Erst diese Woche tauchten Berichte auf, wonach Volkswagen erwägt, die gemeinsam mit Xpeng entwickelte Elektronikarchitektur auch in europäischen Modellen einzusetzen. Für den US-amerikanischen Hersteller Rivian könnte das erhebliche Folgen haben. Schliesslich hat Volkswagen bereits viel Geld in das gemeinsame Joint Venture investiert, das entsprechende Technik für die westlichen Märkte entwickeln soll.
Nun hat Rivians Softwarechef Wassym Bensaid auf die Berichte zum vermeintlichen Kurswechsel bei Volkswagen auf der sozialen Plattform X reagiert:
«Bitte verbreitet keine Gerüchte und Spekulationen, ohne überhaupt bei Rivian nachzufragen. Die Partnerschaft mit Volkswagen läuft hervorragend, und der Fahrplan des Joint Ventures bleibt unverändert. Der VW ID.1 liegt trotz eines äusserst ambitionierten Zeitplans und einer innovativen Architektur mit einem einzigen zonalen Rechner weiterhin im Plan für den Marktstart im kommenden Jahr. Ich habe am Wochenende die Gelegenheit, ihn zu fahren. Es ist unglaublich spannend, so viel Technologie zu einem niedrigen Preis zu bekommen.»

Xpeng-Technik und -Entwicklung ist günstiger
Die gemeinsam mit Xpeng entwickelte «China Electronic Architecture» soll deutlich günstiger sein als die Lösung von Rivian. Dazu sollen auch die deutlich niedrigeren Entwicklungskosten in China beitragen. Die Nachrichtenagentur Reuters bat Volkswagen um eine Stellungnahme zu den Berichten. Der deutsche Autobauer wollte sich dazu allerdings nicht äussern.
Volkswagen hat bislang rund fünf Milliarden Euro an Rivian überwiesen. Wie viel sich der Konzern die Zusammenarbeit mit Xpeng kosten lässt, ist hingegen nicht bekannt. Der Betrag dürfte jedoch deutlich günstiger ausfallen.
VW ID. Up weiterhin für 2027 geplant
Die Elektronikarchitektur von Rivian soll erstmals in der Serienversion des ID. Every1 zum Einsatz kommen, die voraussichtlich ID. Up heissen wird. Laut Bensaid liegt das preiswerte Modell weiterhin im Zeitplan und soll im kommenden Jahr starten. Inwiefern der Softwarechef über mögliche Strategieüberlegungen innerhalb von Volkswagen informiert ist, bleibt allerdings offen. Der Konzern hat seine Pläne in der Vergangenheit durchaus auch kurzfristig angepasst.
Ein Wechsel der Elektronikarchitektur erscheint beim Elektro-Kleinwagen dennoch unwahrscheinlich. Dafür dürfte die Entwicklung bereits zu weit fortgeschritten sein. Die bisherigen Berichte bezogen sich ohnehin vor allem auf spätere Modelle wie den ID. Golf und einen möglichen vollelektrischen Cupra Leon, die noch vor 2030 auf den Markt kommen sollen.