Michael Crichton hat die Romane zu zahlreichen erfolgreichen Kinofilmen geschrieben
Michael Crichton hat die Romane zu zahlreichen erfolgreichen Kinofilmen geschrieben. (Bild: Cover / Blackstone Publishing)
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Michael Crichton: Unbekannter Roman des «Jurassic Park»-Autors kommt heraus

Chris Bucher
Chris Bucher

Der amerikanische Bestseller-Autor Michael Crichton hat zahlreiche weltbekannte Romane veröffentlicht – und viele davon wurden fürs Kino umgesetzt. Darunter «Jurassic Park», «Sphere», «Congo», «Timeline» und «The Andromeda Strain».

Dazu hat er mit «Emergency Room» eine der bekanntesten TV-Serien der Fernsehgeschichte geschrieben. Tatsächlich war Crichton in seinen Anfangsjahren unter dem Pseudonym John Lange als Autor aktiv und hat in dieser Zeit kurze, temporeiche Thriller verfasst.

Neues Buch eines verstorbenen Autors

Und mit «A Murder in Hollywood» ist ein ebensolcher John Lange-Thriller bei «Blackstone Publishing» erstmals erschienen. Soweit, nichts ungewöhnliches. Nur: Michael Crichton starb viel zu früh im Jahr 2008 im Alter von 66 Jahren.

Trotzdem erschienen in den vergangenen Jahren immer wieder Bücher des Autors. Etwa das Piraten-Abenteuer «Pirate Latitudes», der geistige «Jurassic Park»-Vorgänger «Dragon Teeth» und jüngst der Vulkan-Thriller «Eruption», dessen Manuskript Crichtons Witwe Sherri Crichton von Bestseller-Vielschreiber James Patterson hat fertigschreiben lassen.

«A Murder in Hollywood» ist ein weiteres Manuskript, das zwar schon 1973 geschrieben, aber nie publiziert wurde. Bis jetzt.

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Darum geht's im Buch

Die Story spielt mitten im schillernden, aber ziemlich kaputten Hollywood der 70er. Ein Drehbuchautor wird tot in der Badewanne gefunden – und plötzlich steht die Produktion eines Western-Blockbusters auf der Kippe. Während ein PR-Mann versucht, das Chaos zu managen, beginnt ein Ermittler, sich durch ein Geflecht aus Lügen, Drogen und Geheimnissen zu arbeiten.

Der Roman ist bislang nur auf Englisch als Hardcover, Audiobuch und eBook erschienen. Vielleicht kommt es zu einem späteren Zeitpunkt dann aber doch noch zu einer Übersetzung. Immerhin prangt auf dem Cover der publikums- (und kassen-) wirksame Name Michael Crichton. Das Pseudonym ist quasi nur im Kleingedruckten abgebildet.

Laut Verlag wurde das Buch kaum überarbeitet. Heisst: Was wir hier lesen, ist ziemlich nah am Original von 1973. Das macht den Roman weniger zu einem «neuen Crichton» – sondern eher zu einem literarischen Fundstück.

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Meinung:

Ich bin ein grosser Crichton-Fan. Viele seiner Romane bilden für mich die perfekte Mischung aus Thriller, Wissenschaft und plausibler Technologie. Wie wandelbar er zwischen den Genres hin und her wechselte, finde ich ebenfalls bemerkenswert.

Allerdings halte ich posthum veröffentlichte Werke für ein zweischneidiges Schwert. Einerseits spannend für Fans, andererseits stellt sich die Frage: Wurde das Buch damals aus gutem Grund nicht veröffentlicht? Entweder, weil es die Verlage nicht wollten oder der Autor selbst nicht vollends überzeugt war von seinem Werk?

Da ich selbst als Autor tätig bin, kann ich in Teilen nachvollziehen, dass gewisse Geschichten nicht ganz so gut herauskommen, wie ich mir das gewünscht habe – egal, wie oft ich sie überarbeite. Und das sind dann auch Werke, die ich nicht an die Öffentlichkeit bringen will.

Dass nun Stück für Stück unveröffentlichte Manuskripte in verschiedenen Stadien der Fertigstellung ohne das OK des Autors publiziert werden, finde ich ehrlich gesagt etwas problematisch. Und wirkt auf mich eher wie der Versuch, mit einem bekannten Namen noch etwas Geld zu machen.