Anfang Oktober gab Amazon bekannt, seine Kindle-Reihe umzukrempeln. Eine ganze Reihe neuer eReader hat das Unternehmen vorgestellt, die in den kommenden Wochen und Monaten erscheinen sollen.
In den USA sind die Geräte teils schon auf dem Markt – und sorgen Teils für genervte Kunden. Denn, wie die Plattform Good e-Reader berichtet, ist die 13. Kindle-Generation die erste, bei der kein Ladekabel mehr in der Schachtel liegt.
Das gilt für einen Grossteil der Produktereihe: den Basis-Kindle, den Kindle Paperwhite, den Kindle Colorsoft, die verschiedenen Signature Editions und die Modelle mit Alu-Rückseite. Selbst die Bundles, die ein Netzteil und eine Hülle mitbringen, kommen ohne Kabel.
Hinweis fehlt im deutschen Store (noch)
Auf den amerikanischen Produktseiten steht dieser Hinweis unter den Farboptionen und der Liste mit den Features ein Hinweis. Sinngemäss steht da, dass der Kindle mit einem handelsüblichen USB-C-Kabel kompatibel ist, ein solches ist aber nicht im Lieferumfang enthalten.
Daneben gibt's gleich den Link, wo man eins kaufen kann. Auf Amazon.de fehlt ein vergleichbar prominenter Hinweis bisher. Warum macht Amazon das? Good e-Reader vermutet, dass Amazon davon ausgeht, dass die meisten Käuferinnen und Käufer ohnehin solche Kabel besitzen. Pikant ist aber, dass die neuen Kindle-Geräte im Schnitt teurer sind als die früheren – bei denen das Kabel aber noch beigelegt war.
Das ist sicher nicht ganz falsch. USB-C ist inzwischen bei Smartphones, Laptops, Kopfhörern und Konsolen-Controllern Standard. Wer ein Gerät aus den letzten Jahren besitzt, hat wahrscheinlich irgendwo ein USB-C-Kabel herumliegen.
Eine ähnliche Taktik wendet übrigens unter anderem auch Apple an. iPhones werden oft zwar mit dem Kabel, dafür ohne Netzteil verkauft.
Was heisst das für die Schweiz?
Amazon betreibt in der Schweiz keinen eigenen Shop. Kindles kommen hier meist über Amazon.de oder über Schweizer Händler ins Haus. Dass für den europäischen Markt plötzlich wieder ein Kabel beiliegt, ist nicht zu erwarten. Ob und zu welchem Preis das offizielle Amazon-Kabel auch hierzulande erhältlich ist, ist noch offen.
Meinung:
Natürlich kann man jetzt sagen, dass wir alle irgendwo in der obligaten Kabelschublade ein USB-C-Kabel haben. Dennoch finde ich es dreist, die Preise für Geräte hochzuschrauben, den Lieferumfang zu verkleinern und das fehlende Zeug dann zusätzlich zu verkaufen.
Schade. Denn erst vor Kurzem hat Amazon die neuen Kindles mit einem selbst tauschbaren Akku ausgestattet, ein echter Schritt in Richtung Langlebigkeit. Beim Kabel spart der Konzern nun an der anderen Ecke.