Vor gut viereinhalb Jahren präsentierte Volkswagen unter grosser Aufmerksamkeit mit dem ID. Buzz die vollelektrische Neuinterpretation des legendären Bulli. An die hohen Erwartungen konnte das Modell bislang jedoch nur bedingt anknüpfen. Am Design dürfte der mässige Erfolg kaum liegen, denn das kam durchaus gut an. Als grössere Hürden erwiesen sich vielmehr der hohe Preis und die technischen Einschränkungen der MEB-Plattform.
Obwohl die Verkaufszahlen bislang hinter den Erwartungen zurückbleiben, hält Volkswagen offensichtlich am ID. Buzz fest. Das bestätigte Markenchef Thomas Schäfer im Gespräch mit Auto Express. Die nächste Generation soll auf der neuen SSP-Plattform basieren, mit der Volkswagen die 800-Volt-Architektur erstmals auch in Modellen für eine breitere Käuferschicht einsetzen möchte.

Neue SSP-Plattform soll Elektroautos günstiger machen
Dank der hochskalierbaren SSP-Plattform sollen Elektroautos für Volkswagen künftig günstiger in der Produktion werden. Ob der Konzern diese Kostenvorteile tatsächlich an die Kundinnen und Kunden weitergibt, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Klar ist jedoch, dass Volkswagen nicht mehr ewig an der technisch zunehmend überholten MEB-Plattform festhalten kann. Zahlreiche Konkurrenten bieten bereits heute deutlich modernere Technik.
Bis zum Start der SSP-Plattform dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Jüngsten Berichten zufolge hat Volkswagen den Zeitplan erneut nach hinten verschoben. So soll der Audi A4 e-tron frühestens im März 2029 in Produktion gehen, nachdem ursprünglich ein Produktionsstart im Jahr 2028 vorgesehen war. Diese Verzögerung hat wiederum Folgen für geplante Modelle, darunter den ID. Golf und die nächste Generation des ID. Buzz.
Neuer ID. Buzz lässt wohl bis 2030 auf sich warten
Der ID. Golf wird inzwischen nicht vor 2029 erwartet. Die zweite Generation des ID. Buzz auf Basis der SSP-Plattform dürfte mit grosser Wahrscheinlichkeit sogar erst ab 2030 auf den Markt kommen. Bis dahin soll die aktuelle Generation mit weiteren Upgrades frisch gehalten werden. Welche Verbesserungen konkret geplant sind, wollte Volkswagen-Markenchef Thomas Schäfer allerdings noch nicht verraten.

Abschied vom Retro-Design? VW-Chef lässt aufhorchen
Mit einer anderen Aussage sorgte Schäfer hingegen für Aufsehen. Der aktuelle ID. Buzz orientiert sich optisch klar am ikonischen Hippie-Bus. Doch laut dem Volkswagen-Markenchef könne man sich an solchen Retro-Designs irgendwann sattsehen und müsse dann einen neuen Weg einschlagen. Es ist daher durchaus denkbar, dass die zweite Generation des ID. Buzz eine völlig neue Designsprache erhält und optisch kaum noch an das historische Vorbild erinnert.
Andere Hersteller feiern mit ihren elektrischen Retro-Modellen inzwischen grosse Erfolge. Renault trifft etwa mit dem R5 und dem neuen Twingo offensichtlich den Nerv der Kundschaft. Auch das Citroën 2CV Concept, das die ikonische «Ente» neu interpretiert, sorgte auf dem diesjährigen Pariser Autosalon für einen regelrechten Ansturm auf den Messestand der französischen Marke. Sollte Volkswagen beim nächsten ID. Buzz tatsächlich eine völlig neue Designsprache wählen, wäre ein solcher Kurswechsel daher mit gewissen Risiken verbunden.