Eines der Highlights auf dem diesjährigen Pariser Autosalon, wenn nicht sogar das Highlight, war der Citroën 2CV. Die französische Marke hat den hierzulande auch als «Ente» oder «Döschwo» bekannten Klassiker neu interpretiert und sich dabei überraschend eng am Original orientiert. Beim Antrieb geht sie allerdings neue Wege: Statt eines Zweizylinders treibt ein Elektromotor den «neuen» 2CV an.
Doch wie viel verbindet die Neuinterpretation noch mit dem Original, das 1948 auf dem Pariser Autosalon als Serienfahrzeug seine Premiere feierte?

Vertraute Formen und verspielte Details
Die ursprüngliche «Ente» war als bezahlbares Auto konzipiert und auf das Wesentliche reduziert. Sie sollte zwei Bauern samt Stiefeln und einem Zentner Kartoffeln oder einem Fass Wein Platz bieten – oder bis zu vier Personen befördern. Wie viele Sitzplätze der neue 2CV bietet, hat Citroën bislang nicht bekannt gegeben. Eine Rückbank ist zwar vorhanden, ob das Konzept als Vier- oder Fünfsitzer ausgelegt ist, bleibt jedoch offen.
Optisch hat sich Citroën eng an der Ur-Ente orientiert. Die Fronthaube, unter der sich nun kein Motor mehr befindet, greift die ikonische gewölbte Form des Originals auf. Auch bei den Scheinwerfern greift Citroën die Gestaltung des historischen Vorbilds auf. Sie stehen allerdings nicht mehr frei, sondern sind in die Karosserie eingelassen. Der Wiedererkennungswert ist dennoch zweifellos hoch.

Im Innenraum setzt Citroën auf verspielte Details. Statt eines klassischen Armaturenbretts gibt es einen Zylinder mit Einspeichenlenkrad. Hinzu kommt ein herausnehmbares Radio namens «Radioën», das sich auch als mobiler Lautsprecher nutzen lässt. Ganz ohne moderne Technik kommt die neue «Ente» allerdings nicht aus: Ein Touchscreen ist ebenfalls an Bord.
Mit einer Länge von 3,76 Metern ist die neue «Ente» als Konzeptfahrzeug rund sieben Zentimeter kürzer als das Original. Damit unterstreicht Citroën den Anspruch, ein möglichst kompaktes Elektroauto auf den Markt zu bringen.

Elektroantrieb statt Zweizylinder
Die grösste Änderung gegenüber dem Original 2CV ist zweifellos der vollelektrische Antrieb. Während die ursprüngliche «Ente» je nach Ausführung zwischen 9 und 29 PS leistete, wird die Neuauflage mehr Leistung bieten. Wie viel genau, hat der französische Autobauer bislang allerdings ebenso wenig verraten wie die Kapazität der verbauten Batterie.
Da Citroën ein Gesamtgewicht von rund einer Tonne anpeilt, dürfte die Batterie eher klein ausfallen. Schliesslich soll die neue «Ente» ein preiswertes, vernünftiges und alltagstaugliches Elektroauto werden.

Was bleibt vom Konzept beim Serienmodell übrig?
Wie viel vom gezeigten Konzept letztlich in eine mögliche Serienversion einfliesst, bleibt vorerst mal offen. Ich hoffe allerdings sehr, dass Citroën nicht nur die charakteristischen Formen bewahrt, sondern auch der ursprünglichen Idee der Ente treu bleibt: ein einfaches, alltagstaugliches und bezahlbares Auto.
Verspielte Details wie das herausnehmbare Radio könnten es durchaus in die Serienversion schaffen. Entscheidend wäre aber, dass die neue «Ente» nicht zu einem teuren Lifestyle-Modell wird. Der Retro-Charme macht jedenfalls neugierig. Wir sind gespannt, wie viel davon das Serienmodell bewahrt, das voraussichtlich 2028 auf den Markt kommen soll.