Galaxy Z Fold 8 im Test: Samsung erfindet sein Foldable neu – und das überzeugt
Test Samsung Foldable

Galaxy Z Fold 8 im Test: Samsung erfindet sein Foldable neu – und das überzeugt

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Als Samsung vor mittlerweile sieben Jahren mit dem Galaxy Fold sein erstes Foldable auf den Markt brachte, war ich besonders gespannt darauf, das neue Konzept im Alltag zu testen. Wenn ich mir jedoch die Fotos von damals anschaue und sie mit den aktuellen Modellen vergleiche, wirkt das Ur-Fold wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Trotz zahlreicher Weiterentwicklungen blieb jedoch eines über die Jahre konstant: der grundlegende Formfaktor.

Samsung hat diesen in den vergangenen Generationen nur behutsam angepasst – bis jetzt. Denn in diesem Jahr hat Samsung nicht nur das Galaxy Z Fold 8 Ultra mit dem bisherigen Formfaktor präsentiert, sondern mit dem Galaxy Z Fold 8 erstmals auch einen deutlich veränderten Passport-Formfaktor eingeführt. Dabei setzt Samsung auf einen kürzeren und breiteren Formfaktor, der in seinen Abmessungen in etwa einem Reisepass entspricht.

Obwohl das Galaxy Z Fold 8 Ultra auf dem Papier die besseren Spezifikationen bietet, wollte ich unbedingt das Galaxy Z Fold 8 mit seinem neuen Formfaktor ausprobieren. Gesagt, getan: Samsung hat mir das neue Foldable freundlicherweise für vier Wochen zum Testen bereitgestellt. Kleiner Teaser vorweg: Meine Vorfreude auf das Galaxy Z Fold 8 war gross – und sie wurde nicht enttäuscht.

Design und Verarbeitung

Bereits beim Auspacken wird klar, dass Samsung mit dem Galaxy Z Fold 8 einen neuen Weg einschlägt. Im Vergleich zu allen Foldables, die ich bisher in den Händen hatte, fällt das Gerät deutlich kürzer, gleichzeitig aber etwas breiter aus. Das Resultat: Der neue Formfaktor hebt die Haptik auf ein neues Niveau. Noch nie hatte ich ein Foldable in der Hand, das sich derart angenehm bedienen lässt. Es klingt vielleicht überraschend, aber das Galaxy Z Fold 8 macht einfach so richtig Spass.

Galaxy Z Fold 8 (rechts) im Grössenvergleich mit Galaxy S26 Ultra (links) | Bild: vybe

Positiv fällt auf, dass sich das Gerät trotz des kürzeren Aussendisplays weiterhin sehr gut bedienen lässt. Dank der etwas breiteren Bauweise bietet die Tastatur genügend Platz, sodass sich Nachrichten und Texte komfortabel tippen lassen. Das ungewöhnliche Seitenverhältnis bringt allerdings auch einen Nachteil mit sich: Bei Inhalten im Hochformat, etwa YouTube Shorts oder TikTok-Videos, sind links und rechts schwarze Balken sichtbar. Doch daran gewöhnt man sich schnell.

Das Galaxy S Ultra (links) ist nicht viel dünner als das Galaxy Z Fold 8 (rechts) | Bild: vybe

Seine wahre Stärke zeigt das Galaxy Z Fold 8 beim aufgeklappten Innendisplay. Trotz der zusätzlichen Displayfläche bleibt das Gerät beeindruckend dünn (9,6 zugeklappt bzw. 4,5 mm aufgeklappt) und bringt mit 201 Gramm ein für ein Foldable sehr geringes Gewicht auf die Waage. Was die ansonsten hervorragende Haptik etwas trübt, ist der Kamerabuckel auf der Rückseite. Dieser sorgt dafür, dass das Gerät auf flachen Oberflächen nicht plan aufliegt und beim Bedienen auf dem Tisch wackelt.

Etwas unschön: Noch lange sind nicht alle Apps auf das Seitenverhältnis des Displays angepasst | Bild: vybe

Hinsichtlich der Verarbeitung spielt das Galaxy Z Fold 8 auf einem sehr hohen Niveau. Das Gerät wirkt ausgesprochen robust und vermittelt einen hochwertigen Eindruck. Positiv fällt zudem die matte Rückseite auf, auf der Fingerabdrücke praktisch nicht zu erkennen sind.

Display: Der Falz ist kaum erkennbar - doch wie lange?

Widmen wir uns nun etwas detaillierter den beiden Displays. Das Aussendisplay misst 5,5 Zoll, bietet eine Auflösung von 1972 × 1248 Pixeln und setzt auf das ungewöhnliche 16:10-Seitenformat. Wird das Galaxy Z Fold 8 aufgeklappt, kommt ein 7,6 Zoll grosses faltbares Hauptdisplay mit einer Auflösung von 1848 × 2448 Pixeln im 4:3-Format zum Vorschein. Beide Displays unterstützen eine adaptive Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz und erreichen eine Spitzenhelligkeit von bis zu 3000 Nits. Dadurch bleibt das Foldable auch bei direkter Sonneneinstrahlung problemlos ablesbar.

Der Falz ist nur bei sehr genauer Betrachtung sichtbar | Bild: vybe

Mit dem Galaxy Z Fold 8 führt Samsung die neue Flex-Titanium-Technologie ein, die das faltbare Smartphone robuster und langlebiger machen soll. Die Technologie kombiniert eine Titanlegierung mit einer überarbeiteten Titanplatte. Dadurch soll der sichtbare Falz im faltbaren Display reduziert werden. Gleichzeitig verbessert die Titanplatte die Druck- und Stossfestigkeit und soll auch nach zahlreichen Faltvorgängen für eine hohe Stabilität sorgen.

In der Theorie klingt das vielversprechend. Doch wie schlägt sich die Technologie im Alltag? Ist der Falz tatsächlich weniger stark ausgeprägt? Die Antwort lautet: Ja. Nach den ersten Wochen im Alltag ist die Falzbildung in der Mitte des faltbaren Displays tatsächlich kaum sichtbar. Spannend bleibt jedoch, wie gut sich die neue Technologie im Langzeittest bewähren wird. Da wir das Galaxy Z Fold 8 nach vier Wochen wieder zurückgeben mussten, können wir dazu keine abschliessende Aussage treffen.

Ausstattung und Leistung: Lässt kaum Wünsche offen

Leistungstechnisch steht das Galaxy Z Fold 8 dem Ultra-Modell in nichts nach. Auch die kompaktere Variante setzt auf den schnellen Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy von Qualcomm. Dabei handelt es sich um einen speziell für Samsung angepassten Chipsatz. In der Praxis überzeugt dieser mit einer beeindruckenden Performance und bietet auch bei anspruchsvollen Anwendungen wie grafikintensiven Games mehr als genügend Reserven. Allerdings zeigt sich bei anspruchsvollen Anwendungen auch eine kleine Schwäche: Das Foldable wird relativ schnell warm. Unangenehm heiss wird es zwar nicht, die erhöhte Temperatur ist jedoch deutlich spürbar.

Das Galaxy Z Fold 8 ist wahlweise mit 256 GB, 512 GB oder 1 TB internem Speicher erhältlich. Eine Erweiterung per microSD-Karte ist wenig überraschend nicht möglich. Die Varianten mit 256 und 512 GB Speicher verfügen über 12 GB RAM, während das Topmodell mit 1 TB Speicher sogar mit 16 GB RAM ausgestattet ist. So oder so stellt Multitasking für das Galaxy Z Fold 8 keine Herausforderung dar. Es lassen sich problemlos mehrere Apps gleichzeitig öffnen und parallel nutzen.

Hinsichtlich der Konnektivität lässt das Galaxy Z Fold 8 keine Wünsche offen. Neben dem aktuellen Wi-Fi-7-Standard und Bluetooth 6.0 sind auch NFC für kontaktloses Bezahlen sowie UWB (Ultra-Wideband) mit an Bord. Zudem ermöglicht Samsung die Nutzung von Dual-SIM über eine Kombination aus klassischer Nano-SIM und eSIM.

Kamera: Keine Telelinse verbaut

Bis hierhin hat mich das Galaxy Z Fold 8 sehr überzeugt. Mit dem verbauten Kamera-Setup bin ich hingegen nicht ganz restlos zufrieden. Das soll nicht heissen, dass die 50-Megapixel-Hauptkamera mit optischer Bildstabilisierung (OIS) und die 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera mit 120-Grad-Sichtfeld keinen guten Job machen. Was mir jedoch fehlt, ist eine echte Telelinse, die einen optischen Zoom ermöglicht.

Mir ist durchaus bewusst, dass Samsung bei diesen kompakten Abmessungen gewisse Kompromisse eingehen musste. Dennoch ist der Verzicht auf eine Telekamera bei einem Preis von über 1700 Franken zumindest ein Kritikpunkt. Es erinnert mich dabei etwas an die ultradünnen Smartphones, die insbesondere im vergangenen Jahr im Trend lagen. Auch dort wurde meiner Meinung nach an der falschen Stelle gespart.

Was die verbauten Kameras betrifft, die sind ganz okay. Bei guten Lichtverhältnissen liefern sowohl Haupt- als auch Ultraweitwinkelkamera über gute Ergebnisse. Kritischer müssen die Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen betrachtet werden. Hier zeigt sich, dass Samsung beim Galaxy Z Fold 8 nicht die besten Sensoren verbaut hat. Zwar kann der Hersteller dank einer gelungenen Software und dem Zusammenspiel mit KI noch einiges aus den Bildern herausholen, doch spätestens beim Hineinzoomen werden qualitative Schwächen sichtbar.

Software: Auf dem neuesten Stand mit Android 17

Softwareseitig gehört das Galaxy Z Fold 8 zu den ersten Samsung-Geräten, die direkt mit One UI 9 ausgeliefert werden. Die auf Android 17 basierende Benutzeroberfläche bietet zahlreiche KI-Funktionen und ist speziell auf die Möglichkeiten des faltbaren Displays zugeschnitten. Besonders gelungen sind die generative Bildbearbeitung und der Audio-Eraser. Mit wenigen Fingertipps lassen sich störende Objekte aus Fotos entfernen oder störende Hintergrundgeräusche aus Videos herausfiltern. Die direkt in die Galerie und den Video-Editor integrierten Funktionen liefern dabei erstaunlich zuverlässige Ergebnisse.

Volle Hütte an KI-Power beim Galaxy Z Fold 8 | Bild: vybe

Softwareseitig zeigt sich das Galaxy Z Fold 8 bestens auf seinen faltbaren Formfaktor abgestimmt. Die bewährte Fensterfunktion ermöglicht es, mehrere Apps gleichzeitig zu öffnen und nebeneinander zu verwenden – ein klarer Vorteil des grossen Innendisplays. Samsung erlaubt es, die App-Anordnung auf dem Aussen- und Innendisplay unabhängig voneinander anzupassen. Dadurch lässt sich die Darstellung auf beiden Displays besser an die jeweilige Nutzungssituation anpassen.

Erwähnenswert ist sicherlich die lange Update-Garantie von Samsung. Das Galaxy Z Fold 8 erhält während sieben Jahren grosse Android-Updates sowie Sicherheitspatches. Allerdings bedeutet dies nicht automatisch, dass auch sämtliche künftigen Funktionen auf dem Gerät verfügbar sein werden. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Hersteller bestimmte Features teilweise nicht auf ältere Modelle bringen, da diese laut eigener Aussage nicht mehr vollständig mit der vorhandenen Hardware kompatibel sind.

Akku und Laden: Reicht für einen ganzen Tag

Samsung setzt beim Galaxy Z Fold 8 erstmals auf die Silizium-Kohlenstoff-Akkutechnologie. Sowohl das Galaxy Z Fold 8 als auch das Ultra-Modell verfügen über einen Akku auf Basis dieser Technologie. Im Vergleich zu einigen chinesischen Herstellern hält sich Samsung bei der Kapazität allerdings noch etwas zurück. Im Galaxy Z Fold 8 kommt ein Akku mit einer Kapazität von insgesamt 4800 mAh zum Einsatz.

Die 4800 mAh reichen in meinem Alltag problemlos für einen ganzen Tag Nutzung aus. Dabei verwende ich allerdings hauptsächlich das kleinere Aussendisplay. Das faltbare Innendisplay kommt vor allem am Abend zum Einsatz, wenn ich darauf einen Film oder eine Serie anschaue. Letztlich hängt die effektive Akkulaufzeit immer vom eigenen Nutzungsverhalten ab. Wer hauptsächlich darauf spielt, wird folglich deutlich früher eine Steckdose aufsuchen müssen.

Immerhin dauert der Ladevorgang an der Steckdose nicht allzu lange. Das Galaxy Z Fold 8 unterstützt das Aufladen über den USB-C-Anschluss mit bis zu 45 Watt. Damit ist der Akku nach ca. 30 Minuten wieder auf etwas mehr als 60 Prozent aufgeladen. Kabelloses Laden wird mit maximal 15 Watt unterstützt. Die Qi2-Magnete fehlen wenig überraschend, da Samsung diese entgegen den Erwartungen selbst bei der Galaxy S26-Serie nicht integriert hat.

Das Testfazit zum Samsung Galaxy Z Fold 8

Mit dem Galaxy Z Fold 8 zeigt Samsung eindrucksvoll, dass faltbare Smartphones noch längst nicht ausgereizt sind. Während die bisherigen Fold-Generationen vor allem durch technische Verbesserungen und kleinere Optimierungen aufgefallen sind, bringt Samsung mit dem neuen Passport-Formfaktor endlich wieder eine spürbare Veränderung. Genau dieser neue Ansatz macht im Alltag einen enormen Unterschied: Das Galaxy Z Fold 8 liegt deutlich angenehmer in der Hand, lässt sich komfortabler bedienen und vermittelt trotz grossem Innendisplay weiterhin ein erstaunlich kompaktes Gefühl.

Besonders überzeugt haben mich die hochwertige Verarbeitung, die beiden hervorragenden Displays und die konsequente Optimierung der Software für den faltbaren Formfaktor. Das grosse Innenpanel eröffnet viele Möglichkeiten beim Multitasking und macht das Galaxy Z Fold 8 zu einem echten Produktivitätswerkzeug. Gleichzeitig sorgen der Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy, die lange Update-Garantie und die zahlreichen KI-Funktionen dafür, dass das Foldable auch langfristig bestens ausgestattet ist. Auch der kaum noch sichtbare Falz ist ein grosser Fortschritt – wobei erst ein Langzeittest zeigen muss, wie sich die neue Flex-Titanium-Technologie über mehrere Jahre hinweg bewährt.

Ganz perfekt ist das Galaxy Z Fold 8 allerdings nicht. Der fehlende optische Zoom ist angesichts des hohen Preises von über 1700 Franken ein nachvollziehbarer Kritikpunkt. Auch die Wärmeentwicklung bei anspruchsvollen Anwendungen und der Verzicht auf moderne Komfortfunktionen wie Qi2-Magnete trüben den ansonsten hervorragenden Gesamteindruck etwas. Trotzdem bleibt festzuhalten: Samsung hat mit dem Galaxy Z Fold 8 eines der besten und für mich spannendesten faltbaren Smartphones auf den Markt gebracht. Der neue Formfaktor macht im Alltag einen grösseren Unterschied, als es die technischen Daten vermuten lassen. Wer bereit ist, den hohen Preis zu bezahlen, erhält ein innovatives Premium-Smartphone, das zeigt, warum Foldables auch nach sieben Jahren noch eine spannende Zukunft vor sich haben.