Lara Croft jagt bald wieder durch Peru, Griechenland und sogar das sagenumwobene Atlantis. Beim Summer Game Fest 2026 konnten erste Medien rund eine Stunde von Tomb Raider: Legacy of Atlantis spielen.
Der erste Eindruck besagt: Crystal Dynamics und Flying Wild Hog orientieren sich überraschend stark an den frühen Serienteilen – und verzichten bewusst auf viele Hilfen, die heute in Open-World- und Actionspielen selbstverständlich geworden sind.

Weniger Wegweiser, mehr Entdeckergeist
Die gezeigte Demo führte ins berühmte Verlorene Tal in Peru, einen ikonischen Schauplatz aus dem ersten Tomb Raider. Im Mittelpunkt stand ein Rätsel rund um zwei Zahnräder, die einen alten Mechanismus aktivieren sollen. Fans dürften gleich wissen, um welchen Abschnitt es hier geht.

Der entscheidende Unterschied zu vielen modernen Spielen: Das Spiel erklärt nur wenig, wie ein Reporter des PlayStation Blogs erklärt. Es gibt keine auffälligen Markierungen und keine ständig eingeblendeten Hinweise. Stattdessen setzt das Spiel auf den eigenen Erkundungsgeist und Kombinationsgabe der Spielerinnen und Spieler.
Erkundung lohnt sich wieder
Tomb Raider: Legacy of Atlantis kehrt also zu den Ursprüngen der Serie zurück. Wer Lara Croft als Archäologin spielt, soll sich laut den Entwicklern auch tatsächlich wie eine Entdeckerin fühlen.
Ganz kompromisslos wird das Spiel aber offenbar nicht. Wer möchte, kann Navigationshilfen aktivieren und Rätsel- sowie Kampfschwierigkeit separat anpassen. Ein System, das ich beispielsweise bei der Silent Hill-Reihe sehr schätze, weil es die Möglichkeit gibt, das Spielerlebnis nach eigenem Gusto anzupassen. Nicht alle von uns sind super im Knobeln UND Ballern.
Abseits des Hauptpfads verstecken sich Höhlen, Ruinen und Sammelobjekte. Einige davon liefern seltene Materialien, was darauf hindeutet, dass Crafting eine grössere Rolle spielen könnte. In der gezeigten Demo blieb dieses System allerdings noch weitgehend im Hintergrund.
Die Zwillingspistolen sind zurück
Natürlich wäre ein klassisches Tomb Raider nicht komplett ohne Laras berühmte Zwillingspistolen. Nachdem diese in der Survivor-Trilogie mit Abwesenheit geglänzt haben (sieht man von einem kurzen Moment in einer Cutscene ab), sind sie jetzt bei Tomb Raider: Legacy of Atlantis wieder da. Freude herrscht.
Nach dem eher rätsellastigen Einstieg änderte sich der Ton der Demo schlagartig, als Velociraptoren aus dem Dschungel auftauchten. Die Kämpfe setzen stark auf Bewegung. Lara springt, rollt und weicht Angriffen akrobatisch aus, während sie gleichzeitig feuert.
Neu ist eine Fokus-Mechanik: Wer Gegner trifft, lädt eine spezielle Ressource auf. Diese kann eingesetzt werden, um die Zeit kurz zu verlangsamen und besonders spektakuläre Ausweichmanöver mit präzisen Schüssen zu kombinieren. Also ähnlich, wie das beim ersten Remake Tomb Raider Anniversary schon der Fall war.

Und dann kommt der T-Rex
Der wohl spektakulärste Moment der Präsentation dürfte Fans ebenfalls bekannt vorkommen.
Plötzlich bricht ein riesiger Tyrannosaurus rex durch den Dschungel und verwandelt die Situation in eine hektische Verfolgungsjagd. Lara muss springen, klettern und Hindernissen ausweichen, während hinter ihr ein prähistorisches Raubtier alles niederwalzt.
Der Abschnitt wirkt deutlich inszenierter als die offenen Erkundungssequenzen zuvor, sorgt aber genau für jene Art von Abenteuerkino, die viele mit der Reihe verbinden.
Zuletzt noch ein paar Worte zur Technik: Das Spiel sieht verboten schön aus. Das sich im Wind wiegende Blattwerk, die Lichteinfälle, Wassertexturen und die Animationen unserer Heldin selbst – hier werden alle Register gezogen. Zumal das Gezeigte absolut flüssig und butterweich läuft.
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Meinung
Nach Jahren, in denen Tomb Raider immer stärker Richtung Action-Adventure mit Rollenspiel-Elementen driftete, scheint Legacy of Atlantis bewusst einen anderen Weg einzuschlagen.
Das Spiel übernimmt moderne Systeme und Zugänglichkeitsoptionen, setzt aber gleichzeitig wieder stärker auf Entdeckergeist und klassische, offene Levelarchitektur. Genau diese Mischung könnte für viele Fans der entscheidende Reiz sein. Für mich tut es das. Ich mochte die Survivor-Trilogie zwar sehr gerne, habe aber gemerkt, wie weit sich die Reihe von ihren Wurzeln entfernt hat, als ich die klassischen Teile in der Remastered-Version wieder gespielt habe.
Zwar kann man sich darüber streiten, wie sinnvoll ein mittlerweile zweites Remake des Originalspiels inhaltlich ist, da aber jüngst die Entwickler selbst gesagt haben, dass die Survivor-Trilogie – die Lara in ihren Anfängen zeigte – Kanon für die neue Timeline ist, dürfte uns wohl auch die ein oder andere neue Story-Verknüpfung erwarten.
Ob die Balance zwischen Nostalgie und Moderne tatsächlich aufgeht, wird sich erst zum Release zeigen. Tomb Raider: Legacy of Atlantis erscheint am 12. Februar 2027 für PS5.
