Ist das Aus von Seat doch noch nicht beschlossene Sache? Kurz nachdem mehrere Medien, darunter auch wir, vergangene Woche darüber berichtet hatten, dass die spanische Marke per Ende 2029 schrittweise eingestellt werden soll, hat sich Seat nun mit einer offiziellen Mitteilung an die Öffentlichkeit gewandt. Darin zeigt Seat mehrere Optionen auf, wie es mit der Marke weitergehen könnte, schliesst ein Ende jedoch ausdrücklich nicht aus.
Daher bleiben über das Jahr 2030 hinaus mehrere Szenarien möglich. Je nachdem, wie sich die Vorschriften, die Kundennachfrage und die Marktbedingungen entwickeln, könnte dies auch ein schrittweises Auslaufen der Marke SEAT beinhalten. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen.
Vorerst soll aber alles nach Plan weiterlaufen. Für 2027 ist die Einführung von Mild-Hybrid-Versionen des Seat Ibiza und Arona geplant. Gleichzeitig soll weiterhin über den aktuellen Produktzyklus hinaus geprüft werden, wie die zukünftige Ausrichtung der Marke Seat aussehen könnte.
So oder so: Die Seat S.A. ist gut aufgestellt
In der Pressemitteilung wird betont, dass es wichtig sei, zwischen der zukünftigen Entwicklung der Marke Seat und der Zukunft der Seat S.A., dem Unternehmen hinter Seat und Cupra, zu unterscheien. Das spanische Unternehmen ist gut aufgestellt und spielt innerhalb des Volkswagen-Konzerns eine wichtige Rolle.
„Die SEAT S.A. schlägt aus einer Position der Stärke heraus ein neues Kapitel auf. Wir entwickeln uns zu einem Automobil-Powerhouse mit einer wachsenden industriellen Rolle innerhalb des Volkswagen Konzerns, während CUPRA sein volles Potenzial entfaltet“, sagt Markus Haupt, CEO von SEAT & CUPRA. „Dies ist eine Geschichte des Wandels, in der CUPRA als entscheidender Motor für unser zukünftiges Wachstum und unsere Rentabilität fungiert. Gleichzeitig wachsen unsere industriellen Aufgaben und damit auch die Zahl der Arbeitsplätze. Wir bauen eine starke Zukunft für die SEAT S.A. und für Martorell auf.“
Offiziell bestätigt die Seat S.A. also weiterhin nicht, dass die Marke Seat ab Ende 2029 schrittweise von der Bildfläche verschwinden wird. Die Zeichen stehen jedoch nach wie vor stark in diese Richtung. Mit neuen Modellen, insbesondere einem Elektroauto, ist nicht zu rechnen. Das ist ein durchaus starkes Indiz dafür, dass Seat als eigenständige Marke im VW-Konzern offenbar keine grosse Zukunft mehr hat.
Letztlich bleibt die gute Nachricht: Es werden wohl keine Arbeitsplätze verloren gehen. Statt Seat steht dann auf den Fahrzeugen einfach Cupra. Viel mehr dürfte sich also nicht ändern – ausser, dass eine namhafte europäische Marke schrittweise von der Bildfläche verschwindet.