Bereits in den vergangenen Wochen zeichnete sich ab, dass die Lieferzeiten für den Volkswagen ID. Polo ziemlich hoch ausfallen. Bei den teureren Ausstattungslinien «Life» und «Style» müssen Käufer inzwischen mit mindestens zehn Monaten Wartezeit rechnen. Noch länger dauert es beim günstigsten Modell «Trend» ab 24'900 Franken: Laut Händler beträgt die Lieferzeit mittlerweile bis zu zwei Jahre.
Laut mehreren Quellen empfehlen Volkswagen-Händler ihren Kunden deshalb sogar aktiv, zu einer der teureren Varianten zu greifen. Die langen Lieferzeiten zeigen einerseits, dass das neue kompakte Elektroauto offensichtlich gut ankommt. Andererseits sehen viele darin eine Bestätigung dafür, dass Volkswagen die höherpreisigen Modelle in der Produktion bewusst priorisiert und Kunden damit indirekt zum Kauf einer teureren Variante bewegen möchte.
Für Volkswagen wäre diese Strategie – sofern sie tatsächlich zutrifft – jedoch nicht ohne Risiko. Gerade im Preissegment um 25'000 Franken gibt es inzwischen zahlreiche Konkurrenzmodelle. Kunden, die nicht bereit sind, für eine teurere Variante mehr zu bezahlen oder bis zu zwei Jahre zu warten, könnten sich stattdessen bei einem anderen Hersteller umsehen.
Will Volkswagen dieses Risiko nicht eingehen, müsste die Produktion im spanischen Martorell bei Barcelona so schnell wie möglich hochgefahren werden. Gefertigt wird der VW ID. Polo dort im Werk der VW-Tochter Seat.