In bisher acht EU-Ländern wurde das Tesla-Fahrerassistenzsystem FSD Supervised inzwischen freigegeben. Die Schweiz oder Deutschland gehört bisher nicht dazu. In der Schweiz soll Tesla einer Online-Petition zufolge noch gar keinen Antrag beim hiesigen Bundesamt für Strassen ASTRA eingereicht haben. Bei unseren Nachbarn aus Deutschland sieht die Situation hingegen etwas anders aus.
Nach der jüngsten Mitteilung des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) scheint man dort nun langsam auf die Zielgerade einzubiegen. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger setzt sich demnach für eine schnelle europaweite Zulassung von FSD Supervised ein. Bereits im September habe dazu ein konstruktiver Austausch mit Tesla stattgefunden. Gleichzeitig kritisiert Bilger die Bezeichnung FSD, die für «Full Self-Driving» steht. Der Name sei irreführend, da das System weiterhin die volle Aufmerksamkeit und Kontrolle der Fahrerin oder des Fahrers voraussetzt.
«Aktuell wird auf europäischer Ebene über die Genehmigung des Assistenzsystems von Tesla diskutiert. Dabei sind viele technische Aspekte, aber auch Fragen der Haftung zu klären», erklärt Bundesverkehrsminister Steffen Bilger. «Darüber habe ich mich im September mit Tesla ausgetauscht. Wir haben schnell ein gemeinsames Verständnis gefunden und eine konstruktive Einigung erzielt. Auf dieser Grundlage werde ich mich jetzt dafür einsetzen, dass das System zeitnah europaweit genehmigt wird. Mein Ziel ist, dass Tesla-Fahrer die Vorteile des Assisted Driving in der gesamten EU so schnell wie möglich nutzen können.»
Im Rahmen der Gespräche im September verständigte sich das Bundesministerium für Verkehr mit Tesla zudem darauf, dass das Fahrassistenzsystem die zulässige Höchstgeschwindigkeit situationsbedingt um maximal zehn Prozent überschreiten darf. Dadurch erhoffen sich die Verantwortlichen einen gleichmässigeren und flüssigeren Verkehrsablauf. Deutschland hat signalisiert, diesen Ansatz im europäischen Genehmigungsverfahren konstruktiv zu unterstützen.
Wann kommt FSD Supervised in die Schweiz?
Auch wenn das Bundesverkehrsministerium nun eine möglichst schnelle europaweite Zulassung anstrebt, dürfte noch einige Zeit vergehen, bis FSD Supervised tatsächlich in Deutschland genutzt werden kann. Eine EU-weite Genehmigung könnte jedoch auch den Weg für eine Einführung in der Schweiz ebnen. Wann es hierzulande so weit sein könnte, lässt sich derzeit allerdings kaum abschätzen.