Immer wieder werden Spiele vom Netz genommen, obwohl Leute dafür bezahlt haben.
Immer wieder werden Spiele vom Netz genommen, obwohl Leute dafür bezahlt haben. (Bild: Unsplash / Compagnion)
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«Stop Destroying Videogames»: EU lehnt Pflicht zum Erhalt von Games ab

Chris Bucher
Chris Bucher

Über 1,29 Millionen Menschen haben die EU-Bürgerinitiative «Stop Destroying Videogames» unterstützt. Ihr Ziel: Publisher sollen verhindern müssen, dass Spiele nach dem Ende des kommerziellen Betriebs komplett unspielbar werden – etwa, weil die Server abgestellt werden. Die EU-Kommission sieht dafür aber keinen Anlass für neue Gesetze.

Sei es «The Crew», «Highguard» oder «Concord». In der Vergangenheit kam es immer wieder vor, dass Spiele – teils relativ kurz nach Veröffentlichung – wieder vom Markt genommen wurden. Zu schwach die Verkaufszahlen, zu teuer der Unterhalt durch die Server. Resultat: Stecker ziehen und fertig.

«Highguard»: Fünf Wochen nach Launch gehen Server offline
Mit «Highguard» geht einem weiteren Live-Service-Shooter die Puste aus. Das Game wird nur wenige Wochen nach Release angestellt.

Für die Publisher ist das ein Weg, einen allfälligen Flop abzufedern, in dem er nicht noch weitere Kosten verursacht. Für Käuferinnen und Käufer der Spiele ist das allerdings ein ziemlicher Schlag in die Fresse. Sie fühlen sich hintergangen, den Launen der Publisher ausgeliefert und nicht zuletzt auch abgezockt.

Initiative kam zustande

Darum haben sich viele Gamer zusammengeschlossen. Die Initiative «Stop Destroying Videogames» wurde im Januar 2026 bei der Europäischen Kommission eingereicht. Insgesamt kamen 1'294'188 verifizierte Unterschriften zusammen. Danach folgten Gespräche mit der Kommission, eine öffentliche Anhörung im Europäischen Parlament sowie eine Debatte im Plenum.

Das Ergebnis ist für Gamer allerdings ernüchternd. Eine gesetzliche Verpflichtung, Videospiele auch nach dem Ende ihrer kommerziellen Nutzung spielbar zu halten, will Brüssel nicht einführen.

Ein kleiner Lichtblick bleibt

Immerhin will die Kommission nicht gänzlich untätig bleiben. Wie es seitens der EU heisst, soll bis Ende 2026 ein Austausch zwischen Spieleindustrie und Konsumentenschutzorganisationen starten. Ziel ist ein freiwilliger Verhaltenskodex, der regeln soll, wie Publisher mit dem «End of Life» ihrer Spiele umgehen.

Ausserdem will die Kommission stärker auf bestehende Verbraucherrechte aufmerksam machen. Laut Brüssel bieten diese bereits heute gewisse Schutzmechanismen für Käufer:innen digitaler Produkte. Eine konsequente Durchsetzung dieser Rechte könne Hersteller zudem dazu motivieren, Spiele länger zu unterstützen.