Herr und Frau Schweizer greifen beim Smartphone besonders häufig zu einem iPhone von Apple oder einem Galaxy-Modell von Samsung. Andere Hersteller haben es hierzulande seit Jahren schwer, sich gegen die beiden Platzhirsche zu behaupten. Einer, der auf einem guten Weg dahin war, ist Huawei. Doch die US-Sanktionen haben den chinesischen Hersteller vor einigen Jahren quasi über Nacht komplett ausgebremst.
Nun kommt schon fast etwas unverhofft wieder etwas Bewegung in den Schweizer Smartphone-Markt: Mit Oppo kehrt ein Hersteller zurück, der vor drei Jahren seine lokale Präsenz aufgrund der Insolvenz des Vertriebspartners aufgegeben hat. Gleichzeitig kündigt Vivo seinen Markteintritt in der Schweiz an und bringt seine neuen Kamera-Flaggschiffe offiziell hierzulande auf den Markt. Für Schweizer Kundinnen und Kunden bedeutet das vor allem eines: mehr Auswahl.
Apple und Samsung dominieren die Schweiz
Wie stark die beiden Marktführer den Schweizer Smartphone-Markt prägen, zeigt die Smartphone-Studie von Comparis. Bei der Ende 2025 durchgeführten Befragung nutzten 49,3 Prozent der Teilnehmenden ein iPhone. Auf Platz zwei folgte Samsung mit 37,2 Prozent. Zusammen kamen die beiden Hersteller damit auf einen Anteil von 86,5 Prozent.
Dahinter wird der Abstand gross: Xiaomi erreichte in der Befragung 3,2 Prozent, Google mit seinen Pixel-Smartphones 2,2 Prozent. Oppo und Huawei kamen auf 1,8 bzw. 1,6 Prozent. Die Zahlen beziehen sich jedoch auf die hauptsächlich genutzten Smartphones der Befragten und nicht auf die aktuellen Verkaufszahlen.
Das zeigt eindrücklich, wie schwierig es für andere Hersteller ist, in der Schweiz Fuss zu fassen. Hinzu kommt, dass der hiesige Markt vergleichsweise klein ist. Dafür spricht die hohe Kaufkraft der Schweizer Kundschaft. Diese ist allerdings auch sehr markentreu, wie die Smartphone-Studie von Comparis zeigt: Rund 90 Prozent der befragten iPhone-Nutzer entscheiden sich auch beim nächsten Kauf für ein Apple-Gerät.

Oppo kehrt mit der Find-X10-Serie zurück
Oppo versuchte bis Herbst 2023 intensiv, in der Schweiz Marktanteile zu gewinnen. Das gelang dem Hersteller durchaus – unter anderem mit aufwendigen Marketingaktionen. Für den damaligen Vertriebspartner ging die Rechnung jedoch nicht auf: Er musste Insolvenz anmelden. Zwar waren auch danach vereinzelt Oppo-Smartphones bei Händlern erhältlich, dabei handelte es sich aber vor allem um Importgeräte.
Nun ist Oppo offiziell in die Schweiz zurückgekehrt. Vorerst setzt der Hersteller auf den Direktverkauf über seinen eigenen Online-Shop. Langfristig dürfte das Angebot schrittweise ausgebaut werden. Wie ernst es Oppo mit dem Schweizer Markt meint, muss sich noch zeigen. Auf grosse Werbeaktionen scheint der Hersteller jedenfalls noch zu verzichten – mir ist zumindest bislang kein Plakat oder Ähnliches aufgefallen.
Zum Comeback hat Oppo gleich seine neue Find-X10-Serie mitgebracht. Besonders das Find X10 Pro Max soll mit seiner Kameraausstattung auf sich aufmerksam machen: Auf der Rückseite sitzen drei Kameras mit jeweils 200 Megapixeln, die gemeinsam mit Hasselblad abgestimmt wurden. Dazu kommt ein grosser Akku, der in der europäischen Version eine Kapazität von 7150 mAh bietet.

Vivo jetzt auch in der Schweiz erhältlich
Mit Vivo will ein weiterer chinesischer Hersteller in der Schweiz Fuss fassen. Anders als Oppo feiert Vivo dabei kein Comeback: Die Marke war hierzulande zuvor nicht in gleicher Weise etabliert. Vivo-Smartphones waren allerdings schon länger über Händler erhältlich, jedoch als Importgeräte. Nun gibt es auch einen offiziellen Online-Shop für die Schweiz.
Wie Oppo setzt auch Vivo zum Start auf die Oberklasse und insbesondere auf die Smartphone-Fotografie. Die Kameras der X500-Pro-Serie wurden gemeinsam mit Zeiss entwickelt. Beim X500 Pro Max kommt unter anderem eine 200-Megapixel-Telekamera zum Einsatz. Mit optional erhältlichen Telekonvertern sollen sich weiter entfernte Motive noch näher heranholen lassen.
Günstig ist der Einstieg allerdings nicht: Das X500 Pro kostet in der Schweiz 1330 Franken. Für das X500 Pro Max ruft Vivo je nach Speicherausstattung 1499 oder 1699 Franken auf. Damit positioniert sich der Hersteller direkt im Umfeld der teuersten Geräte von Apple und Samsung.
Mehr Auswahl ist ein Gewinn für den Kunden
Ob es Oppo und Vivo gelingt, sich in der Schweiz gegen die Platzhirsche zu behaupten, wird sich erst noch zeigen. Beide Hersteller treffen auf einen Markt, in dem viele Kunden seit Jahren ihren vertrauten Marken treu bleiben. Zudem müssen sie nicht nur mit ihren Geräten überzeugen, sondern auch ihre Bekanntheit steigern.
Für mich als Smartphone-Nerd ist die Entwicklung dennoch erfreulich. Oppo und Vivo gehören zu den Herstellern, die gerade bei Kameras und Akkus immer wieder spannende Ansätze zeigen. Dass ihre aktuellen Flaggschiffe nun auch offiziell in der Schweiz angeboten werden, macht den Markt interessanter. Letztlich profitiert die Kundschaft von mehr Auswahl und Wettbewerb.