CMF Clip Pro im Test: Für 69 Franken bekommt man erstaunlich viel
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Test Nothing Kopfhörer

CMF Clip Pro im Test: Für 69 Franken bekommt man erstaunlich viel

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Unter der Tochtermarke CMF, was für «Color, Material and Finish» steht, vertreibt das britische Technologieunternehmen Nothing seine günstigeren Smartphones und Audioprodukte. Mit der «hippen» Marke will der Hersteller vor allem ein jüngeres Publikum ansprechen. Mit den CMF Clip Pro stellte das Unternehmen nun auch seine ersten Open-Ear-Kopfhörer vor.

Bei Open-Ear-Kopfhörern bleibt der Gehörgang komplett frei. Damit bilden sie quasi das Gegenstück zu klassischen In-Ear-Kopfhörern, die fest im Ohr sitzen und den Gehörgang verschliessen. Wie bei Open-Ear-Modellen üblich, wird der Kopfhörer mit einer Art Klammer an die Ohrmuschel geklemmt. Der grosse Vorteil: Die Umgebung bleibt jederzeit wahrnehmbar.

Die CMF Clip Pro starten in der Schweiz ab Anfang September 2026 in den Farben Dark Grey, Light Grey und Coral zum Preis von 69 Franken im Pre-Sale.

CMF hat sich für das Ladecase etwas Besonderes einfallen lassen.

Normalerweise sehen die Ladecases von In-Ear- und Open-Ear-Kopfhörern mehr oder weniger gleich aus. Nicht so bei CMF. Der Hersteller hat sich mit dem sogenannten Smart Dial etwas Besonderes einfallen lassen. Dabei handelt es sich um einen Drehregler, der gleichzeitig als physische Taste dient. Über die Nothing X-App lassen sich verschiedene Aktionen definieren, etwa die Lautstärkeregelung oder das Pausieren und Überspringen von Audiotiteln. Das Smart Dial muss bei der Ersteinrichtung separat aktiviert werden.

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Auch wenn das Smart Dial eine Besonderheit der Clip Pro darstellt und sie damit von der Konkurrenz abhebt, erschliesst sich mir der Sinn dahinter nicht ganz. Im Alltag funktioniert der Drehregler samt physischer Taste zwar gut, wirklich genutzt habe ich ihn aber kaum. Wenn ich mich mit Kopfhörern berieseln lasse, habe ich das Ladecase schliesslich nur selten in der Hand. Meistens landet es in der Hosentasche oder im Rucksack. Deshalb macht diese Art der Bedienung aus meiner Sicht nur bedingt Sinn.

CMF hat uns freundlicherweise das Modell in Coral für den Test zur Verfügung gestellt. Das Ladecase ist matt gehalten und wiegt leichte 39 Gramm. Darin lassen sich die beiden Kopfhörer verstauen, die jeweils knapp sechs Gramm auf die Waage bringen. Im Gegensatz zum Case sind die Ohrhörer allerdings nicht matt, sondern glänzend. Im Inneren steckt ein dynamischer 10,8-mm-Dual-Magnet-Treiber. Die Technik und der Akku sind in einem Modul am Ende des dünnen Kabels untergebracht, das gleichzeitig als Halterung am Ohr dient.

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Der Hersteller verspricht dank des 3-Punkt-Clip-Designs, das den Druck über drei Kontaktpunkte gleichmässig am Ohr verteilen soll, einen besonders hohen Tragekomfort – auch über längere Zeit. Das Anbringen am Ohr ist zunächst eine kleine Herausforderung, doch nach kurzer Zeit hatte zumindest ich den Dreh raus. Anschliessend sassen die Clip Pro fest an Ort und Stelle, sowohl bei der Arbeit im Büro als auch beim Pendeln. Auch schnelle Kopfbewegungen waren dabei kein Problem.

Auch beim Spazierengehen sitzen die Clip Pro sicher und verrutschen nicht | Bild: vybe

Ohne Geräuschunterdrückung, aber mit gutem Sound

Es überrascht nicht, dass die CMF Clip Pro aufgrund ihrer Bauweise über keine aktive Geräuschunterdrückung (ANC) verfügen. Das würde letztlich auch wenig Sinn machen, denn Open-Ear-Kopfhörer verfolgen genau das Gegenteil: Die Umgebung soll weiterhin wahrgenommen werden können. Wer häufig in lauter Umgebung unterwegs ist, sollte sich deshalb gut überlegen, ob Open-Ear-Kopfhörer die richtige Wahl sind.

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Und wie hören sich die Clip Pro überhaupt an? Kann die Audioqualität überzeugen? Grundsätzlich ja. Allerdings funktionieren Open-Ears etwas anders als herkömmliche In-Ears, bei denen der Klang deutlich direkter ins Ohr gelangt. Entsprechend sollte man bei der Klangwiedergabe keine identischen Erwartungen haben. Ohne angepassten Equalizer kommen die Kopfhörer ziemlich basslastig daher. Vermutlich ist das genau so von CMF gewollt, schliesslich möchte man ein junges Publikum ansprechen.

Gut: Über den Equalizer in der Nothing-X-App lässt sich der Klang nach den eigenen Vorlieben anpassen. Dafür stehen fünf Presets zur Auswahl, alternativ können Bass, Mitten und Höhen auch individuell nach dem eigenen Gusto eingestellt werden. Da die Open-Ears nicht direkt im Ohr sitzen, besteht natürlich die Gefahr, dass die Umgebung mitbekommt, was man sich gerade so anhört. Bei höherer Lautstärke mag das zutreffen, wenn auch weniger stark als erwartet. Alternativ bietet CMF in der App die Möglichkeit, den Anti-Leakage-Modus zu aktivieren. Dabei werden die Lautstärke und bestimmte Frequenzen reduziert, um den Schall weniger nach aussen dringen zu lassen. Das Ergebnis klingt allerdings nicht so berauschend. Der Modus sollte deshalb nur im Extremfall oder ausschliesslich zum Telefonieren zum Einsatz kommen.

Standardmässig nutzen die Clip Pro den AAC-Codec. Alternativ stehen auch SBC und der höher auflösende LDAC-Codec zur Verfügung. Letzterer bringt gegenüber AAC allerdings nur geringe Verbesserungen und hat zudem den Nachteil, dass der Akkuverbrauch höher ausfällt. Ach, fast vergessen: Es gibt auch einen Modus für simulierten räumlichen Klang. Aus meiner Sicht ist dieser Modus, der einen 5.1-Sound nachahmen soll, allerdings eher eine Spielerei.

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Bis zu 10 Stunden Musik am Stück

CMF gibt eine Akkulaufzeit von bis zu 10 Stunden an. In Kombination mit dem Ladecase sollen es im Energiesparmodus bis zu 36 Stunden sein. Im Alltag erreichte ich mit den Clip Pro etwas mehr als neun Stunden Laufzeit. Damit liegen sie zwar leicht unter der Herstellerangabe, können sich im Vergleich zu anderen Kopfhörern aber durchaus sehen lassen. So halten sie beispielsweise länger durch als die In-Ear-Kopfhörer Galaxy Buds 4 Pro von Samsung.

Das Ladecase lässt sich über den USB-C-Anschluss aufladen. Auf kabelloses Laden muss man hingegen verzichten. Dank Schnellladefunktion reichen jedoch bereits zehn Minuten am Strom, um anschliessend rund vier Stunden Musik hören zu können.

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Das Testfazit zu den CMF Clip Pro

Mit den Clip Pro zeigt CMF by Nothing, dass gute Open-Ear-Kopfhörer nicht teuer sein müssen. Für 69 Franken bieten sie einen hohen Tragekomfort, einen guten Klang und eine starke Akkulaufzeit von rund neun Stunden. Dank Equalizer lässt sich der Klang zudem an die eigenen Vorlieben anpassen. Besonders praktisch ist die offene Bauweise, durch die die Umgebung jederzeit wahrnehmbar bleibt – ideal fürs Büro oder Pendeln.

Nicht ganz überzeugen konnte mich hingegen das Smart Dial am Ladecase, das im Alltag nur selten zum Einsatz kommt. Auf ANC muss man bauartbedingt verzichten und der Anti-Leakage-Modus verschlechtert den Klang deutlich. Insgesamt liefern die CMF Clip Pro aber ein überzeugendes Gesamtpaket zu einem attraktiven Preis und sind damit eine interessante Alternative für alle, die bewusst auf Open-Ear-Kopfhörer setzen möchten.