Seit Februar ist klar, dass Paramount Warner Bros. Discovery übernehmen will. Seit Sommer war allerdings offen, ob mehrere US-Bundesstaaten den 110-Milliarden-Dollar-Deal noch stoppen würden. Jetzt ist die letzte Hürde genommen: Eine US-Bundesrichterin hat am Mittwoch den Vergleich zwischen Paramount und zwölf Bundesstaaten genehmigt. Die Konzerne haben noch am selben Abend bekannt gegeben, dass die Fusion voraussichtlich am 6. Oktober abgeschlossen wird. Damit landen «Harry Potter», «Game of Thrones», DC, «Star Trek», «Top Gun» und «Mission: Impossible» unter einem Dach.
Für Serienfans ist vor allem eine Frage spannend: Was passiert mit HBO Max, das erst im Januar in der Schweiz gestartet ist, und mit Paramount+?
Aus zwei Diensten wird einer
Paramount-Chef David Ellison hat schon im März angekündigt, dass HBO Max und Paramount+ zusammengelegt werden sollen. Zusammen kämen die beiden Dienste auf über 200 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten. Gleichzeitig betonte Ellison, dass HBO «HBO bleiben» solle, weil die Marke so stark sei.
Wie das konkret aussieht, ist allerdings noch offen. Es gibt weder einen Namen für den neuen Dienst noch einen Zeitplan oder Preise. Klar ist bisher nur, wer das Ganze leiten wird: Wie «Variety» und «TheWrap» Anfang Woche berichtet haben, soll HBO-Chef Casey Bloys nach dem Abschluss der Fusion das gesamte Streaming-Geschäft übernehmen. Paramount+-Chefin Cindy Holland hat das Unternehmen bereits verlassen. Das spricht eher dafür, dass sich das neue Angebot stärker an HBO Max orientiert als an Paramount+.
Was die Richterin verlangt
Geklagt hatten im Juli zwölf US-Bundesstaaten unter der Führung von Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta. Im Vergleich hat sich Paramount unter anderem verpflichtet, in den nächsten fünf Jahren mehr Filme in den USA zu produzieren, einen Fonds für Angestellte einzurichten, die wegen der Fusion ihren Job verlieren, und die Berichterstattung von CNN und CBS überwachen zu lassen. Kritiker halten die Auflagen für zahnlos. Die Richterin sah aber keinen rechtlichen Grund, den Deal abzulehnen.
Was heisst das für die Schweiz?
Vorerst ändert sich für Schweizer Abonnentinnen und Abonnenten nichts. HBO Max ist seit dem 13. Januar 2026 hierzulande erhältlich, Paramount+ bereits seit Dezember 2022. Beide Abos laufen nach dem 6. Oktober normal weiter. Wann und in welcher Form ein gemeinsamer Dienst in die Schweiz kommt und was er kostet, haben die Konzerne noch nicht kommuniziert.
Eigene Meinung
Es ist klar, dass die beiden Dienste weltweit zusammengelegt werden – und damit auch hierzulande. Spannend ist für mich vor allem die Frage, wie der neue Dienst heissen wird. HBO Max ist klar die stärkere Marke, obwohl sie in vielen europäischen Märken vier Jahre nach Paramount+ gestartet ist. Auch in der Schweiz, so mein subjektiver Eindruck, scheint Paramount mit seinem eigenen Streaming-Dienst nicht wirklich verbreitet zu sein.
Für mich scheint es logisch, dass Paramount HBO Max als Dienst behält und seine Bibliothek auf HBO Max verfügbar macht. Aber wer weiss: Die ganze Fusion war bisher sowieso ein ziemliche Achterbahn. Somit würde es mich nicht überraschen, wenn Paramount einen völlig unerwarteten Weg geht.