Der VW ID.3 Neo soll ein Upgrade sein – beim Schnellladen hinkt er hinterher
Der VW ID.3 Neo basiert auf der optimierten MEB+-Plattform | Bild: Volkswagen
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Der VW ID.3 Neo soll ein Upgrade sein – beim Schnellladen hinkt er hinterher

Bruno Rivas
Bruno Rivas

In diesem Jahr haben chinesische Elektroautobauer beim Schnellladen regelrecht den Turbo gezündet. BYD bietet in Kombination mit der Blade Battery 2.0 inzwischen Ladeleistungen von bis zu 1500 kW an. Damit lässt sich beispielsweise die Batterie des Denza Z9GT unter idealen Bedingungen in nur neun Minuten von 10 auf 97 Prozent aufladen. Voraussetzung dafür sind allerdings Schnellladestationen (DC) mit einer entsprechend hohen Ladeleistung.

Und genau solche Ladepunkte dürften künftig häufiger zu finden sein, zumal BYD seine 1500-kW-Flash-Charging-Technologie auch nach Europa bringt und hierzulande ein eigenes Schnellladenetz aufbauen will. Dennoch ist eine Ladeleistung von 1500 kW zumindest in Europa noch Zukunftsmusik. Aktuell verfügt mit dem Denza Z9GT lediglich ein Modell der BYD-Premium-Marke Denza über die Technik. Bei BYD selbst ist noch kein Modell auf dem europäischen Markt erhältlich, das die volle Ladeleistung von 1500 kW unterstützt.

Aber immerhin gibt es inzwischen Modelle wie den preiswerten BYD Atto 3 Evo, der dank seiner 800-Volt-Architektur mit bis zu 220 kW am Schnelllader geladen werden kann.

Der neue VW ID.3 Neo schwächelt bei Ladeleistung

Der neue ID.3 Neo, der auf der optimierten MEB+-Plattform basiert, erreichte in einem Praxistest an einer Schnellladestation ein eher ernüchterndes Resultat. Für den Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent benötigt der VW ID.3 Neo knapp 30 Minuten unter optimalen Bedingungen. Zwar zeigte die Ladekurve im Test von Elektrobays schnell 180 kW als Peak an, fiel dann aber relativ schnell auf nur noch 100 kW zurück. Das ist für ein Modell in dieser Preisklasse nicht wirklich schnell.

Dafür kann der ID.3 Neo unter sommerlichen Bedingungen beim Verbrauch auf der Autobahn überzeugen. Bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h lag der durchschnittliche Verbrauch im Test bei guten 17,5 kWh auf 100 Kilometer. Ebenfalls positiv hervorgehoben wird die sehr gute Ladeplanung. In diesem Bereich haben einige chinesische Hersteller hingegen noch Nachholbedarf.

Der ID.3 Neo ist sicherlich kein schlechtes Elektroauto, auch wenn ich ihn bislang nicht selbst gefahren bin. Was man bisher hört und liest, deutet jedenfalls auf ein insgesamt gelungenes Upgrade gegenüber der bisherigen Generation hin. Dennoch sollten sich die europäischen Hersteller genau anschauen, wie rasant sich die chinesischen Autobauer weiterentwickeln. Und dabei geht es längst nicht nur um BYD: Auch Hersteller wie Xpeng und Zeekr geben mächtig Gas und bringen immer spannendere Elektroautos nach Europa.