Saugroboter mit Tastsinn, Mähroboter mit Greifarm: Mova zeigt die Zukunft
Mova ist auf der IFA mit einem grossen Stand vertreten | Bild: vybe
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Saugroboter mit Tastsinn, Mähroboter mit Greifarm: Mova zeigt die Zukunft

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Mova hat auf der diesjährigen IFA in Berlin ein regelrechtes Produktfeuerwerk gezündet und unter dem Motto «The AI MOVAment» gleich 22 Premieren sowie zahlreiche neue Technologien angekündigt. Nicht alle Produkte, die Mova im Rahmen der Pressekonferenz angekündigt hat, kommen allerdings auch gleich auf den Markt. Vielmehr zeigt der Hersteller bereits heute, was in den kommenden Monaten und Jahren auf uns zukommen könnte.

Der humanoide Roboterarm Knot 80 von Mova | Bild: vybe

Zu den spannendsten Entwicklungen gehören Saugroboter mit Tastsinn, Mähroboter mit Greifarm und vernetzte Poolroboter. Auch der als Knot 80 vorgestellte Roboterarm mit einer menschenähnlich nachgebildeten Hand und insgesamt 15 Gelenken hinterliess auf der IFA einen bleibenden Eindruck. Elf davon befinden sich in der Hand und lassen sich unabhängig voneinander bewegen. Berechtigt ist allerdings die Frage, wo bzw. in welchem Haushaltsgerät ein solcher Roboterarm künftig zum Einsatz kommen könnte.

Ja, auch Mähroboter mit Greifarm gibts bei Mova - noch als Konzept | Bild: vybe

Jetzt bekommen auch Mähroboter einen Greifarm

Bereits im vergangenen Jahr zeigten etliche Hersteller erste Saugroboter mit Greifarm. Damit sollen die Geräte während der Reinigung gleich auch noch für Ordnung sorgen – zumindest in der Theorie. Im Alltag funktionieren die Greifarme der Saugroboter allerdings bislang mehr schlecht als recht. Mit dem AstraX kündigt Mova nun auch einen Mähroboter mit Multifunktionsarm an. An diesem sollen sich verschiedene Werkzeuge befestigen lassen. Zudem soll das System Gegenstände erkennen und diese bei Bedarf selbstständig wegräumen können.

Das hört sich spannend an, aufgrund unserer Erfahrungen mit den Greifarmen von Saugrobotern sind wir allerdings auch etwas skeptisch. Wann der Mova AstraX auf den Markt kommen soll und wie viel der Mähroboter kosten wird, gab das chinesische Unternehmen bislang nicht bekannt.

Bild: Mova

Mova UltraTrim 3.0 und 4.0: Ein noch präziserer Schnitt bis an die Rasenkante

Mit UltraTrim 3.0 und 4.0 präsentierte Mova gleich zwei neue Technologien für den präzisen Kantenschnitt. UltraTrim 3.0 feiert dabei im LiDAX Ultra Gen 2 sein Debüt. Eine separate Schneidescheibe ermöglicht das Mähen entlang von Mauern, Zäunen und Hecken mit einem Kantenabstand von 0 Zentimetern.

Noch einen Schritt weiter geht UltraTrim 4.0: Die Technologie wird durch einen ausfahrbaren, adaptiven Kantenschneidearm ergänzt, der sich an Unebenheiten im Gelände anpasst. Drei Schnitthöhen von 4, 5 und 6 cm sowie das automatische Einziehen bei Hindernissen erhöhen zudem die Flexibilität.

Mit TactiPercept zeigt Mova eine neue Technologie mit 128 Drucksensoren | Bild: vybe

Saugroboter erhalten Tastsinn

Mit TactiPercept hat Mova eine neue Technologie vorgestellt, die die visuelle Navigation von Saugrobotern um eine taktile Wahrnehmung ergänzen soll. Dank 128 Drucksensoren, einer flexiblen Dämpfungsstruktur und Echtzeit-Feedback erkennt das System Berührungen mit Möbeln, Wänden und anderen Hindernissen. Dadurch soll der Roboter seine Bewegungen und Reinigungsstrategie noch besser an die jeweilige Umgebung anpassen können.

  • Kombination aus visueller Erkennung und Tastsensorik
  • 128 Drucksensoren mit Echtzeit-Feedback
  • kontrolliertes Abbremsen bei leichtem Kontakt
  • wandnahes Reinigen mit sicherem Kontakt
  • Unterstützung bei der autonomen Selbstbefreiung

Auf der IFA zeigte Mova bereits ein Konzept eines Saugroboters, der mit der TactiPercept-Technologie ausgestattet ist. Allerdings nannte Mova noch nicht, wann mit einem finalen Produkt zu rechnen ist.

Poolroboter erhalten stabile Verbindung mit AquaSonar

Bei Poolrobotern kommt normalerweise eine separate Kommunikationsboje zum Einsatz, da klassische WLAN-Signale unter Wasser nicht zuverlässig übertragen werden können. Mit der AquaSonor-Technologie setzt Mova stattdessen auf Ultraschallkommunikation, wodurch die zusätzliche Boje überflüssig wird. Die dafür notwendige Relaistechnik ist direkt in der Ladestation integriert und hält die Verbindung zum Nutzer aufrecht. Dadurch können Nutzer jederzeit den Status des Roboters überprüfen und auf relevante Funktionen zugreifen.

Der Mova Z70 Ultra Roller Complete | Bild: vybe

Ein neuer Saugroboter mit Wischwalze und ein Fensterputzroboter mit Basisstation

Mit dem Saug- und Wischroboter Z70 Ultra Roller Complete und dem Fensterputzroboter T1 Station feierten auf der IFA zudem zwei neue Produkte ihre Premiere. Der Saugroboter ist im Gegensatz zum Mova V70 Ultra Complete, der über zwei rotierende Wischmopps verfügt, mit einer grossen Wischwalze ausgestattet. Die Rolle wird mittels zwölf Düsen kontinuierlich mit Frischwasser versorgt, während das Schmutzwasser direkt entfernt wird. Die Saugleistung gibt Mova mit bis zu 36000 Pa an. Für die Navigation kombiniert der Z70 3D-Strukturlicht, RGB-Kamera und KI und erkennt mehr als 300 Hindernistypen. StepMaster 2.0 ermöglicht das Überwinden von Hindernissen bis 9 cm. Der Z70 Ultra Roller Complete ist ab September zum Preis von 1199 Franken erhältlich. Zum Start verkauft ihn Mova für 899 Franken.

Mova T1 Station Fensterputzroboter mit Station
Der erste Fensterputzroboter von Mova mit Basisstation | Bild: vybe

Bei der T1 Station handelt es sich um den ersten Fensterputzroboter von Mova mit eigener Basisstation. Unterstützt werden zwei Sprühmodi, die unterschiedliche Reinigungsanforderungen abdecken sollen. Ein System aus 19 Sensoren erkennt Kanten, Rahmen und Hindernisse in Echtzeit und passt die Navigation bei Bedarf automatisch an. Kabellos erreicht der Fensterputzroboter eine Laufzeit von bis zu 110 Minuten. Alternativ versorgt ihn ein 5,5 Meter langes 2-in-1-Kabel mit Strom, das gleichzeitig als Sicherheitsseil dient. Damit lassen sich auch geneigte Flächen mit einer Neigung von bis zu 45 Grad reinigen. Die T1 Station soll voraussichtlich ebenfalls im September auf den Markt kommen.

Mova zeigt auf der IFA 2026, wohin die Reise geht

Mit dem Auftritt auf der IFA 2026 hat Mova eindrucksvoll gezeigt, dass die Entwicklung bei smarten Robotern längst nicht abgeschlossen ist. Unter dem Motto «The AI MOVAment» präsentierte der Hersteller zahlreiche Technologien, die deutlich über das hinausgehen, was heutige Saug- und Mähroboter leisten können. Besonders TactiPercept, die Greifarme für Mähroboter, die neuen UltraTrim-Technologien und AquaSonar zeigen, wie stark Sensorik, KI und autonome Navigation künftig miteinander verschmelzen.

Dabei macht Mova deutlich, dass Roboter in Zukunft ihre Umgebung nicht mehr nur sehen, sondern sie auch ertasten, Gegenstände bewegen und noch selbstständiger auf unterschiedliche Situationen reagieren sollen. Der vorgestellte Knot 80 mit seiner menschenähnlichen Hand wirkt dabei fast wie ein Blick in eine noch weiter entfernte Zukunft. Noch ist allerdings bei einigen Konzepten offen, wann und in welcher Form sie tatsächlich in Serienprodukten landen werden.

Gleichzeitig hat Mova mit dem Z70 Ultra Roller Complete und der T1 Station auch konkrete Neuheiten gezeigt, die bereits in Kürze erhältlich sind. Damit verbindet der Hersteller aktuelle Produkte mit einem Ausblick auf Technologien, die den Haushalt in den kommenden Jahren grundlegend verändern könnten.