Der Streaming-Gigant adaptiert das Coming-of-Age-Game «Life is Strange» als Serie. Und hat nun einen ersten Fan gefunden: Michel Koch, Game-Director des ersten «Life is Strange», hat die Dreharbeiten zur geplanten Serie von Amazon besucht und zeigt sich auf Instagram begeistert.
In seinem Instagram-Post spricht Koch von einer der surrealsten Wochen seines Lebens. Am Set der Serie zu stehen, sei ein Höhepunkt seiner Karriere gewesen, schreibt er sinngemäss übersetzt. Er habe dort leidenschaftliche, talentierte und herzliche Menschen getroffen, die die Liebe zum Spiel und zu den beiden Hauptfiguren teilten. Verraten dürfe er noch nicht viel, aber: «Die Sorgfalt, die Liebe, die Liebe zum Detail … Ich könnte nicht stolzer sein.»
Besonders hebt Koch die beiden Hauptdarstellerinnen hervor. Maisy Stella spielt Chloe Price, Tatum Grace Hopkins übernimmt die Rolle von Max Caulfield. Er könne es kaum erwarten, dass das Publikum sehe, wie die beiden Max und Chloe zum Leben erweckten, so Koch.
Darum geht's
«Life is Strange» erschien 2015 und erzählt von Max, einer 18-jährigen Fotografiestudentin an der Blackwell Academy, die plötzlich die Zeit zurückspulen kann. Mit dieser Fähigkeit geht sie dem Verschwinden der Mitschülerin Rachel nach und findet dabei wieder zu ihrer Kindheitsfreundin Chloe. Spielerisch lebt das Game davon, dass man Entscheidungen rückgängig machen und die Geschichte so in andere Bahnen lenken kann.
Die offizielle Inhaltsangabe von Amazon klingt nach einer nahen Umsetzung der Vorlage: Max entdeckt ihre Kraft, als sie Chloe das Leben rettet. Gemeinsam untersuchen die beiden das mysteriöse Verschwinden einer Mitschülerin und stossen auf die dunkle Seite ihrer Stadt, bis sie am Ende vor eine unmögliche Entscheidung über Leben und Tod gestellt werden. Wer das Spiel kennt, weiss, worauf das hinausläuft.
Damals hab ich das Spiel ohne grosse Erwartungen gespielt und war von der Story sehr angetan, weil sie zwischen dem ganzen Teenie-Herzschmerz auch sehr dunkle Abzweigungen nimmt.
Eine von vielen Game-Serien in der Pipeline
«Life is Strange» ist bei weitem nicht das einzige Game, das gerade fürs Streaming umgesetzt wird. Vor allem Amazon kauft kräftig ein. Mit «Fallout» hat Prime Video bereits gezeigt, dass es das Genre ernst nimmt, und die nächsten grossen Namen sind schon in Arbeit:
- «God of War»: Nach einem Unfall am Set von Hauptdarsteller Ryan Hurst übernahm Dave Bautista die Rolle des griechischen Kriegsgotts Kratos. Produziert wird die Serie zusammen mit Sony Pictures Television und PlayStation Productions. Einen Starttermin gibt es auch hier noch nicht.
- «Tomb Raider»: «Fleabag»-Macherin Phoebe Waller-Bridge entwickelt die Serie zusammen mit Chad Hodge, Sophie Turner spielt Lara Croft. Mit dabei sind unter anderem Sigourney Weaver und Jason Isaacs. Die Serie ist laut Prime Video in Produktion, ein Datum fehlt ebenfalls.
Auch Netflix mischt mit. Bei «Assassin's Creed» sind im Sommer erste Set-Leaks aus den Cinecittà-Studios in Rom aufgetaucht. Die Serie erzählt eine eigene Geschichte im Rom des Jahres 64 nach Christus, rund um Kaiser Nero und den grossen Brand. Regie führt Johan Renck («Chernobyl»), vor der Kamera stehen Noomi Rapace und Sean Harris.