David Fincher hat eine Filmografie, die sich wirklich sehen lässt. «Seven», «Fight Club», «The Social Network» und der von ihm selbst verhasste «Alien 3» sind nur einige der Filme, die er im laufe der letzten dreissig Jahren realisiert hat. Seit einigen Jahren ist Fincher eng mit Netflix verbandelt. Damit ist jetzt Schluss.
Wie zuerst «Bloomberg» berichtete und «Deadline» inzwischen bestätigt hat, verzichtet der dreifach Oscar-nominierte Filmemacher auf eine Verlängerung seines Deals mit dem Streamingdienst. Ein endgültiger Bruch ist das aber nicht: Laut «Deadline» könnte Fincher schon bald wieder mit Netflix zusammenarbeiten, dann einfach nicht mehr exklusiv.
Fincher war von Anfang an dabei, als Netflix eigene Inhalte produzierte. Er war ausführender Produzent von «House of Cards» und führte bei der Serie Regie, die sieben Emmys gewann. Danach folgte die Krimiserie «Mindhunter», bei der er als Showrunner, Produzent und Regisseur tätig war. Sie lief zwei Staffeln lang – Fans hoffen nach wie vor auf eine dritte Staffel, die jetzt aber noch unwahrscheinlicher sein dürfte.
Fincher goes Tarantino
Nach seinem Film «Mank» mit Gary Oldman in der Hauptrolle unterschrieb Fincher 2020 schliesslich einen Exklusivvertrag. Daraus entstanden der Auftragskiller-Thriller «The Killer» mit Michael Fassbender und «The Further Mis-Adventures of Cliff Booth», eine Fortsetzung von «Once Upon a Time in Hollywood», zu der Quentin Tarantino das Drehbuch geschrieben hat.
Der Film läuft ab dem 25. November 2026 während zwei Wochen weltweit exklusiv in Imax-Kinos. Am 23. Dezember folgt die Veröffentlichung auf Netflix. Hier ist der offizielle Trailer
Nicht der erste Abgang
Fincher ist nicht der erste grosse Name, der Netflix den Rücken kehrt. Die Duffer-Brüder, die Macher von «Stranger Things», wechselten zu Paramount, Noah Baumbach («Marriage Story») zu Warner Bros., und Shawn Levys Produktionsfirma 21 Laps ging nach neun Jahren zu Disney.
Für Kinofans könnte Finchers Entscheid eine gute Nachricht sein. Sein letzter Film, der regulär in den Kinos zu sehen war, war «Gone Girl» – und das war 2014, also schon über zwölf Jahre her.