In den vergangenen Jahren kündigten zahlreiche Luxus- und Sportwagenhersteller den Einstieg in die Elektromobilität an. Aufgrund der bislang eher verhaltenen Nachfrage haben inzwischen jedoch einige ihre Pläne verworfen oder den Marktstart deutlich nach hinten verschoben. Dazu gehört auch der britische Autobauer Aston Martin, der ursprünglich bereits 2025 sein erstes Elektroauto auf den Markt bringen wollte.
Bei Aston Martin hat sich die Roadmap inzwischen grundlegend geändert, wie CEO Adrian Hallmark gegenüber Autocar erklärte. Mit einem vollelektrischen Modell der britischen Marke ist demnach nicht vor 2033 zu rechnen. Die kommenden Jahre möchte Aston Martin nutzen, um die technologische Entwicklung bei seinen Partnern Lucid und Mercedes-Benz zu beobachten. Auf Basis der dort verfügbaren Technologien soll anschliessend ein eigenes Elektroauto entstehen.
Mindestens bis 2035 will Aston Martin laut dem CEO an seinen V8- und V12-Motoren festhalten. Das lässt sich durchaus so interpretieren, dass möglicherweise sogar bis dahin kein serienreifes Elektroauto der Marke auf den Markt kommt. Denkbar wäre zwar, dass Aston Martin kurz vor 2033 oder danach zunächst ein vollelektrisches Konzeptfahrzeug zeigt. Besonders hoch scheint die Priorität eines Serienmodells derzeit jedoch nicht zu sein.
Interessant ist auch die Aktionärsstruktur von Aston Martin. Den grössten Anteil am börsenkotierten Unternehmen hält der kanadische Milliardär Lawrence Stroll. Sein Sohn Lance fährt im Formel-1-Team von Aston Martin an der Seite von Fernando Alonso. Mit einem Anteil von rund 18 bis 20 Prozent ist zudem der saudi-arabische Staatsfonds PIF beteiligt. Auch der chinesische Geely-Konzern gehört mit ungefähr 17 Prozent zu den grössten Anteilseignern.
Geely lauert bereits: Gibts irgendwann ein Aston Martin mit Geely-Technik?
Besonders interessant ist die Beteiligung von Geely. Der chinesische Konzern übernahm bereits die britische Traditionsmarke Lotus. Könnte Aston Martin irgendwann ein ähnliches Schicksal drohen? Ganz undenkbar erscheint das nicht. Bis 2035 scheint der Autobauer zwar einen klaren Plan zu verfolgen, und auch das Interesse an seinen zweifellos attraktiven Verbrennermodellen dürfte in den kommenden Jahren bestehen bleiben. Doch was kommt danach?
Chinesische Autobauer drängen immer stärker nach Europa und haben längst auch das Premiumsegment für sich entdeckt. BYD greift mit Denza an, während Geely über zahlreiche Marken und Beteiligungen ohnehin schon breit aufgestellt ist. Wer weiss: Vielleicht kommt im nächsten Jahrzehnt tatsächlich ein vollelektrischer Aston Martin mit Technik von Geely auf den Markt. Völlig abwegig wäre das jedenfalls nicht.