Der Omoda 4 feierte auf dem Pariser Autosalon seine Europapremiere.
Der Omoda 4 feierte auf dem Pariser Autosalon seine Europapremiere | Bild: Omoda
News Omoda Elektroauto

Omoda 4 erinnert an den Lamborghini Urus – die Technik fällt nüchterner aus

Der Omoda 4 fällt mit sportlichem Design auf, lädt aber nur mit bis zu 120 kW. Preis und Verfügbarkeit zum Schweizer Markenstart sind noch offen.

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Chery hat diese Woche mit vier SUV-Modellen seine Schweizer Premiere gefeiert. Zum chinesischen Konzern gehören weitere Marken, darunter iCAUR, Jaecoo und Omoda. Während iCAUR hierzulande bereits gestartet ist, sollen Jaecoo und Omoda noch in diesem Jahr folgen. Einen Ausblick auf das kommende Modellangebot gab Omoda auf dem Pariser Autosalon. Dort feierte die Marke mit dem neuen Omoda 4 und dem Omoda 5 gleich zwei Europapremieren.

Für Aufsehen sorgte insbesondere der neue Omoda 4 mit seiner sportlich gezeichneten Karosserie. Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Lamborghini Urus ist dabei nicht von der Hand zu weisen. Die Gemeinsamkeiten beschränken sich allerdings maximal auf die Optik: Leistungstechnisch kann der Elektro-Crossover mit seinem vermeintlichen Vorbild nicht mithalten.

Sportliche Optik trifft auf wenig Leistung

Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert der Omoda 4 in 7,9 Sekunden und bleibt damit knapp unter der Acht-Sekunden-Marke. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 170 km/h begrenzt. Die Fahrleistungen fallen damit weniger sportlich aus, als es die Optik vermuten lässt. Mit maximal 160 kW (218 PS) ist der Elektro-Crossover im Alltag aber ausreichend kräftig motorisiert.

Die maximale DC-Ladeleistung von 120 kW fällt grad so knapp durchschnittlich aus. Für das Laden von 30 auf 80 Prozent benötigt der Elektro-Crossover laut Hersteller 22 Minuten. Zu beachten ist dabei, dass Omoda nicht den sonst üblichen Ladebereich von 10 auf 80 Prozent angibt. Die Ladezeit lässt sich deshalb nur bedingt mit den Angaben anderer Hersteller vergleichen. Bei der Reichweite stellt Omoda bis zu 465 Kilometer in Aussicht.

Im Cockpit bietet der Omoda 4 ein 8,8 Zoll grosses digitales Kombiinstrument und einen vertikal angeordneten 13,2-Zoll-Touchscreen. Ungewöhnlich ist der Start-Stopp-Knopf unter einer roten Schutzkappe. Ein solches Detail kennen wir eher von Supersportwagen – eine Fahrzeugklasse, zu der der Omoda 4 trotz seiner Optik mit der gebotenen Leistung nun wirklich nicht gehört.

Einschätzung zum Omoda 4

Der Omoda 4 hebt sich mit seiner sportlichen Karosserie zweifellos von vielen anderen Elektro-SUV ab. Ob das Design mit seinen Anleihen beim Lamborghini Urus allen gefällt, steht auf einem anderen Blatt. Für eine neue Marke, die hierzulande Fuss fassen möchte, ist ein auffälliger Auftritt aber sicher kein schlechter Ansatz. Die 160 kW passen zwar nicht ganz zur sportlichen Optik, dürften im Alltag jedoch locker ausreichen.

Mehr erhofft hätte ich mir von der Ladeleistung. Maximal 120 kW und 22 Minuten für den Ladebereich von lediglich 30 auf 80 Prozent sind heute etwas mager. Auf der Langstrecke dürften entsprechend längere Ladestopps nötig sein als bei manchem Konkurrenten. Auch die angekündigte Reichweite von 465 Kilometern muss sich erst noch bestätigen. Im Alltag könnte der Omoda 4 durchaus weniger weit kommen.

Entscheidend ist zunächst, ob Omoda den Elektro-Crossover bereits zum Schweizer Markenstart anbietet. Bestätigt ist das bislang ebenso wenig wie der Preis. Fällt dieser attraktiv aus, könnte der Omoda 4 trotz seiner Schwächen beim Laden eine interessante Alternative zu etablierten Modellen werden. Erste Tests bescheinigen ihm jedenfalls ein gutes Fahrverhalten – und auch das zählt.

Mehr zum Thema: