Fast wie Urlaub, nur etwas pixeliger: «Dave the Diver» hilft mir beim Abschalten.
Fast wie Urlaub, nur etwas pixeliger: «Dave the Diver» hilft mir beim Abschalten. (Bild: Mintrocket)
Gaming PlayStation 5 Unterhaltung

Die 7 besten Cozy Games zum Runterfahren

Chris Bucher
Chris Bucher

Inhaltsverzeichnis

In früheren Jahren konnte es mir bei Games nicht schnell und fetzig genug sein. Actionspiele, JRPGs, Egoshooter und Horrorgames waren voll mein Ding. Sind sie teils immer noch – meine gruseligsten Horrortipps findest du übrigens hier.

Aber je älter ich werde, desto eher finde ich Gefallen an ruhigeren Spielen. Solche, bei denen ich gemütlich nach einem harten Arbeitstag abschalten kann, ohne mich um Zeitdruck, Skills oder Ranglisten kümmern zu müssen. Und ich bin sicher, es gibt viele andere Zockerinnen und Zocker da draussen, denen es ähnlich geht. Nicht umsonst wächst das «Cozy Game»-Genre immer weiter an und erfreut sich grosser Beliebtheit.

Darum präsentiere ich euch in einer kleinen Artikelreihe meine liebsten Cozy Games für die PlayStation 4 und 5. Ein paar Klassiker sind da natürlich genau so dabei, wie einige Überraschungen.

«Dave the Diver»

Taucher bei Tag und Restaurant-Manager bei Nacht? Klingt nach einer komischen Kombi. Tatsächlich ist der ulkige Gameplay-Loop aus Erkundung, Fischfang und Restaurant-Management nur eine der vielen Stärken von «Dave the Diver». Die fantastische Pixel-Optik, die lüpfige Elektromusik, die zahlreichen Minigames und der nerdige Humor vervollständigen das Gesamtpaket. Und wer grad keinen Bock auf Tauchen hat, kann Fische züchten oder im tropischen Gärtchen Kräuter und Reis fürs Restaurant anbauen.

Ich habe mittlerweile weit über 50 Stunden in das Spiel investiert und kehre immer wieder für eine gemütliche Runde zurück. Die Tatsache, dass es trotz Tag/Nacht-Rhythmus nichts zu verpassen gibt und das Spiel mir die Möglichkeit gibt, das mysteriöse Meer in meinem Tempo zu erkunden, macht «Dave the Diver» zum perfekten Cozy-Kandidat.

Auch sehr empfehlenswert ist übrigens der «Into the Jungle»-DLC, der nochmal mindestens 15 Stunden Spielspass obendrauf pappt und sich mit vielen neuen Gameplay-Ideen mehr nach einer Fortsetzung anfühlt.

«PowerWash Simulator»

Okay, hört zu. Ich hab den Kopf wohl genau so geschüttelt, wie ihr, als ich den «PowerWash»-Simulator im PlayStation Store gesehen habe. Was soll das sein? Warum sollte man das spielen? In einem Sale habe ich aus reiner Neugier trotzdem zugeschlagen – und fast fremdschämig viele Stunden in diesem Game verbracht.

Es ist wunderbar therapeutisch und entspannend, mit einem modifizierbaren Hochdruckreiniger allerlei Häuser, Autos und anderen Krempel zu säubern. Franchise-Crossover wie «Tomb Raider», «Final Fantasy» oder jüngst «Star Wars» sorgen noch für zusätzlichen Spielspass. Wer wollte nicht immer schon den T. rex in Lara Crofts Anwesen von Dreck säubern?

Das Spiel eignet sich auch perfekt als Beschäftigung während man ein Hörbuch geniesst, auf dem Laufband seine Kilometer rennt oder mit am Telefon Tante Trudes langweiligen Ferienausführungen lauscht. Mich hat das verdammte Spiel sogar so sehr gepackt, dass ich mir die Fortsetzung gekauft habe.

«Garden Life: A Cozy Simulator»

Ich finde Gartenarbeit in etwa so reizvoll wie alarmierende Magenkrämpfe auf einem Heissluftballon-Ausflug. Tatsächlich habe ich aber einen ziemlich grünen Daumen (fragt meine Nachbarin, bei der ich oft aushelfe). Und der Daumen zieht sich sogar in die virtuelle Welt. Dank «Garden Life: A Cozy Simulator».

In diesem entspannenden Spiel übernehme ich einen Garten, baue den mit der Zeit aus und pflanze unzählige verschiedene Pflanzen- und Blumenarten an. Im nahe gelegenen Städtchen kaufe ich neue Ausrüstung und Pflanzensamen und erfülle für die Einwohnerinnen und Einwohner Bestellungen. Alles gemütlich, ohne jeden Zeitdruck und mit hübsch-bunter Grafik.

Stunden habe ich damit zugebracht, verschiedenes Grünzeug zu kreuzen, um neue Gattungen zu erhalten, Dekorationen aufzustellen und meinen eigenen botanischen Garten zu bauen. Und glaubt mir, es gibt im Gamebereich wenig, das beruhigender und wohliger ist, als in «Garden Life: A Cozy Simulator» im Holzschopf neue Blumengestecke zu basteln, während Regen auf das virtuelle Hausdach prasselt.

«Lego Jurassic World»

Hier könnte wohl jedes Lego-Game stehen. Als Fan von «Jurassic Park» habe ich mich logischerweise für «Lego Jurassic World» entschieden. Die eher an Kinder gerichteten Spiele sind simpel, umfangreich und witzig.

Im Klötzchenformat durch die ersten vier Filme zu bauen, kloppen und laufen macht nicht nur irrsinnig viel Spass, sondern ist auch angenehm entspannend. Und bringt dank vielen Original-Synchronsprecher (in der deutschen Fassung zumindest), John Williams' Musik und ikonischen Locations auch viel Nostalgie mit.

Dank Couch-Co-op kann man sogar zu zweit über die Isla Nublar und Isla Sorna streifen, Bausteine sammeln und Sammelkram freispielen. Schade nur gab es im Gegenzug zu «Indiana Jones» und «Harry Potter» nie ein zweites Spiel, dass die restlichen Filme abgedeckt hat. Da die «Jurassic»-Franchise immer noch ein Kassenmagnet ist, kann das vielleicht noch werden. Denn wie heisst es so schön? Das Leben findet einen Weg.

«Tiny Bookshop»

Das deutsche Spiel «Tiny Bookshop» bietet genau das, wovon viele Bücherwürmer träumen: In einer englischen Küstenstadt eröffnet man an verschiedenen Orten eine mobile Buchhandlung und führt ein gemütliches Leben als Verkäuferin oder Verkäufer. Man kauft allerhand Bücher ein und verkauft sie an die lesefreudige Bevölkerung weiter.

Nebenher erfüllt man im Rahmen seiner Profession noch kleinere Aufgaben für die verschiedenen Leute und lernt so allmählich ihre Lesegewohnheiten kennen. Denn nur wer mit den richtigen Büchern im Gepäck an die einzelnen Standorte tuckert, hat auch die Chance, gutes Geld zu verdienen, um den mobilen Buchwagen auszubauen und zu dekorieren.

Spassig ist das Feature, dass wir unserer Kundschaft Empfehlungen aussprechen müssen. Einem Kind etwa Stephen Kings «ES» anzudrehen ist zwar möglich, moralisch aber nicht unbedingt sinnvoll.

«Tiny Bookshop» ist wirklich gemütlich, frei von Stress und bietet genug Umfang, um den Alltag für ein paar Stunden zu vergessen.

«Mixtape»

«Mixtape» ist ein spielbarer Coming-of-Age-Film mit einem grossen Fokus auf Musik – und daraus resultiert einer der besten Game-Soundtracks der letzten Jahre. Mit Hits wie «Yesterday's Hero» von John Paul Young oder «The Touch» von Stan Bush der Geschichte dreier Teenager am Abend ihres Abschlussfest zu folgen, ist eine kurzweilige und sehr sympathische Sache.

Gameplay-mässig ist das Spiel weder komplex noch tief, dafür aber abwechslungsreich und für alle gut machbar. Der rund vierstündige Trip hat mich in meine eigene Schulzeit zurückkatapultiert, mit allen Höhen und Tiefen. Der coole Artstyle, der an Sonys Animationsfilme erinnert und die tollen Sprecherinnen und Sprecher setzen dem Ganzen noch das Krönchen auf.

Und hey, es gibt einen Abschnitt in einem stillgelegten Vergnügungspark mit Dinosauriern. Bonuspunkte dafür.

«Ravenous Devils»

Im viktorianischen London führen wir als diabolisches Geschwisterpaar ein Doppelgeschäft. Während er oben als Schneider in bester «Sweeney Todd»-Manier Leute meuchelt, führt sie einen Stock tiefer einen Pub, wo die Leichen in Form von Pasteten und Würste unters zahlende Volk gebracht werden.

Was zum Geier daran gemütlich sein soll, fragt ihr euch? Ziemlich viel! Logisch, man braucht eine ziemlich makabere Ader, um dem mörderischen Treiben etwas abgewinnen zu können.

Aber der Gameplay-Loop ist so einfach wie süchtig-machend. Wir managen in unserem eigenen Tempo die Schneiderei und das Pub zeitgleich, bauen die Geschäfte aus und stellen zusätzliches Personal ein, während wir für dubioses Volk kleinere Aufträge erfüllen. Ein bitterböser und blutrünstiger Spass. Aber eben auch irgendwie «cozy».

Vielleicht wärs für mich einfach mal Zeit für einen Besuch beim Therapeuten.