Der Chery Q in Beige auf dem Messestand am Pariser Autosalon, schräg von vorne.
Bild: Chery
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Chery Q: Chinas 7000-Franken-Stromer feiert Europapremiere – kommt er auch in die Schweiz?

Cherys erstes Elektroauto für Europa ist 4,19 Meter lang und in China spottbillig. Ob und wann es in die Schweiz kommt, ist eine andere Frage.

Pascal Scherrer
Pascal Scherrer

Chery ist in der Schweiz gerade erst angekommen – mit vier SUVs, die allesamt als Hybrid oder Plug-in-Hybrid fahren. Ein reines Elektroauto fehlt im Schweizer Programm bisher. Am Pariser Autosalon hat der chinesische Hersteller nun gezeigt, womit er diese Lücke in Europa füllen will: Der Chery Q ist das erste batterieelektrische Modell der Marke für den europäischen Markt, wie Chery in einer Medienmitteilung bestätigt. Erster Verkaufsmarkt ist Frankreich.

Mit 4,19 Metern Länge, 1,81 Metern Breite und 2,70 Metern Radstand spielt der Q in derselben Liga wie der Renault 5 oder der Leapmotor B03. Der Elektromotor an der Hinterachse leistet 89 kW (121 PS), die Batterie fasst 41 kWh. Chery nennt dazu eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern – allerdings nach dem veralteten NEFZ-Zyklus. Der realistischere WLTP-Wert steht noch aus und dürfte spürbar tiefer liegen, vermutlich irgendwo um 300 Kilometer.

Von 30 auf 80 Prozent soll die Batterie in knapp 17 Minuten laden. Praktisch: Der Q hat einen 375-Liter-Kofferraum und zusätzlich einen 70-Liter-Frunk unter der Fronthaube, dazu Vehicle-to-Load, um externe Geräte mit Strom zu versorgen.

Cockpit des Chery Q mit hellen Sitzen, zwei Bildschirmen und gelben Akzenten an den Lüftungsdüsen.
Innen setzt der Chery Q auf helle Farben und zwei Bildschirme. | Bild: Chery

In China kostet er so viel wie ein gutes E-Bike

Spannend wird es beim Preis. In China läuft das Auto als QQ3 EV und wurde dort Ende März lanciert – mit einem Vorverkaufspreis von 68'920 Yuan, zum Start gab es sogar einen Frühbucherpreis von 58'900 Yuan, wie «ArenaEV» berichtet. Umgerechnet sind das rund 7000 bis 8000 Franken. Für Europa nennt Chery noch keinen Preis. Dass er deutlich höher ausfallen wird, ist aber sicher: EU-Zölle auf chinesische Elektroautos, Homologation, Transport und Mehrwertsteuer kommen obendrauf. Realistisch ist ein Niveau um die 20'000 Franken – also dort, wo sich in der Schweiz bereits der Dacia Spring, der Geely E2 und der MG4 Urban tummeln.

Und die Schweiz?

Hier müssen wir ehrlich sein: Für die Schweiz gibt es zum Q bislang keine Zusage. Importeur Luxi Motors AG hat beim Marktstart klargemacht, dass hierzulande vorerst Hybride und Plug-in-Hybride im Zentrum stehen. Zehn Händler sind zum Start dabei, bis Ende 2028 sollen es 45 sein. Ein Blick nach Deutschland zeigt zudem, wie lange solche Rollouts dauern: Dort startet Chery erst in der ersten Jahreshälfte 2027 mit rund 30 Partnerbetrieben, und der Q folgt laut Hersteller erst «zu einem späteren Zeitpunkt». Vor 2027 dürfte der Elektro-Kleinwagen also kaum in einem Schweizer Showroom stehen – falls Luxi ihn überhaupt ins Programm nimmt.

Dass die Nachfrage da wäre, zeigt der Schweizer Markt gerade deutlich: Günstige Stromer unter 20'000 Franken sind das Segment, in dem im Moment am meisten passiert. Chery hat mit dem Q das passende Auto. Jetzt muss es nur noch den Weg über die Grenze finden.

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