Volvo feiert im kommenden Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Passend dazu will der schwedische Autobauer mit einem Konzeptfahrzeug einen ersten Ausblick auf das Design seiner künftigen Modelle geben. Das verriet Designchef Thomas Ingenlath, der nach seiner Zeit bei Polestar Anfang des Jahres zu Volvo zurückgekehrt ist, in einem Interview mit Autocar.
Bereits gestern kündigte Volvo bei der Vorstellung seiner globalen Strategie an, bis 2030 weltweit 13 neue Modelle auf den Markt zu bringen. Sieben davon sind für westliche Märkte wie Europa und die USA geplant, die übrigen sechs für China. Ingenlath gab nun erste Hinweise darauf, wie sich die Designsprache von Volvo weiterentwickeln soll. Ins Detail ging er dabei nicht. Er deutete aber an, dass sie auf der Geschichte und dem Erbe der Marke aufbauen soll.
Für die Designabteilung sei es eine «grosse, grosse Aufgabe», einen Weg zu finden, die traditionellen Erkennungsmerkmale der Marke in die Zukunft zu führen.

Kunden und Journalisten kritisieren Touchscreen-Bedienung
Kritisch äusserte sich Ingenlath zur Bedienung im Innenraum. Für die kommenden Volvo-Modelle müsse man sie grundlegend überdenken und stärker auf die Kunden hören. Die Art, wie viele Funktionen in heutigen Autos bedient werden, komme nicht gut an und werde von Kunden wie Journalisten regelmässig teilf heftig kritisiert. Aus Sicht des Designchefs braucht es deshalb ein besseres Gleichgewicht zwischen digitaler Bedienung und physischen Bedienelementen.
„Wir verzichten nicht auf Touchscreens, sondern wollen den Bildschirm einfach für das nutzen, was er gut kann. Mein Grundsatz lautet: Jede Funktion, die ständig auf dem Bildschirm angezeigt wird, sollte gar nicht erst dort erscheinen. Beim Bildschirm geht es um Flexibilität und darum, das anzuzeigen, was man nicht ständig vor Augen haben muss. Es geht also darum, den Touchscreen für das zu nutzen, wofür er gut ist, und wieder ein paar mehr Tasten einzuführen als in den heutigen Autos.“
Kunden aus China ticken anders
Viele Autos aus China sind mit einer ganzen Reihe von Displays ausgestattet. Das überrascht kaum, denn die Bedienung über Bildschirme ist dort beliebter als etwa in Europa. Auch Ingenlath sieht diese Unterschiede und deutet einen regionalen Ansatz für das künftige Volvo-Design an. Denkbar ist also, dass die sechs für China geplanten Modelle mehr Displays erhalten als die sieben Modelle für westliche Märkte.
Künftig sollen in Volvo-Modellen jedenfalls wieder mehr physische Bedienelemente zum Einsatz kommen. Mit dieser Erkenntnis steht Volvo nicht allein: Auch andere europäische Hersteller setzen wieder stärker auf Tasten und Schalter. In neuen Modellen des VW-Konzerns wie dem ID. Polo und dem ID.3 Neo feiern physische Bedienelemente ebenfalls ein Comeback.