Xiaomi YU7 GT zeigt deutschen Herstellern die Grenzen auf
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Xiaomi YU7 GT zeigt deutschen Herstellern die Grenzen auf

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Mit dem YU7 GT sorgt Xiaomi derzeit für Staunen in der Automobilwelt. Das chinesische Tech-Unternehmen, das vielen bislang vor allem durch Smartphones, Wearables und Smart-Home-Produkte bekannt war, mischt seit März 2024 auch den Markt für Elektroautos auf. Und das durchaus erfolgreich. Schon das erste Modell, die Elektro-Limousine SU7, entwickelte sich in China innerhalb kürzester Zeit zum Verkaufsschlager.

Während Xiaomi vom SU7 auch eine Ultra-Variante mit weit über 1000 PS anbietet, gibt es vom neuen YU7 „nur” eine GT-Variante. Doch auch diese kommt auf eine Systemleistung von knapp 1000 PS, die sich auf beide Achsen verteilt. Damit meistert sie den Sprint von 0 auf 100 km/h in unter drei Sekunden. Ein sehr beachtlicher Wert für ein Elektro-SUV. Xiaomi beweist die Sportlichkeit des YU7 GT nun auch auf der Rennstrecke, genauer gesagt auf dem Nürburgring.

Mit einer Rundenzeit von 7:34,931 Minuten erklimmt der Xiaomi YU7 GT nun sogar die Spitzenposition in seiner Fahrzeugklasse, den SUVs. Dabei lässt er etablierte Marken wie Audi mit dem Q8 Performance (mit Verbrennungsmotor) oder Porsche mit dem Cayenne Turbo GT (mit Verbrennungsmotor) hinter sich. Ein kleines Detail am Rande: Das Fahrzeug wurde erstmals von einem chinesischen Rennpiloten für den Rekord gefahren.

Auch das schnittige Aussehen des Xiaomi YU7 GT zieht Blicke auf sich. Zwar ist ihm nicht wie dem SU7 Ultra auf den ersten Blick die brachiale Leistung anzusehen, doch muss ich eingestehen, dass mir die Optik sehr zusagt. Die übrigen Daten können zumindest auf dem Datenblatt überzeugen. So verfügt er über eine 101-kWh-Batterie, die eine WLTP-Reichweite von etwa 500 bis 600 Kilometern ermöglicht, sowie über eine hohe Ladeleistung. Damit benötigt der YU7 GT am Schnelllader lediglich 12 Minuten, um von 10 auf 80 Prozent zu laden.

Xiaomi startet 2027 in Europa - auch in der Schweiz?

Dass ausgerechnet ein Smartphone-Hersteller den Streckenrekord auf einer legendären Rennstrecke wie dem Nürburgring pulverisiert, macht deutlich, wie ernst Xiaomi seine Ambitionen nimmt. Europäische Hersteller müssen sich warm anziehen, denn ab dem kommenden Jahr möchte der chinesische Hersteller auch in Europa mit seinen Elektroautos starten. Zwar werden sie preislich nicht ganz so attraktiv sein wie in China, doch mit solchen Ergebnissen sorgt Xiaomi jedenfalls schon vorab für viel Aufmerksamkeit.

Da Xiaomi bereits ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Elektroautos in Deutschland betreibt, werden die Fahrzeuge dort ziemlich sicher ab 2027 starten. Ein konkreter Zeitpunkt nannte man allerdings noch nicht. Keine Informationen liegen uns zu einem Marktstart in der Schweiz vor. Da inzwischen zahlreiche chinesische Autobauer wie BYD, MG, Zeekr und Xpeng hierzulande aktiv sind, würde es mich nicht überraschen, wenn auch Xiaomi im kommenden Jahr den Startschuss für die Schweiz gibt.