Vor wenigen Wochen konnte Tesla einen wichtigen Erfolg in Europa vermelden. Die Niederlande sind das erste europäische Land, das grünes Licht für Teslas autonomes Fahren erteilt hat. Zwar handelt es sich dabei noch nicht um eine vollständig autonome Lösung im klassischen Sinn, da es sich um die Freigabe für das sogenannte FSD Supervised (überwacht) handelt, dennoch gilt die Entscheidung als bedeutender Schritt für Teslas Fahrassistenzsysteme in Europa.
Aufgrund der Zulassung in den Niederlanden wurde davon ausgegangen, dass FSD Supervised innerhalb kurzer Zeit auch in weiteren europäischen Ländern zugelassen wird. Doch der Weg dahin gestaltet sich schwieriger als von Tesla vermutlich erwartet. Wie aus einem Bericht von Reuters hervorgeht, haben offenbar mehrere europäische Stellen erhebliche Zweifel an Teslas „Full Self-Driving“-System geäussert.
Federführend in dieser Angelegenheit ist die niederländische Fahrzeugbehörde Rijksdienst voor het Wegverkeer (RDW), die „FSD Supervised“ nach umfangreichen Tests zugelassen hat. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungswerte sollen nun auch den anderen EU-Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellt werden. Basierend darauf, könnte es dann gegen Sommer oder Herbst zu einer definitiven Abstimmung kommen.
Damit FSD auch europaweit eingeführt werden kann, ist eine qualifizierte Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten erforderlich. 15 der 27 EU-Mitgliedstaaten, die zusammen mindestens 65% der EU-Bevölkerung repräsentieren, müssten zustimmen. Falls dies zusammenkommt, wäre die Technologie in der gesamten EU nutzbar. Ablehnende Staaten könnten hingegen rechtliche Schritte gegen den Entscheid einleiten, was wiederum zu Verzögerungen führen könnte.
Tesla verkauft FSD Supervised als autonomes Fahren
Auch wenn Tesla immer wieder vom autonomen Fahren spricht, ist FSD Supervised eher eine Zwischenlösung. Denn mit dieser Technologie fahren Teslas nicht ganz autonom. Zwar können die Fahrzeuge selbstständig lenken, beschleunigen und abbiegen, jedoch ist dafür weiterhin die Aufsicht eines menschlichen Fahrers erforderlich. Über diesen Punkt enervieren sich offenbar einige EU-Staaten. Aus ihrer Sicht sind es falsche Behauptungen, die falsche Erwartungen hervorrufen.