselbe Stelle absuchen.
- Die Verfolgung ist weniger aggressiv.
Auch die restlichen Gegner wurden angepasst. Sie reagieren gemäss den Patchnotes weniger empfindlich auf laute Schüsse, auf rennende Spielerinnen und Spieler und den Krach, wenn man in ein Versteck schlüpft. Im Nahkampf kontern sie seltener, wer mit einer Nahkampfwaffe blockt, wird nicht mehr gepackt (The Weight ausgenommen), und nach einem gelösten Griff bleibt mehr Zeit zum Reagieren.
Dazu kommen zwei Hilfen bei den Rätseln. Für die Konsole «Remote Systems Control» gibt es neu ein sammelbares Handbuch zum Nachschlagen, und beim Röhren-Rätsel «Aux Line» wurde das Layout übersichtlicher gestaltet.
Schwierigkeit soll nur angepasst worden sein
Screen Burn ahnte offenbar, wie das Ganze ankommen könnte. In einer Mitteilung zum Patch schreibt das Studio sinngemäss, man habe das Spiel nicht einfach generft. Eine trockene Liste mit lauter «reduziert» lasse es zwar so aussehen, als sei alles viel leichter geworden.
Tatsächlich habe man die Schwierigkeit aber näher an das gebracht, was auf den verschiedenen Stufen eigentlich beabsichtigt gewesen sei. Schrecken, Herausforderung und die erzählerische Bedeutung der Begegnungen sollen erhalten bleiben.
Manche Anpassungen seien so subtil, dass man sie im Eifer des Gefechts kaum bemerke, heisst es weiter. Über das ganze Game gesehen sollen sich Spieler aber etwas wehrhafter fühlen, wenn es drauf ankommt, und etwas weniger frustriert von «that guy». Gemeint ist natürlich The Weight.
Jetzt ist es wieder nicht recht
Man könnte meinen, damit sei die Sache erledigt. Ist sie nicht. In verschiedenen Foren und auf X beklagen sich nun einige Spielerinnen und Spieler, Screen Burn habe das Spiel zu leicht gemacht, gar idiotensicher.
Ganz von der Hand zu weisen ist das nicht. Die Änderungen betreffen fast alle Bereiche, vom Schleichen über den Nahkampf bis zu den Rätseln. Gerade bei einem Horrorspiel lebt viel von der Angst, entdeckt zu werden, und wenn Gegner weniger hören und seltener zurückschlagen, verschiebt das die Balance spürbar.
Meinung:
Als jemand, der «Silent Hill: Townfall» noch vor Release durchspielen und testen durfte bin ich ehrlich gesagt froh um die Änderungen bei The Weight. Der Saukerl hat mir tatsächlich einige mühsame Momente beschert. Und er war auch der Grund, warum ich nicht gleich in ein New Game+ gestartet bin.
Mit den Änderungen bin ich hingegen bereit, einen zweiten Durchgang zu starten. Ob das Spiel jetzt «zu leicht» geworden ist, kann ich selbst noch nicht beurteilen. Persönlich finde ich aber gerade die Anpassungen beim Hörvermögen der Gegner etwas unsinnig – je nachdem, wie spürbar die Änderungen dann tatsächlich sind.