Der Polestar 4 SUV hinterlässt einen soliden Eindruck bei den Testern.
Der Polestar 4 SUV hinterlässt einen soliden Eindruck bei den Testern | Bild: Polestar
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Polestar 4 SUV: Was die ersten Tester loben – und was sie stört

Erste Tests zum Polestar 4 SUV: Mehr Platz, eine Heckscheibe und ein überzeugender Innenraum. Bei Bedienung und Ladetechnik gibt es jedoch Kritik.

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Im April 2023 stellte Polestar mit dem Polestar 4 ein aussergewöhnliches Elektro-Coupé vor. Für Gesprächsstoff sorgte vor allem der bewusste Verzicht auf eine Heckscheibe. In diesem Jahr folgte mit dem Polestar 4 SUV eine neue Variante, die das Konzept als klassisches Elektro-SUV aufgreift. Inzwischen konnten die ersten Medien das Modell testen. Höchste Zeit also, einen Blick auf ihre Eindrücke zu werfen.

SUV-Version bietet mehr Platz und eine Heckscheibe

Wenig überraschend bescheinigen die ersten Tester, darunter jene von Autocar, Auto Express und Auto Bild, der SUV-Version ein besseres Platzangebot. Positiv hervorgehoben wird insbesondere der spürbar grössere Kofferraum mit 530 Liter Volumen, der dank der Heckklappe auch leichter zugänglich ist. Bei umgeklappter Rückbank fasst er bis zu 1665 Liter. Auch im Fond profitieren grössere Mitfahrende von mehr Kopffreiheit.

Das Interieur kommt bei den Testern insgesamt gut an. Wer besonderen Wert auf hochwertige Materialien legt, kann gegen Aufpreis Bridge-of-Weir-Leder wählen. Lob erhalten auch das grosse Panoramadach und das Android-basierte Infotainmentsystem. Positiv hervorgehoben wird zudem der KI-Assistent Gemini, der eine natürlichere und flexiblere Sprachbedienung ermöglichen soll als der bisherige Google Assistant.

Der Polestar 4 SUV.
Bild: Polestar

Kritik gibt es hingegen an der geringen Zahl physischer Tasten. Viele der Funktionen lassen sich nur über das grosse Touchscreen erreichen. Etwas, das wir von chinesischen Herstellern bereits länger kennen. Der Tester von Auto Express bemängelt zudem die glänzenden Tasten am Lenkrad. Sie wirken weniger hochwertig als das übrige Interieur und passen deshalb nicht ganz zum ansonsten wertigen Gesamteindruck.

Auch wenn mich die fehlende Heckscheibe im Polestar 4 Coupé nach kurzer Eingewöhnung kaum noch gestört hat, sehen die Tester in der klassischen Heckscheibe der SUV-Version einen Mehrwert. Apropos Scheibe: Der ruhige Innenraum wird in einigen Tests ebenfalls positiv hervorgehoben.

Besseres Fahrwerk in der SUV-Version?

Spannend sind die Meinungen zum Fahrwerk. Etwas, das ein subjektives Empfinden des Testers darstellt. Getestet wurde das Modell mit Allradantrieb und Performance-Paket mit 22-Zoll-Reifen. Gelobt wird von den Testern bei Auto Express das verbesserte Ansprechverhalten des Fahrwerks und die präzise Lenkung. Auch auf der Rennstrecke kann der SUV mit dem Coupé mithalten.

In schnellen, engen Kurven ist das relativ hohe Gewicht des SUVs jedoch weiterhin spürbar. Dennoch überzeugt der Polestar 4 SUV in der leistungsstärksten Variante mit einer Leistung von 400 kW (544 PS). Damit beschleunigt das Topmodell in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Verzicht auf 800-Volt rächt sich an Schnellladestation

Unverständlicherweise verzichtet Polestar beim SUV auf eine 800-Volt-Architektur. Klar, auch das Coupé wird nur mit 400-Volt angeboten, dennoch hätte ich mir bei einem erst diesen Sommer vorgestellten Modell eine aktuellere Plattform gewünscht. Immerhin kann der Polestar 4 SUV an der Schnellladestation mit bis zu 200 kW geladen werden. Der Ladehub von 10 auf 80 Prozent dauert dennoch ungefähr 30 Minuten.

Bei Autocar wird die Effizienz und die starke Rekuperation des Polestar 4 SUV geschätzt. Die Variante mit Heckantrieb kommt auf bis zu 630 Kilometer nach WLTP-Norm und die Alldradvariante auf bis zu 600 Kilometer.

Polestar 4 SUV: Solider Auftritt in den ersten Tests

Insgesamt hinterlässt der Polestar 4 SUV in den ersten Tests einen überzeugenden Eindruck. Das grössere Platzangebot, der hochwertige Innenraum und die gelungenen Fahreigenschaften kommen bei den Testern gut an. Kritikpunkte wie die teils umständliche Touchscreen-Bedienung und die eher durchschnittliche Schnellladezeit bleiben zwar bestehen, trüben das positive Gesamtbild aber nur bedingt.

Wer sich den Polestar 4 mit mehr Alltagstauglichkeit und einer klassischen Heckscheibe gewünscht hat, bekommt hier offenbar ein stimmiges Gesamtpaket.

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