Vergangene Woche sorgte die Meldung über den Entwicklungsstopp beim VW ID. Golf für ziemlich viel Aufsehen. Volkswagen betonte allerdings gleich, dass die Pause nicht zwangsläufig den Marktstart verzögere und sich die verlorene Zeit aufholen lasse. Dennoch wirft der Schritt neue Fragen zum Zeitplan der SSP-Plattform auf, auf der der elektrische Golf basieren wird.
VW ID. Roc soll noch vor dem ID. Golf kommen
Den Auftakt auf der neuen SSP-Plattform soll in Wolfsburg jedoch ein anderes Modell machen: die vollelektrische Variante des T-Roc. Sie dürfte als ID. Roc auf den Markt kommen und das noch vor dem ID. Golf. Damit wäre der ID. Roc das erste in Wolfsburg gefertigte Modell, das die SSP-Plattform mit der gemeinsam mit Rivian entwickelten Elektronikarchitektur kombiniert.
Doch warum räumt Volkswagen dem ID. Roc Vorrang ein? Ganz einfach: Der T-Roc verkauft sich inzwischen besser als der Golf. Entsprechend dürfte VW auch beim elektrischen Pendant das grössere Absatzpotenzial sehen. Im Segment der elektrischen Kompaktwagen ist Volkswagen zudem bereits mit dem ID.3 Neo vertreten, der insgesamt ein durchaus stimmiges Paket bietet.

ID. Golf soll weiterhin Anfang 2030 starten
«Den ID. Golf wird es geben und er wird auch aus Wolfsburg kommen», sagte ein VW-Sprecher gegenüber auto motor und sport. Davon gehen auch wir weiterhin aus. Insider rechnen damit, dass der Entwicklungsstopp höchstens zu einer Verzögerung von wenigen Wochen führt. Der Produktionsstart ist weiterhin für Anfang 2030 vorgesehen. Da der ID. Roc vorher an den Start gehen soll, wäre dessen Einführung bereits 2029 denkbar.
SSP-Plattform als Hoffnungsträger
Für Volkswagen sind die SSP-Plattform und die gemeinsam mit Rivian entwickelte Elektronikarchitektur extrem wichtige Hoffnungsträger. Der neue Baukasten bringt eine 800-Volt-Architektur auch in preiswertere Modelle wie den ID. Golf und den ID. Roc. Zudem strebt VW eine Kostensenkung bei der Produktion von bis zu 20 Prozent an.
Bei den angepeilten 40 Millionen Fahrzeugen auf SSP-Basis ergibt sich daraus ein enormes Einsparpotenzial. Teile der gemeinsam mit Rivian entwickelten Software sollen bereits im ID. Up zum Einsatz kommen. Der unter dem Projektnamen ID. Every1 bekannte Elektro-Kleinwagen soll 2027 seine Premiere feiern.