Der Markt für Saugroboter in der Schweiz wird inzwischen vor allem von chinesischen Herstellern wie Dreame, Roborock und Xiaomi dominiert. Das Urgestein iRobot aus den USA spielt inzwischen praktisch keine Rolle mehr. Die chinesischen Unternehmen liefern sich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen um die technologische Vorherrschaft und bringen ständig Innovationen auf den Markt.
Auf der vergangenen Consumer Electronics Show (CES) zeigten die Hersteller ihre innovativen Produkte, die so langsam aber sicher auch in der Schweiz auf den Markt kommen. Roborock zeigte in Las Vegas zahlreiche neue Saugroboter, darunter auch der Roborock Saros 20 Sonic, der mit seinem vibrierenden Wischpad als Alternative innerhalb der eigenen Flaggschiff-Serie positioniert wird.
Anders als bei klassischen Saugrobotern mit Wischfunktion verfügt der Saros 20 Sonic über ein hochfrequentes Vibrations-Wischsystem namens „VibraRise 5.0”. Durch gezielten Druck und Bewegung soll damit selbst hartnäckiger Schmutz entfernt werden können. Ob das dem Saugroboter auch wirklich gelingt, habe ich während gut vier Wochen unter die Lupe genommen.
Aufbau und Einrichtung
Ein Blick in den Karton fällt insgesamt unspektakulär aus. Anstelle eines üppigen Zubehörpakets beschränkt sich Roborock beim Saros 20 Sonic auf das Nötigste: Neben dem Roboter selbst sind lediglich die Reinigungsstation inklusive vormontiertem Staubbeutel, ein Netzkabel, etwas Reinigungslösung und die obligatorische Dokumentation im Lieferumfang enthalten.
Zusätzliche Ersatzteile wie Wischpads, Bürsten oder Reinigungsmittel sind hingegen nicht enthalten – ein Ansatz, der bei einem Premium-Modell dieser Preisklasse durchaus überrascht. Der Fokus liegt offenbar auf einem sofort einsatzbereiten System statt auf einem umfangreichen Zubehörpaket. Oder anders gesagt: Auspacken, aufstellen, starten – für die langfristige Wartung muss man sich jedoch früher oder später selbst eindecken.
Der Aufbau der Reinigungsstation ist schnell erledigt. Hierzu müssen lediglich ein paar Schutzkleber entfernt, ein geeigneter Standort mit Steckdose in Reichweite ausgesucht werden, der Staubbeutel eingelegt, der Wassertank mit Frischwasser befüllt und die Reinigungslösung in den separaten Tank eingefüllt werden. Danach kann es eigentlich schon mit dem nächsten Schritt losgehen: Der Einrichtung der App.

Die App-Einrichtung ist gewohnt einfach: Die kostenlose Roborock-App aus dem Apple App Store oder Google Play Store herunterladen und anschliessend den einzelnen Schritten in der App folgen. Da die einzelnen Schritte klar verständlich sind, ist die Ersteinrichtung innerhalb kürzester Zeit auch schon abgeschlossen. Ist der Saugroboter mal in der App hinterlegt, empfiehlt es sich, eine Kartierung der Räumlichkeiten zu starten.
Die Kartierung verläuft gefühlt schneller als noch beim Saros 20R, der dafür etwas mehr Zeit benötigte. Das Resultat der Kartierung ist aber identisch: Die automatische Raumererkennung teilt die Räume auf Anhieb grösstenteils korrekt ein. Natürlich lassen sich die Räume nachträglich umbennen und bearbeiten. So lassen sich etwa virtuelle Sperrbereiche und Schwellen sowie die Art der Oberfläche (Teppich, Fliesen, usw.) definieren.

Dank seiner umfangreichen Sensorik erkennt der Saros 20 Sonic selbst, ob er gerade einen Teppich oder etwa Fliesen reinigt. Wird ein Teppich erkannt, lässt der Saugroboter das Wischpad gleich in der Reinigungsstation zurück. Innerhalb der durchdachten und selbsterklärenden App lassen sich individuelle Reinigungsroutinen je Raum definieren. Will man etwa, dass die Küche etwas gründlicher gereinigt wird, lässt sich das direkt in der App hinterlegen.
Generell erleichtert Roborock den Start mit der gelungenen App. Sie bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, die alle klar und einfach verständlich sind.

Design und Ausstattung
Im Gegensatz zum Saros 20R verwendet Roborock beim Saros 20 Sonic wieder einen LiDAR-Turm. Damit der Saugroboter aber auch unter tiefe Möbel fahren kann, fährt der Turm automatisch ein. Mit eingefahrenem Turm reduziert sich die Höhe auf unter 8 cm. Das kann ein entscheidender Vorteil sein. Bei uns zu Hause konnten etwas höhere Saugroboter beispielsweise nicht unter unserem Sideboard reinigen. Der Saros 20 Sonic hatte damit hingegen keine Probleme.
Auch mit eingefahrenem LiDAR-Sensor navigierte der Saros 20 Sonic mit einer hohen Präzision. Die gesamte Navigation wird durch die Reactive AI 3.0 Hinderniserkennung unterstützt. Sie setzt sich unter anderem aus einer dreifach strukturierten Lichttechnologie und einer RGB-Kamera zusammen. Dadurch kann der Saros 20 Sonic mehr als 300 Objekttypen erkennen und entsprechend reagieren. So werden etwa Kabel und anderweitige Hindernisse bei der Reinigung vermieden.

Vertikale Hindernisse bereiten dem Saros 20 Sonic keine grossen Probleme. Dank des AdaptiLift Chassis 3.0 kann er auch Schwellen bis zu einer kombinierten Höhe von 8,8 cm überwinden. Der Vorgang sieht in der Praxis jeweils etwas abenteuerlich aus, aber letztlich hat er im Test die Schwellen gemeistert.
Reinigungsstation
Im Vergleich zur Reinigungsstation des Dreame X50 Ultra Complete wird der Saros 20 Sonic mit einer vergleichsweise kompakten Station ausgeliefert. Mit dieser Station minimiert Roborock den manuellen Reinigungsaufwand auf ein Minimum. Die Station bietet eine automatische Reinigung der Wischplatte mit bis zu 100 °C heissem Wasser. Anschliessend folgt eine Trocknungsphase mit 55 °C warmer Luft. Dabei wird nicht nur die Wischplatte, sondern der gesamte interne Staubweg inklusive Staubbeutel und Absaugkanäle getrocknet.

Das System wird durch einen automatischen Reinigungsmittelspender, eine automatische Staubentleerung sowie eine Schnellladefunktion für den Saugroboter ergänzt. Im Test hat die Reinigungsstation die Wischplatte jeweils sehr gut gereinigt. Rückstände wie Fett waren nach der Reinigung jedenfalls nicht mehr zu sehen.
Saugleistung
Im Vergleich zum Saros 10R hat Roborock die Saugleistung des Saros 20 Sonic deutlich verbessert. Mit bis zu 36.000 Pa saugt der neue HyperForce-Digitalmotor den Schmutz ein. Hinzu kommt eine Dual-Anti-Tangle-Bürste, die speziell für Haushalte mit Haustieren und langen Haaren entwickelt wurde. Zudem verfügt der Roboter über eine seitlich ausfahrbare Seitenbürste, die den Schmutz aus Ecken und entlang von Sockelleisten entfernen soll.

Dank seiner zahlreichen Sensoren kann der Saugroboter erhöhten Schmutz automatisch erkennen und die Saugleistung an diesen Stellen erhöhen. In Kombination mit den Seiten- und Bodenbürsten hat der Saros 20 Sonic den Schmutz auf unserem Parkett und den Fliesen sehr zufriedenstellend aufgesaugt. Erfreulich ist auch, dass sich die langen Haare unseres Hundes (Cavalier King Charles Spaniel) nicht verhedderten, sondern ebenfalls gereinigt wurden.
Die Saugleistung auf Teppichen ist insgesamt gut. Etwas Mühe bereitete ihm jedoch unser Hochflor-Teppich. Lange Haare und Tierhaare konnten trotz der hohen Saugleistung nicht vollständig beseitigt werden. Das ist jedoch nicht wirklich überraschend, da selbst Staubsauger mit höherer Saugleistung mit Hochflor-Teppichen und langen Haaren Probleme haben.
Wischleistung
Im Gegensatz zum Saros 10R verwendet Roborock beim Saros 20 Sonic eine vibrierende Wischplatte. Einen Kritikpunkt des Vorgängermodells hat Roborock behoben. Die Wischplatte kann nun auch seitlich ausfahren, sodass entlang von Sockelleisten feucht gereinigt wird. Das VibraRise 5.0 Wischsystem schwingt mit bis zu 4000 sonische Schwingungen pro Minute. Gegenüber dem Vorgänger wurde auch der Anpressdruck um das 1,75-Fache erhöht.

Die Wischleistung der Vibrationsplatte hat sich im Test als sehr gut herausgestellt. Selbst eingetrocknete Fettflecken wurden problemlos beseitigt. Da der Saros 20 Sonic nur über eine grosse Wischplatte verfügt, werden die bei Mehrpad-Systemen üblichen Wasserlücken vermieden. Der Wasserfluss und auch die Vibrationsintensität kann über die Roborock-App individuell an den Raum angepasst werden.
Akku
Der Saros 20 Sonic verfügt über einen 6400-mAh-Akku. In unserem Test kümmerte sich der Saugroboter um eine Fläche von ca. 50 Quadratmeter. Für die Reinigung dafür benötigte der Roborock Saros 20 Sonic ungefähr 1 Stunde und 15 Minuten. Dabei wurde ca. 50 Prozent seiner Akkukapazität aufgebraucht. Insgesamt ist das ein guter Wert.

Das Testfazit zum Roborock Saros 20 Sonic
Der Roborock Saros 20 Sonic präsentiert sich im Test als leistungsstarker und durchdachter High-End-Saugroboter, der vor allem mit seiner innovativen Wischtechnologie überzeugt. Das VibraRise-5.0-System sorgt in der Praxis tatsächlich für eine sehr gründliche Nassreinigung und hebt sich spürbar von klassischen Wischlösungen ab. Auch die Saugleistung auf Hartböden ist auf hohem Niveau, selbst Tierhaare stellen kaum ein Problem dar.
Stärken zeigt das Gerät zudem bei Navigation, Hinderniserkennung und App-Bedienung – alles funktioniert zuverlässig und benutzerfreundlich. Die kompakte, aber leistungsfähige Reinigungsstation reduziert den Wartungsaufwand deutlich und arbeitet effektiv.
Kritik gibt es vor allem beim spärlichen Lieferumfang sowie bei der nur soliden Leistung auf Hochflor-Teppichen. Auch dass Ersatzteile nicht direkt beiliegen, wirkt in dieser Preisklasse etwas knauserig.
Unterm Strich ist der Saros 20 Sonic ein technisch ausgereifter Saugroboter mit klaren Stärken beim Wischen und einer insgesamt sehr guten Reinigungsleistung. Wer Wert auf eine starke Kombination aus Saugen und Wischen legt und mit kleinen Abstrichen leben kann, bekommt hier ein überzeugendes Gesamtpaket.
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