Der chinesische AUDI E5 auf einer Landstrasse.
Der AUDI E5 und weitere Modelle der chinesischen Submarke AUDI dürfen in Europa nicht mehr verkauft werden. | Bild: AUDI
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Audi geht gegen Grauimporte vor: Die eigenen China-Modelle sind in Europa unerwünscht

Audi geht gegen Grauimporte seiner China-Modelle vor. Händler Auto China bestätigt ein Verkaufsverbot. Die Hintergründe und meine Einschätzung.

Bruno Rivas
Bruno Rivas

In China verkauft der deutsche Autobauer unter seiner Submarke AUDI völlig andere Modelle als in Europa. Sie tragen nicht die ikonischen vier Ringe, sondern lediglich den Schriftzug «AUDI». Zwar betont der Hersteller, dass auch in diesen Fahrzeugen die typische Audi-DNA weiterlebt, technisch basieren sie jedoch auf einer gemeinsam mit dem chinesischen SAIC-Konzern entwickelten Plattform.

Für Europa sind diese Modelle, darunter der E5 und der E7X, sowieso nicht vorgesehen. Über Grauimporte haben dennoch erste Fahrzeuge ihren Weg auf den europäischen Markt gefunden – offensichtlich sehr zum Ärger von Audi. Inzwischen hat der Autobauer nämlich rechtliche Schritte gegen Händler eingeleitet, die Modelle der chinesischen Submarke nach Europa importiert und hierzulande verkauft haben.

Zu den bekanntesten Anbietern gehört Auto China mit Sitz in Deutschland, das auch in den sozialen Medien stark vertreten ist. Bereits im September 2026 kamen Gerüchte auf, wonach Audi gegen Händler vorgeht, die entsprechende Modelle als Grauimporte anbieten. Kurz darauf verschwanden die Fahrzeuge auch bei Auto China aus dem Sortiment und waren nicht mehr bestellbar.

Nun hat der Händler bestätigt, Post von einem Anwalt erhalten zu haben. Demnach ist der Verkauf grau importierter AUDI-Modelle ab sofort strengstens untersagt. Bei einem Verstoss droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250'000 Euro oder ersatzweise sogar Ordnungshaft für den Geschäftsführer. Audi greift damit zu harten rechtlichen Mitteln, sollte sich ein Händler über das Verkaufsverbot hinwegsetzen.

Die Haltung von Audi ist nachvollziehbar, aber...

Ich kann durchaus nachvollziehen, weshalb Audi die Grauimporte seiner chinesischen AUDI-Modelle unterbinden möchte. Gerade bei Garantiefragen, Ersatzteilen und Reparaturen könnten diese Fahrzeuge hierzulande für Probleme sorgen. Wer ein Auto mit dem Schriftzug «AUDI» kauft, könnte trotz entsprechender Info des Importeurs dennoch bei einem Defekt zunächst eine Audi-Vertragsgarage ansteuern. Fehlen dort die passenden Ersatzteile, was durchaus möglich ist, oder die technischen Voraussetzungen für eine Reparatur, wird es für alle Beteiligten unangenehm. Die Kundschaft ist enttäuscht, die Garage kann kaum weiterhelfen und der Ärger fällt letztlich auf Audi zurück.

Dennoch hinterlässt das Vorgehen aus Kundensicht einen bitteren Beigeschmack. Die chinesischen AUDI-Modelle sind den europäischen Audi-Modellen technisch in wichtigen Bereichen klar überlegen. Dass ausgerechnet diese Fahrzeuge hier nicht angeboten werden und Audi nun auch deren Import rechtlich unterbindet, ist deshalb nicht ganz so einfach zu vermitteln. Schliesslich wirbt der Autobauer auch bei uns mit «Vorsprung durch Technik». Diesen Anspruch sollte Audi möglichst rasch mit entsprechend überzeugenden Modellen für Europa einlösen. Denn das Interesse an den Grauimporten zeigt auch, dass die chinesischen Modelle etwas bieten, das sich die Kundschaft offenbar ebenso hierzulande wünscht.