Nach Jahren der Abstinenz kehrt Doug Bradley im Horrorspiel «Hellraiser: Revival» in die Rolle des ikonischen Höllenpriesters Pinhead zurück.
Entwickelt hat «Hellraiser: Revival» das Studio Saber Interactive. Das Spiel basiert auf der Horrorfilmreihe (und Romanen) von Clive Barker und ist seit dem 8. Oktober für PlayStation 5, Xbox, Nintendo Switch und PC erhältlich.
Zum Release durften internationale Magazine ihre Tests veröffentlichen, und die zeigen vor allem eines: Bei diesem Spiel gehen die Meinungen weit auseinander. Auf Metacritic liegt der Durchschnitt aktuell und nach 30 erfassten Tests zur PS5-Version bei 69 Punkten. Nicht gerade der erhoffte Hit.
Was gelobt wird: Atmosphäre, Gore und eine Puzzlebox
Bei den Stärken sind sich die Tester erstaunlich einig. Die Welt von «Hellraiser: Revival» sei verstörend, der Horror kompromisslos und nah an der Vorlage. Mehrere Tests heben die Labyrinth-Abschnitte hervor, in denen man sich dem Schrecken ziemlich hilflos ausgeliefert fühlt.
Ein zentrales Element ist die neue Puzzlebox «Genesis Configuration». Fans der Filme kennen den Zauberwürfel. Die Box öffnet das Tor zur Hölle. Im Spiel ist sie zugleich Werkzeug und Waffe. Damit lassen sich Gegner per Telekinese oder Pyrokinese bekämpfen oder mit den aus den Filmen bekannten Höllenketten packen. Ausserdem verwandelt die Box die Labyrinthe und dient zum Lösen von Rätseln. Viele Kritikerinnen und Kritiker zählen sie zu den grössten Pluspunkten, weil sie die Kämpfe abwechslungsreicher macht.
Bislang am positivsten urteilte Insider Gaming den Höllentrip. Sie vergaben «Hellraiser: Revival» satte 9 von 10 Punkten.
Für Erwachsene gibt's hier den Gameplay-Trailer, der einen guten Einblick ins blutige Treiben gibt:
Auch bei Gewalt und Sexualität halte sich das Spiel nicht zurück, was zur Reihe passe. Die Darstellung sei explizit, überschreite aber laut den Tests keine wirklich problematische Grenze. Auftritte von Pinhead und Chatterer sorgen für einige der stärksten Momente. Selbst Game Informer, das mit 4,5 von 10 Punkten am härtesten urteilt, lobt die düstere Präsentation und die geschickt eingestreuten Rückblenden, die Neulingen wie Fans die Hintergründe der Reihe näherbringen.
Was nervt: Bugs, Bosse und Trial-and-Error
Bei der Technik wird es deutlich unfreundlicher. Die Tests berichten von Performance-Problemen, Clipping-Fehlern (Figuren oder Objekte, die durch Wände ragen), abgehackten Animationen und sogar Momenten, in denen die Hauptfigur einfach aus der Spielwelt fällt. Auch Grafik und Atmosphäre schwanken in der Qualität.
Das Kampfsystem überzeugt ebenfalls nicht alle. Die Mischung aus Schiessen und Nahkampf wirke kraftlos, das Zielen schwammig. Dazu kommen knappe Ressourcen, schwache Bosskämpfe, eine hakelige Steuerung und frustrierende Trial-and-Error-Passagen.
«Hellraiser: Revival» ist ab sofort erhältlich. In der Schweiz kostet das Spiel für PlayStation 5 in der Standartversion 39.90 Franken. Die Deluxe-Version ist für 48.90 Franken zu haben.
Meinung:
Ich hatte bislang noch nicht das Vergnügen, in die Welt von «Hellraiser: Revival» einzutauchen. Als grosser Fan von Clive Barkers Novelle« The Hellbound Heart» und den ersten beiden Filmen bin ich natürlich sehr gespannt, wie – und ob – mir das Spiel zusagt. Besonders Doug Bradleys Rückkehr als Pinhead dürfte ein Highlight sein.
Dass die Wertungen derart auseinandergehen erstaunt mich nicht. Ist bei den Filmen ja nicht anders. Vielleicht warte ich aber noch einen Augenblick, bis ein erster Patch die gröbsten Bugs ausbügelt. Denn auf technisches «sweet sweet suffering» habe ich trotz allen Masochismus nur wenig Lust.