Ein Ausschnitt der Konzeptstudie der Ente (2 CV Concept) von Citroën in Rot. Das Bild zeigt einen Ausschnitt der Front mit Frontlicht.
Am Autosalon in Paris hat Citroën die Neuauflage der Ente gezeigt. Bald soll daraus ein Serienmodell werden. | Bild: Citroën
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So sieht Citroëns Neuauflage der Ente aus

Citroën macht aus der Kult-Ente ein Elektroauto fürs Volk. Die Studie zeigt, wohin die Reise geht, und das Preisziel lässt aufhorchen.

Pascal Scherrer
Pascal Scherrer

Citroën hat im Vorfeld des Autosalons in Paris den 2 CV Concept enthüllt, eine elektrische Neuinterpretation der legendären Ente, die hierzulande liebevoll Döschwo heisst. Zuvor hatte die Automarke bereits mehrfache Teaser veröffentlicht.

Was Fans der Ente dabei freuen dürfte: Innerhalb der nächsten zwei Jahre, also bis 2028, soll daraus ein Serienmodell werden. Und das zielt auf eine Preisregion, in der sich bislang kaum ein europäischer Hersteller blicken lässt.

Bewusst klein, bewusst einfach

Die Eckdaten lesen sich wie eine Kampfansage an den Trend zu immer grösseren, schwereren und vor allem teureren Autos:

  • Länge: 3,76 Meter, damit sogar kürzer als das Original von 1948
  • Zielgewicht: rund eine Tonne, was eine kleinere und günstigere Batterie erlaubt
  • Positionierung: zwischen dem Kleinstmobil Ami und dem C3
  • Produktion: in Europa
  • Einstiegspreis: rund 15'000 Euro laut Medienmitteilung, umgerechnet etwa 14'000 Franken

Citroën setzt dabei konsequent auf Vereinfachung: flache Karosserieflächen, separat tauschbare Stossfänger, eine auf den Alltag zugeschnittene Reichweite statt Rekordwerten. Das Konzept soll zudem den künftigen E-Car-Regeln der EU entsprechen, mit denen Brüssel eine neue Klasse kleiner, bezahlbarer Elektroautos etablieren will; davon würde auch die Schweiz profitieren, die solche Modelle praktisch ausnahmslos aus der EU importiert. Konkrete Angaben zu Batterie, Leistung und Reichweite bleibt die Marke allerdings noch schuldig.

Verspielt bis ins Detail

Optisch zitiert die Studie das Original, ohne es zu kopieren: runde Scheinwerfer, Stahlräder, Wellblech-Anleihen in der Haube und ein Stoffdach. Innen gibt es statt Armaturenbrett einen Zylinder mit Eingelenk-Lenkrad, dazu ein herausnehmbares Radio namens Radioën, das auch als mobiler Lautsprecher taugt.

Die schönsten Gags: eine Schildkröte auf dem Bremspedal, ein Hase auf dem Fahrpedal, Türfächer, die wie beim Ur-Modell Eier transportieren können, und ein Nummernschild mit den Übernamen, die der 2CV rund um den Globus trägt. «Die Welt hat sich verändert. Aber die Idee bleibt dieselbe», lässt sich Citroën-Chef Xavier Chardon zitieren.

Der original Citroën 2CV in der Farbe Rot. Dreiviertelansicht von vorne.
So sieht sie aus,die legendäre Ente. | Bild: Wikikmedia Commons/JoachimKohler-HB

Was heisst das für uns?

Für die Schweiz wäre ein in Europa gebautes Elektroauto für umgerechnet keine 14'000 Franken ein echter Paukenschlag: In diesem Preisfenster wildert bislang vor allem die Konkurrenz aus China, und selbst die geht bei uns kaum unter 20'000 Franken.

Ob der Kampfpreis die Serienreife übersteht, bleibt abzuwarten; angepeilte Konzeptpreise haben die Angewohnheit, bis zum Marktstart zu wachsen. Und erfahrungsgemäss liegen Schweizer Listenpreise am Ende etwas über den Euro-Ansagen der Hersteller. Sollte Citroën aber liefern, bekämen BYD Seagull und Co. in ihrer Paradedisziplin erstmals ernsthaften europäischen Gegenwind.