Ich gebe es zu, ich gehöre zu den Menschen, die lieber alles Mögliche erledigen, als den Boden feucht aufzunehmen. Staubsaugen? Geht noch. Feucht wischen? Wird gerne auf «morgen» verschoben – und wir wissen alle, was «morgen» bedeutet.
Genau deshalb war ich gespannt auf den Mova E50 Ultra. Der Saug- und Wischroboter richtet sich preislich an Einsteiger und kostet je nach Händler rund 330 bis 350 Franken. Kann so ein Gerät meinen Alltag tatsächlich erleichtern oder endet es als nettes Gadget, das nach zwei Wochen in der Ecke verstaubt? Ich habe den E50 Ultra mehrere Wochen in meiner Altbauwohnung getestet.
Keine Lust, zu lesen? Hier gibt's den Test als Video:
Schnell ausgepackt
Ich bin alles andere als ein Technikprofi. Ehrlich gesagt hatte ich vor dem Mova E50 Ultra noch nie einen Saugroboter in Betrieb genommen. Umso überraschter war ich, wie unkompliziert die Einrichtung verlief.
Nach wenigen Minuten war die Basisstation aufgebaut, der Roboter mit dem WLAN und der App verbunden und bereit für seine erste Erkundungstour, um den Grundriss der Wohnung zu scannen. Im Lieferumfang befindet sich alles, was man für den Start braucht:
- Saugroboter
- Basisstation mit Frisch- und Schmutzwassertank
- Haupt- und Seitenbürste
- Staubbeutel
- Staubbox
- zwei Wischpads
- Halterungen
- Stromkabel
- Handbuch
Luxuszubehör wie beim deutlich teureren V70 (den Test findest du hier) gibt es nicht. Für diese Preisklasse ist der Lieferumfang aber absolut in Ordnung.

Der Sauger spricht auch mit einem, informiert, wenn die Reinigung abgeschlossen ist, wenn er zur Entleerung zur Station zurück muss oder wenn ihm sonst etwas nicht passt. Es stehen verschiedene Stimmen und Sprachen zur Verfügung. Unter anderem die des kroatischen Fussballspielers Luka Modrić – dem Markenbotschafter von Mova.
Mein Altbau als Endgegner
Meine Wohnung eignet sich hervorragend, um Saugroboter an ihre Grenzen zu bringen. Kleine, verwinkelte Räume, mehrere rund drei Zentimeter hohe Türschwellen und allerlei Dekoration am Boden bilden so etwas wie einen Hindernisparcours.

Bereits vor dem Test war mir klar, dass der Mova E50 meine Schwellen kaum schaffen würde. Das ist kein Vorwurf – schliesslich handelt es sich um ein Einsteigergerät und nicht um einen High-End-Roboter mit Kletterambitionen.
Ich habe deshalb an den Türübergängen Gummischwellen mit Antirutsch-Vlies angebracht. Erst hab ich mit Karton und Klebeband kleine Rampen gebaut, aber das sah mir auf Dauer zu besch… eiden aus. Mit den Gummischwellen, die eigentlich für Rollstühle gedacht sind, gelangt der Roboter endlich problemlos von Zimmer zu Zimmer.
Eine umfangreiche App
Ohne Smartphone-App (gibt's für iPhone und Android-Geräte) geht beim Mova E50 Ultra nichts. Zum Glück ist sie übersichtlich aufgebaut und bietet viele Möglichkeiten.

Ich kann Reinigungspläne erstellen, festlegen, wann und welche Räume der Roboter saugen oder gleichzeitig feucht aufnehmen soll und ihn sogar starten, während ich im Büro sitze. Auf dem Grundriss sehe ich auch, wo sich der Sauger gerade befindet und was er schon alles geputzt hat.
Etwas Geduld braucht man allerdings beim Bearbeiten der Wohnungskarte. Möbel, Schwellen oder Sperrzonen einzutragen funktioniert zwar, fühlt sich stellenweise aber etwas fummelig an. Immerhin macht man das in der Regel nur einmal – ausser natürlich, man richtet seine Wohnung häufiger neu ein.

Im Alltag zuverlässig
Während der ersten Fahrten war ich etwas nervös. Ich beobachtete den kleinen Helfer fast wie ein Kleinkind auf dem Spielplatz und war jederzeit bereit einzugreifen. Tatsächlich hat der Mova E50 Ultra bei seiner ersten Fahrt auch gleich die dünnen Kabel meines Surround-Systems reingezogen und stiess gegen die Stuhlbeine meiner Esstisch-Bestuhlung, die wohl zu dünn sind, als das der Sensor sie frühzeitig erkennen konnte. Meine Wohnung musste deshalb zuerst mit Kabeltunneln «staubsaugersicher» werden.
Ansonsten navigiert der Mova E50 Ultra erstaunlich souverän durch meine Wohnung. Vasen oder andere Dekogegenstände erkennt er zuverlässig und umfährt sie, ohne alles abzuräumen. Das hätte ich nicht erwartet. Ausserdem kurvt er dank seiner niedrigen Höhe von knapp zehn Zentimetern auch problemlos unter Sofas oder Betten und saugt da ein, was auch immer sich da ansammelt.
Saugen: Gut – mit kleinen Schwächen
Die Saugleistung mit 30'000 Pa überzeugt insgesamt. Staub, Haare und alltäglicher Schmutz verschwinden zuverlässig vom Boden. Dank den ausfahrbaren Wischpads reinigt er auch Kanten zuverlässig.
Bei den Ecken zeigt sich allerdings, dass der E50 Ultra kein Premiumgerät ist. Dort bleibt gelegentlich etwas Schmutz zurück und ich muss punktuell nochmals selbst zum Staubsauger greifen. Auch hinter Türen muss ich noch selbst Hand anlegen.

Grössere Schmutzteile bereitem ihm ebenfalls Mühe. Eine heruntergefallene Nudel oder Teile einer Plastikverpackung überfährt der Roboter lieber, als sie einzusaugen.
Feucht aufnehmen: Mein persönliches Highlight
Die eigentliche Überraschung war für mich gar nicht das Saugen, sondern die Wischfunktion. Denn seien wir ehrlich: Feucht aufnehmen gehört wohl bei den wenigsten Menschen zu den Lieblingsbeschäftigungen.

Umso schöner ist es, wenn der Roboter diese Arbeit einfach übernimmt. Mit zusätzlich erhältlichem Putzmittel nimmt der Sauger die Böden auch mit Reinigungsmitteln auf. Für den normalen Alltag sorgt der E50 zuverlässig für saubere Böden und spart mir so einiges an Zeit. Allein dafür hat sich der Test fast schon gelohnt.
Wenig Wartung – mit einer wichtigen Ausnahme
Nach jeder Reinigung fährt der Mova E50 Ultra selbstständig zur Basisstation zurück, entleert seinen Staubbehälter, wechselt das Wasser und reinigt die Wischpads automatisch mit Wasser aus dem Tank. Der Wartungsaufwand hält sich für mich angenehm in Grenzen. Der austauschbare Staubbeutel fasst 3,2 Liter und soll für 100 Tage bei regelmässigen Reinigungen reichen. Der Frischwassertank ist auch gross genug für zahlreiche Putztouren.

Nur den Schmutzwassertank sollte man wirklich regelmässig leeren. Ich habe das die ersten zwei Wochen irgendwie vergessen und als mich die App dann daran erinnerte und ich den Tank zum Waschbecken gebracht hatte, kam die geruchstechnisch unangenehme Überraschung. Darum mein Tipp: Leert und reinigt den Schmutzwassertank nach jeder Reinigung. Eure Nase wird es danken.
Nicht alles klappt perfekt
Neben den bereits erwähnten Ecken gibt es noch einen negativen Punkt, der mir im Alltag aufgefallen ist.
Obwohl ich meine Gummischwellen sauber in der App eingetragen habe, versucht der Roboter manchmal trotzdem direkt daneben über die eigentliche Türschwelle zu klettern – und bleibt dort hängen. Da muss ich jeweils händisch nachhelfen und dem Mova E50 Ultra Anschubhilfe leisten.
Wer also viele hohe Schwellen oder sogar Treppen in der Wohnung hat und keine zusätzlichen Hilfsmittel einsetzen möchte, sollte eher zu einem Modell greifen, das Hindernisse gut überwinden kann.

Das Testfazit zum Mova E50 Ultra
Der Mova E50 Ultra hat mich ehrlich überrascht. Natürlich merkt man an einigen Stellen, dass es sich um ein Einsteigermodell handelt. Bei hohen Türschwellen, in den Ecken oder bei grösserem Schmutz stösst er an seine Grenzen.
Im Alltag überwiegen für mich jedoch klar die positiven Eindrücke. Die Einrichtung gelingt problemlos, die Navigation funktioniert zuverlässig und vor allem die automatische Wischfunktion spart mir Woche für Woche Zeit. Besonders praktisch finde ich, dass ich den Roboter bequem per App programmieren und sogar von unterwegs starten kann.
Noch lasse ich meinen neuen Mitbewohner nicht ganz ohne Aufsicht durch die Wohnung fahren – dafür fehlt mir wohl noch etwas Vertrauen. Aber ich merke bereits jetzt, wie schnell man sich daran gewöhnt, dass jemand anderes den Boden sauber hält.
Wer eine möglichst ebenerdige Wohnung besitzt und einen unkomplizierten Einstieg in die Welt der Saug- und Wischroboter sucht, erhält mit dem Mova E50 Ultra ein überzeugendes Gesamtpaket zu einem fairen Preis. Für mich ist er noch kein Ersatz für den klassischen Staubsauger – aber definitiv eine willkommene Alltagshilfe, die zuverlässiger und ruhiger ist als wohl so mancher Mitbewohner.
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