Wer zu lange inaktiv bleibt, könnte sein PlayStation-Konto verlieren.
Wer zu lange inaktiv bleibt, könnte sein PlayStation-Konto verlieren. (Bild: Roberto Vincenzo Minasi / Unsplash)
News Gaming Sony PlayStation

Sony löscht dein PSN-Konto nach drei Jahren

Chris Bucher
Chris Bucher

Die negativen Schlagzeilen um Sony reissen nicht ab. Gab das Unternehmen jüngst bekannt, ab 2028 die physische Produktion von Games einzustellen, kommt jetzt der nächste Hammer. Auch wenn Sony dafür eigentlich nichts kann.

Denn bereits im April hat Sony PlayStation seine Nutzungsbedingungen angepasst. Eine signifikante Änderung tritt aber erst jetzt ins Rampenlicht – ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt. Doch worum geht's?

Eine Klausel in den europäischen Nutzungsbedingungen von Sony erlaubt es dem Unternehmen, inaktive PSN-Konten nach drei Jahren zu schliessen – inklusive aller digitalen Käufe.

Nach drei Jahren kann Sony aktiv werden

Laut den aktuellen PlayStation-Nutzungsbedingungen (bei Punkt 21) kann Sony ein Verfahren zur Kontoschliessung einleiten, wenn ein Konto während mindestens 36 Monaten nicht genutzt wurde. Betroffene erhalten zunächst eine E-Mail und haben anschliessend sechs Monate Zeit, sich einzuloggen oder die Weiterführung des Kontos zu verlangen. Erst danach kann das Konto endgültig geschlossen werden. Eine Wiederherstellung ist laut Sony nicht möglich.

Wobei die Betonung auf das Wörtchen «kann» durchaus relevant ist. Eine Schliessung «muss» demnach nicht zwingend erfolgen.

Tatsächlich führt Sony diese Regel aus Lust und Spass ein, sondern, um europäischen Gesetzen zu folgen. Eine Regelung des Datenschutzes zwingt Unternehmung zur Löschung von Nutzerdaten nach einer bestimmten Zeit der Inaktivität.

Die eigentliche Diskussion betrifft digitales Eigentum

Eine Löschung des Accounts würde auch bedeuten, dass Spieler ihren Zugriff auf gekaufte Spiele verlieren. Ergo: Alles futsch.

Gerade jetzt trifft das Thema einen empfindlichen Nerv. In der Gaming-Community wird seit Wochen intensiv darüber diskutiert, welche Rolle physische Datenträger künftig noch spielen werden. Und welche Rechte Nutzerinnen und Nutzer, wenn sie sich ein Spiel kaufen.

Denn der Kauf digitaler Produkte bedeutet nicht zwangsweise auch Besitz. Bei Games – und Filmen – kauft man meistens nur eine Nutzungslizenz für das Produkt – und die kann eben auch entzogen werden.

Die Möglichkeit, dass ein Account und damit eine gesamte digitale Bibliothek theoretisch verloren gehen könnten, liefert Kritikerinnen und Kritikern zusätzliche Argumente.

Was bedeutet das für Spielerinnen und Spieler?

Für die meisten Nutzerinnen und Nutzer dürfte die Gefahr überschaubar bleiben. Wer sich alle paar Jahre einmal im PlayStation Network anmeldet und eine aktuelle E-Mail-Adresse hinterlegt hat, muss kaum mit Problemen rechnen. Ungeil ist es trotzdem.