Fast 60 Jahre lang war der Boxermotor das Markenzeichen von Subaru. Seit dem 14. Mai 1966, als der Subaru 1000 mit einem wassergekühlten Vierzylinder-Boxer auf den Markt kam, hat der japanische Hersteller seinen Autos dieses Motorenkonzept spendiert. Bis zum 50-Jahr-Jubiläum 2016 liefen laut Subaru über 16 Millionen Boxermotoren vom Band. In Europa ist damit jetzt aber bald Schluss: Ab 2028 verkauft Subaru hier nur noch Elektroautos.
Zuerst hatte das Fachmagazin «Auto Motor und Sport» berichtet, Subaru Deutschland hat die Pläne bestätigt. Dass auch die Schweiz betroffen ist, hat der Schweizer Importeur Emil Frey gegenüber «Blick» bestätigt. Übrig bleiben drei Elektromodelle, darunter der kompakte Uncharted, der erst in diesem Jahr auf den Markt gekommen ist.
Diese Modelle verschwinden
Der Ausstieg erfolgt schrittweise. Wie «Motorsport-Total» und «Electrek» unter Berufung auf Subaru Deutschland schreiben, ist zuerst der Outback mit Verbrennungsmotor dran. Der Kombi mit 2,5-Liter-Saugmotor und 169 PS verschwindet Ende 2026 aus dem Programm.
Im Lauf des Jahres 2027 folgen dann der Impreza, der Crosstrek und der Forester. Alle drei fahren mit dem 2,0-Liter-Boxer, der als Mildhybrid elektrisch unterstützt wird. Laut «Motorsport-Total» werden die europäischen Mildhybrid-Varianten bereits nicht mehr produziert, verkauft werden nur noch die Fahrzeuge, die noch an Lager sind. Wer also noch einen Subaru mit Boxermotor möchte, sollte sich nicht allzu viel Zeit lassen.
Darum steigt Subaru aus
Ganz freiwillig ist der Schritt nicht. Subaru begründet ihn mit den strengen CO₂-Flottenzielen der EU sowie mit den immer umfangreicheren Assistenz- und Sicherheitssystemen, die neu vorgeschrieben sind. Die Verbrenner dafür anzupassen, wäre aufwendig und lohnt sich bei den vergleichsweise kleinen Stückzahlen in Europa offenbar nicht mehr. Da die Schweiz die CO₂-Vorgaben der EU weitgehend übernimmt, zieht der Importeur hier mit.
Wie «Blick» schreibt, sind die Verkaufszahlen der Elektromodelle in der Schweiz bislang überschaubar: Der Solterra kommt in diesem Jahr auf 141 Neuzulassungen, der Uncharted auf 136 – obwohl er erst seit dem Frühling erhältlich ist. Der Crosstrek allein bringt es dagegen auf 327 Neuzulassungen. Emil-Frey-Sprecher Peter Hug sieht dennoch einen Meilenstein in der Lancierung der drei Elektromodelle, die Nachfrage bestätige die Strategie. 2027 und 2028 soll das Elektroangebot laut Hug um weitere Modelle mit der neusten Technologiegeneration wachsen.
Diese Elektroautos bleiben
Ab 2028 besteht das Angebot in Europa aus drei Elektroautos. Alle drei hat Subaru zusammen mit Toyota entwickelt, und alle haben einen Zwilling im Toyota-Programm:
- Subaru Uncharted (Zwilling des Toyota C-HR+): Laut Subaru Schweiz ab 36'490 Franken, mit bis zu 593 Kilometern Reichweite (WLTP) und als Allradversion mit 343 PS.
- Subaru Solterra (Zwilling des Toyota bZ4X): Ab 43'990 Franken, mit Allradantrieb, 73,1-kWh-Akku und bis zu 532 Kilometern Reichweite.
- Subaru E-Outback (Zwilling des Toyota bZ4X Touring): Ab 46'500 Franken, mit 74,7-kWh-Akku und bis zu 526 Kilometern Reichweite.
Auf alle Elektromodelle gibt Subaru Schweiz zehn Jahre oder 200'000 Kilometer Garantie, sofern die Servicevorgaben eingehalten werden.
Ausserhalb Europas lebt der Boxer weiter
Ganz tot ist der Boxermotor allerdings nicht. In Nordamerika und Japan bietet Subaru Forester und Crosstrek mit einem 2,5-Liter-Boxer und Vollhybrid-System an, das auch rein elektrisch fahren kann. Ob diese Hybride doch noch nach Europa kommen, ist offen. Ausgeschlossen hat Subaru das nicht, konkrete Pläne gibt es laut «Electrek» aber keine.
Spannender dürfte ohnehin sein, was Subaru technisch selbst auf die Beine stellt. Am 18. Oktober hat der Hersteller in Japan erstmals eine selbst entwickelte Elektroplattform gezeigt. Der getarnte Prototyp mit Allradantrieb leistet rund 510 PS (380 kW) und beschleunigt in unter vier Sekunden auf 100 km/h.
Die Akkus mit zylindrischen Zellen von Panasonic sollen rund 25 Prozent leichter sein als bisher, die Elektromotoren liefert die Toyota-Tochter Aisin. Erste Teile dieser Technik sollen allerdings erst um 2029 in Serienautos stecken. Bis dahin fahren Subaru-Kunden in Europa also ausschliesslich mit Toyota-Technik.