Bei Volkswagen läuft es derzeit nicht wie gewollt – und das nicht erst seit gestern. Der deutsche Autokonzern prüft deshalb offenbar zahlreiche Optionen und schreckt dabei wohl auch vor der Trennung von einer Marke aus dem eigenen Konzern nicht zurück. Das will zumindest die deutsche WirtschaftsWoche (WiWo) erfahren haben, die sich dabei auf ein internes Dokument beruft.
Der Name der Marke? Es soll sich um den spanischen Autobauer Seat handeln. Damit könnte schon bald das Ende einer rund 40-jährigen Ära innerhalb des Volkswagen-Konzerns bevorstehen. Bestätigt ist dies bislang allerdings noch nicht. Die Zeichen deuten jedoch darauf hin, dass bei Seat tatsächlich grosse Veränderungen bevorstehen könnten.
Deshalb wäre das Ende von Seat keine Überraschung
Überraschend käme das mögliche Ende von Seat jedenfalls nicht. Seat ist die einzige Marke innerhalb des Volkswagen-Konzerns, die bislang kein Elektroauto im eigenen Portfolio führt. Stattdessen hat sich Volkswagen zuletzt klar auf Cupra konzentriert. Die Marke ist einst aus Seat hervorgegangen und stand ursprünglich für die sportlichen Performance-Modelle des spanischen Autobauers.
Okay, ganz ohne Elektroauto war auch Seat in den vergangenen Jahren nicht. Vor rund sechs Jahren hatte die spanische Marke mit dem Mii Electric bereits einen kleinen Stromer im Angebot. Ein aktuelles Elektroauto auf Basis der MEB-Plattform fehlt bei Seat allerdings bis heute. Ganz anders sieht es bei Cupra aus: Die Marke führt mit dem Cupra Born, dem Cupra Raval und dem Cupra Tavascan inzwischen gleich drei Elektroautos im Sortiment.
Und im Gegensatz zu Seat stimmen bei Cupra auch die Absatzzahlen. Zuletzt vermeldete Cupra etwa eine überraschend hohe Nachfrage nach dem neuen Kompakt-Stromer Cupra Raval, der die Erwartungen des Herstellers deutlich übertreffen soll. Ganz anders sieht es bei Seat aus: Die aktuellen Verkaufszahlen sprechen nicht unbedingt für eine Weiterführung der Marke. Allerdings dürfte das auch mit dem derzeit wenig attraktiven Modellportfolio zusammenhängen.
VW-Konzern hat zu viele Marken, die miteinander konkurrieren
Das grundlegende Problem des VW-Konzerns: Es gibt schlicht zu viele Marken, die sich innerhalb des Konzerns teilweise zu stark gegenseitig Konkurrenz machen. Seat muss sich beispielsweise gegen Skoda behaupten – und bei Skoda läuft es derzeit deutlich besser. Vor diesem Hintergrund wäre es durchaus nachvollziehbar, wenn sich Volkswagen tatsächlich gegen eine Zukunft von Seat entscheiden sollte.
Schade wäre es trotzdem. Seat war für mich persönlich bis vor wenigen Jahren noch eine spannende Marke.