«Dordogne» ist eines der schönsten Spiele überhaupt. Und eines der gemütlichsten.
«Dordogne» ist eines der schönsten Spiele überhaupt. Und eines der gemütlichsten. (Bild: Focus Entertainment / UN JE NE SAIS QUOI)
vybe Tipp Gaming PlayStation 5

Immer noch gestresst? Hier sind 7 weitere Cozy Games

Chris Bucher
Chris Bucher

Inhaltsverzeichnis

Du suchst Entspannung in Game-Form und hast die Spiele meines ersten Artikels schon alle durch? Nicht verzagen, Chris fragen. Denn ich hab natürlich noch eine ganze Reihe weiterer Cozy Games in petto, die dir einen Abend nach einem anstrengenden Tag (oder gleich ein ganzes verregnetes Wochenende) versüssen können.

Wie schon beim ersten Teil verzichte ich auf Titel, die mittlerweile jeder kennen dürfte und in jeder anderen Liste genannt werden. Namentlich Games wie «Stardew Valley», «Journey» oder «Firewatch». Alles fantastische Spiele, übrigens. Wer sie – wider Erwarten – nicht kennen sollte, kann die hier noch auf die Liste pflanzen.

All diese Spiele sind für PlayStation erhältlich. Die meisten davon gibt es auch auf anderen Plattformen.

What Remains of Edith Finch (2017)

In diesem Familiendrama aus der Ego-Perspektive erforschen wir als die junge Edith Finch das verwinkelte Anwesen unserer Familie. Denn auf der Familie scheint ein Fluch zu liegen – alle bisherigen Mitglieder sind eines teils absurden Todes gestorben.

Klingt erstmal düster, tatsächlich empfand ich den entschleunigten und sehr kreativen Genre-Mix als sehr schönen Zeitvertreib. In den Zimmern der jeweiligen Familienmitglieder erwacht die Geschichte der Verstorbenen zu neuem Leben und diese Rückblenden bedienen sich immer neuen Gameplay-Elementen.

Das hält das Spielerlebnis frisch und hebt es weit über das Klischee eines «Walking Simulators» hinaus. Dazu kommt der fantastische Score von Jeff Russo («Fargo»).

Ein schönes, melancholisches und kreatives Spiel.

Tchia (2023)

Ein tropisches Inselparadies, orientiert an der Optik, Natur und Kultur von Neukaledonien. Ein mutiges kleines Mädchen, das seine Heimat retten will. Und eine ganze Bandbreite von schrägen Kreaturen sind die Hauptzutaten des Adventurespiels «Tchia».

Als Tchia besuchen wir verschiedene Inseln in einem tropischen Archipel, spielen Minigames, verwandeln uns in allerhand Tiere – und Gegenstände! –, um uns fortzubewegen und erleben eine Story, die sich auch nicht davor scheut, düstere Themen anzusprechen.

Technisch ist der farbenfrohe Inseltrip nicht völlig ausgereift und stellenweise etwas grob, aber dem Charme, den das Spiel von der ersten Minute hinweg versprüht, kann man sich kaum entziehen. Das liegt auch am absolut fantastischen Soundtrack des Komponisten John Robert Matz, den ich immer wieder anhöre, wenn mir der Sinn nach etwas Strandfeeling steht.

Ein Spiel wie ein abenteuerlicher Ausflug ins Tropenparadies.

Dordogne (2023)

Mit seinem wunderschönen Aquarell-Look ist «Dordogne» eines der hübschesten Cozy Games, die ich je gespielt habe. Statt auf Action setzt das Spiel auf eine ruhige, nostalgische Geschichte über Mimi, die in das Haus ihrer verstorbenen Grossmutter zurückkehrt und dort in Erinnerungen an ihre Kindheit eintaucht.

Spielerisch geht es vor allem ums Erkunden, Rätseln und Sammeln kleiner Erinnerungsstücke. Immer wieder lockern einfache Minispiele das Geschehen auf, ohne je hektisch zu werden.

Wer Lust auf ein Spiel hat, das sich eher wie ein interaktives Sommermärchen anfühlt als wie ein klassisches Videospiel, findet hier genau das Richtige. Perfekt auch für alle, die gerne nach Frankreich würden, aber keinen Bock auf die Sprache haben 😄.

Dredge (2023)

War «Dave the Diver» ein fröhlich-farbiger Genre-Mix aus Tauchabenteuer und Restaurant-Manager, schlägt «Dredge» in eine gruseligere Richtung. Ebenfalls in einem Comic-Stil gehalten, vermischt «Dredge» die Fischerei mit Lovecraft-Horror.

Als Spieler gurke ich mit meinem ausbaubaren Fischkutter durch ein offenes Meer mit verschiedenen Biomen, fange allerhand normale – und abnormale – Fische, verkaufe das Zeug im örtlichen Hafen und motze so mein Boot auf. Tagsüber ist das sehr gemütlich. Bricht jedoch die Nacht herein, pflügen weniger freundliche Viecher durch die Wellen – und machen Jagd auf meinen Kutter.

Trotz dieser durchaus stressverursachenden Mechanik – die man übrigens ausstellen kann, wenn man's komplett cozy haben will – macht «Dredge» nicht nur viel Spass (und ein bisschen süchtig), sondern hat auch ein eigenes Nischengenre ins Leben gerufen: Horror-Fishing. «Dredge» ist aber das Original und macht es immer noch am besten.

Under the Waves (2023)

Taucher Stan soll für einen grossen Konzern bei einer Tiefseestation nach dem Rechten sehen. Und entdeckt dabei Anzeichen einer grossen Umweltverschmutzung, die das gesamte Ökosystem bedroht. Während er seine Arbeit verrichtet, stösst Stan auf die finsteren Machenschaften seines Arbeitgebers – und damit ein moralisches Dilemma.

«Under the Waves» ist nicht per se ein Cozy Game, sondern ein Tiefsee-Adventure mit ernsten Themen wie Trauma, Umweltverschmutzung und Verlustängste. Auch wenn es hin und wieder hakelige Momente mit der Steuerung gibt, so hat das Erkunden des Meeresbodens und das ruhige Leben auf der Tiefseestation etwas angenehm Beruhigendes.

Obendrauf gibt's noch eine schöne Öko-Message serviert. Hinzu kommt ein entspannter Piano-Synthie-Soundtrack, der das Geschehen fast schon traumartig untermalt – wenn nicht gerade alles den Bach runtergeht.

Sword of the Sea (2025)

Obwohl ich eingangs gesagt habe, «Journey» nicht in meine Liste zu packen, heisst das nicht, dass ich nicht ein Game des Studios Giant Squid berücksichtigen kann. Und das tue ich mit «Sword of the Sea».

Hier surfen und gleiten wir auf einem Schwert über sandige Dünen und weite Wüsten – um Stück für Stück Wasser freizusetzen, das wieder Leben in die Tristesse bringt.

Auch wenn «Sword of the Sea» nicht an die Brillanz von «Journey» heranreicht, so lieferte Giant Squid wieder ein traumhaft schönes – und sehr gemütliches – Spiel ab.

The Stanley Parable (2022)

Jedes Wort, das «The Stanley Parable» erklären will, ist eines zu viel. Selten war ein Spiel ein so unfassbar schräger und unterhaltsamer Brainfuck wie «The Stanley Parable». Hier kann man als Spielerin oder Spieler rein gar nichts falsch machen und erlebt in jedem Durchgang immer wieder neue Absurditäten.

Ich empfehle euch, ohne grosses Vorwissen aus dem grauen Büro von Stanley zu treten und euch gänzlich dem kompletten Irrsinn hinzugeben. Ihr werdet es nicht bereuen.