Microlino droht das Aus in Europa – Produktion könnte nach China ziehen
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Microlino droht das Aus in Europa – Produktion könnte nach China ziehen

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Der Microlino ist auf der Strasse zweifellos ein Hingucker. Das ultrakompakte und leichte Elektro-Microcar bietet Platz für zwei Personen und lässt sich dank seiner geringen Abmessungen theoretisch sogar platzsparend quer einparkieren. Günstig ist der Microlino, der vom Schweizer Unternehmen Micro Mobility Systems gefertigt wird, hingegen nicht: bis zu knapp 25'000 Franken werden dafür fällig.

Entwickelt wurde der Microlino in der Schweiz, gefertigt wird er hingegen im italienischen Turin. Bislang liefen dort rund 4767 Exemplare vom Band. Dem stehen Investitionen von über 70 Millionen Franken gegenüber. Wie lange die Produktion in Turin noch weitergeführt werden kann, ist aufgrund der fehlenden Unterstützung aus Europa jedoch unklar. Das berichtet «CH Media» unter Berufung auf Firmengründer Wim Ouboter.

Das Problem: Der Microlino gilt in Europa nicht als vollwertiges Auto und profitiert deshalb weder von Fördergeldern noch von einer CO₂-Anrechnung. Sollte die Unterstützung aus Europa ausbleiben, sieht Ouboter nur zwei Möglichkeiten: die Produktion vollständig einzustellen oder sie nach China zu verlagern.

China zeigt Interesse und kann deutlich günstiger produzieren

Laut «CH Media» gibt es bereits konkretes Interesse aus China. Dort könnten bestehende Produktionskapazitäten übernommen werden. Gleichzeitig würde die Fertigung des Microlino nur rund halb so viel kosten wie derzeit in Norditalien. Eine definitive Entscheidung ist laut dem Unternehmen jedoch noch nicht gefallen. Vorerst läuft die Produktion in Turin wie gewohnt weiter – wie es langfristig weitergeht, bleibt allerdings offen.