Volkswagen wird in den kommenden Monaten den Nachfolger des ID.4 vorstellen, der gleichzeitig auch das Erbe des ID.5 antreten wird. Denn einen direkten Nachfolger des ID.5 plant VW nicht. Auch wenn der neue Name noch nicht offiziell bestätigt wurde, deutet inzwischen vieles darauf hin, dass der ID.4-Nachfolger als ID. Tiguan auf den Markt kommen wird. Dafür sprechen nicht nur frühere Hinweise von VW, sondern inzwischen auch erste Videos von Medienvertretern, die das neue Modell bereits stark getarnt probefahren durften.
Den entscheidenden Hinweis könnte das Kennzeichen der Pressefahrzeuge liefern, das eigentlich kaum noch Raum für Spekulationen offen lässt. Auf dem Kennzeichen ist die Kombination «TI» zu erkennen. Das könnte ein weiterer deutlicher Hinweis darauf sein, dass der Nachfolger des ID.4 tatsächlich als ID. Tiguan auf den Markt kommen wird. Jedenfalls wäre es ein sehr grosser Zufall, wenn «TI» auf dem Kennzeichen der Pressefahrzeuge tatsächlich nichts mit dem Namen Tiguan zu tun hätte.
VW ID. Tiguan weiterhin mit 400-Volt-Architektur
Von Motoreport wurde auf YouTube nun ein spannendes Video veröffentlicht, das einen guten ersten Blick auf das neue Modell gewährt. Neben ersten Eindrücken vom Exterieur sind darin auch der Kofferraum und der Innenraum zu sehen. Letzterer ist zwar noch stark getarnt, dennoch lässt sich bereits erkennen, dass Volkswagen beim ID. Tiguan auf das neue Infotainmentsystem auf Basis von Android Automotive setzt. Zudem gibts auch das neue Lenkrad mit physischen Tasten, das VW bereits beim ID. Polo eingeführt hat.
Enttäuschend fällt hingegen das Kofferraumvolumen aus. Eigentlich können Elektroautos beim Platzangebot punkten, beim Nachfolger des ID.4 scheint dies jedoch nur eingeschränkt der Fall zu sein. Selbst der Verbrenner-Tiguan dürfte voraussichtlich mehr Stauraum bieten, was auch schon bei der aktuellen ID.4-Generation der Fall war. Ein möglicher Grund dafür ist die MEB+-Plattform, die technisch etwas in die Jahre gekommen ist.
Das zeigt sich auch bei der Architektur: Volkswagen setzt weiterhin auf 400-Volt-Technik. Damit dürfte auch die Ladeleistung begrenzt sein. Voraussichtlich wird der ID. Tiguan mit maximal rund 175 kW laden können. Das ist in der heutigen Zeit einfach nicht mehr wirklich konkurrenzfähig – insbesondere nicht gegenüber der chinesischen Konkurrenz, die mit geballter Ladetechnologie in Europa aufschlägt.
Bei der Optik kann der ID. Tiguan hingegen überzeugen. VW verzichtet auf die bisherigen Design-Spielereien der ID.-Modelle und setzt stattdessen wieder auf eine deutlich klassischere und vertrautere VW-Designsprache.