Ein Gerät ohne WLAN, ohne Cloud, ohne Ablenkung – und genau das ist der Punkt. «Auteur» ist eine neue E-Ink-Schreibmaschine für Autorinnen und Autoren, die sich ganz bewusst gegen das «immer online» stellt.
Die Idee hinter «Auteur» ist schnell erklärt: Wer schreibt, soll schreiben – und nicht nebenbei Mails checken oder in ein gottloses Rabbithole fallen, bis man in den Untiefen des Internets bei einem historischen Abriss über ungarischem Stepptanz landet.
Kein Internet für mehr Konzentration
Genau hier setzt das Gerät an. Es gibt keine Apps auf dem Gerät und es braucht auch keine Internetanbindung. Stattdessen soll man das Ding einschalten (rund zehn Sekunden Bootzeit), das aktuelle Dokument öffnen, lostippen.
Das Konzept erinnert an Geräte wie den Freewrite Traveler – soll aber einen entscheidenden Vorteil haben. Denn bei ähnlichen Toos wie besagtem Freewrite Traveler ist der verbaute eInk-Monitor auch die grösste Schwachstelle. Denn die Eingabe über die verbaute Tastatur erscheint erst mit einer spürbaren Latenz auf dem Display.
Als jemand, der selbst als Autor tätig ist, kann ich sagen: Das nervt tierisch. «Auteur» behauptet, genau dieses Problem gelöst zu haben. Dank eigener Software und Firmware soll es keine wahrnehmbare Eingabeverzögerung geben. Wenn das stimmt, wäre das tatsächlich bemerkenswert.

Diese Specs hat das Gerät
Das 6-Zoll-Display setzt auf hohe Kontraste, breite Seitenränder und angepasste Typografie. Damit soll das Gefühl einer «gedruckten Seite» entstehen als ein klassisches Bildschirmgefühl.
Gemäss Produktbeschrieb lassen sich die Tasten nach Belieben austauschen und die Dokumente in den Formaten TXT, das Drehbuchformat FOUNTAIN und MD auf dem Gerät speichern. Der Transfer auf andere Geräte folgt über ein USB-C-Kabel. Damit lässt sich das Gerät auch gleich laden. Gemäss Hersteller hält eine Akku-Ladung rund sechs Stunden. Technisch basiert das Gerät auf der offenen Plattform Inkplate 6 Motion von Soldered Electronics.
«Auteur» löst kein neues Problem. Ablenkung beim Schreiben gibt es, seit es Browser gibt. Aber die Nachfrage nach fokussierten Tools wächst. Man sieht es bei minimalistischen Apps, bei analogen Notizbüchern – und eben bei solchen Geräten. Die offene Frage ist weniger technisch als praktisch: Wie viele Leute sind bereit, für weniger Features bewusst ein zusätzliches Gerät zu kaufen?
Wir werden es sehen. Das Gerät der US-amerikanischen Firma hat noch kein Veröffentlichungsdatum.