Um die digitale Souveränität Europas zu stärken, haben sich gleich mehrere europäische Netzwerkhersteller der neuen Allianz SAFENet angeschlossen. Zu den Gründungsmitgliedern gehören neben Fritz! auch devolo, LANCOM und TDT. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, Router und andere Netzwerkkomponenten künftig stärker in politische und regulatorische Entscheidungen zur digitalen Infrastruktur einzubeziehen – sowohl innerhalb Europas als auch darüber hinaus.
Nach Ansicht der Allianz wird die Bedeutung von Routern für die digitale Infrastruktur häufig unterschätzt. Dabei laufen nach Angaben von SAFENetz mehr als 90 Prozent des europäischen Internetverkehrs über diese Geräte. Entsprechend kritisch sei ihre Rolle für Sicherheit, Stabilität und Unabhängigkeit europäischer Netze. Vor diesem Hintergrund verfolgt die Allianz das Ziel, die Abhängigkeit von aussereuropäischen Netzwerktechnologie-Anbietern zu reduzieren.
Dafür fordert SAFENet unter anderem mehr Transparenz bei der Auswahl von Netzwerktechnik im öffentlichen Sektor sowie die Entwicklung einer europäischen „Router and Network Technology Security Toolbox“, die als Leitfaden für sichere und vertrauenswürdige Netzwerkinfrastrukturen dienen soll. Die Allianz richtet ihre Forderungen nicht ausschliesslich an EU-Institutionen, sondern ebenso an nationale Regierungen, Behörden und politische Entscheidungsträgern in europäischen Staaten.
„Unabhängige und sichere Netzwerktechnologie ist eine zentrale Voraussetzung für die digitale Souveränität europäischer Länder“, erklärt Jan Oetjen, CEO von Fritz!. Durch die Bündelung der Expertise und Marktpräsenz der beteiligten Unternehmen wolle SAFENet eine starke Stimme für europäische Netzwerktechnologien schaffen. Nur so könne Europa langfristig die Kontrolle über seine digitale Infrastruktur behalten und die technologische Entwicklung eigenständig gestalten.