ReMarkable bringt ein neues E-Ink-Tablet – und macht dabei etwas, das fast schon mutig wirkt. Das Unternehmen setzt auf weniger Features als beim Vorgänger. Das «Paper Pure» setzt voll auf Schreiben und Lesen und verzichtet weitestgehend auf Schnickschnack. Los geht’s bei 399 Dollar, ausgeliefert wird ab Juni.
Beim «Paper Pure» merkt man schnell, dass das Ding gar nicht alles können will. Es gibt kein Farbdisplay und keine Beleuchtung – wenn’s dunkel ist, siehst du halt nichts. Klingt erstmal nach Nachteil, ist aber bewusst so gemacht.
Doppelt so schnell und mit besserem Kontrast
Die Idee dahinter gemäss Mitteilung von ReMarkable: weniger Ablenkung. Kein Scrollen, kein Videos schauen, kein «nur schnell noch Instagram checken». Nutzer sollen mit dem Ding schreiben und lesen, fertig. Dafür ist das Gerät gemäss eigenen Angaben 50 Prozent schneller als der Vorgänger, das Display hat 20 Prozent mehr Kontrast und der Akku hält länger – bis zu drei Wochen.
Auch unter der Haube bleibt’s überschaubar. Leistung genug für Notizen und Dokumente, aber sicher nichts, womit man gross multitasken will. Und mehr Speicher kannst du auch nicht nachrüsten – die 32 GB sind fix.
Neue Stifte müssen her
Das Highlight bleibt das Schreibgefühl. Laut Hersteller reagiert das Display in 21 Millisekunden. Heisst: Du schreibst, und es passiert praktisch sofort was auf dem Screen.
Was ein bisschen nervt: Alte Stifte kannst du vergessen. Das «Paper Pure» funktioniert nur mit neuen reMarkable-Pens. Drittanbieter? Ebenfalls raus. Wer schon Zubehör hat, muss also nochmal in die Tasche greifen.
Selbst ist die Nutzerschaft
Interessant wird’s auf der Rückseite: Da sieht man tatsächlich Schrauben. Sieht unspektakulär aus, ist aber ein ziemlich klares Signal – das Teil soll reparierbar sein.
Das passt zu neuen EU-Regeln, die pushen will, dass Akkus austauschbar werden sollen und Geräte dardurch länger halten. Für einmal also nicht einfach ein Gerät, das nach ein paar Jahren im Elektroschrott landet. Auch beim Material geht man einen Schritt in diese Richtung: ein ordentlicher Anteil ist recycelt.
Wie schon bei früheren Geräten spielt die Software eine grosse Rolle. Du kannst Notizen mit Google Drive, Dropbox oder OneDrive synchronisieren und Artikel direkt aufs Tablet schicken.
Ein Teil der Features steckt aber hinter einem Abo, wie «The Good eReader» schreibt. Zum Beispiel Integrationen mit Tools wie Slack oder Miro. Das ist nichts Neues bei reMarkable, dürfte aber nicht alle freuen.