Mike Flanagan hat gerade einen Lauf. Seit wenigen Tagen ist auf Prime Video seine achtteilige Neuauflage von Stephen Kings «Carrie» zu sehen, mit Summer Howell als Carrie White und Samantha Sloyan als ihrer frommen Mutter Margaret.
Und während das Publikum noch den Abschlussball verdaut, steht schon das nächste Projekt in den Startlöchern: Am 12. März 2027 kommt «The Exorcist: Martyrs» in die US-Kinos. Einen Schweizer Starttermin gibt es aktuell noch nicht. Flanagan hat das Drehbuch geschrieben und Regie geführt, produziert wird der Film von Universal und Blumhouse.
Universal hat nun den ersten Trailer veröffentlicht.
Mehr «Se7en» als Teufelsaustreibung
Wer im Trailer ein besessenes Mädchen im Bett erwartet, wird enttäuscht. Und wer auf die berühmten «Tubular Bells» von Musiker Mike Oldfield wartet, auch. Flanagan erzählt die Geschichte als Ermittlerthriller mit übernatürlichem Unterbau.
Ob «Martyrs» inhaltlich an frühere Filme anknüpft, lässt der Trailer offen. Bisher wurde das Projekt als Neustart der Marke angekündigt. Die Marke basiert auf den Horrorroman «The Exorcist» von William Peter Blatty aus dem Jahr 1971. Weltberühmt ist auch die Verfilmung des Stoffs durch William Friedkin von 1973.
Darum geht's in «The Exorcist: Martyrs»
Scarlett Johansson spielt die New Yorker Detective Julie Miller. Sie hat einst den satanischen Serienkiller «Father Sunday» geschnappt. Dreizehn Jahre später ist Miller Mutter eines Sohnes, Max (Jacobi Jupe), und findet ihren eigenen Namen, geschrieben mit dem Blut eines Messdieners. Laut der offiziellen Inhaltsangabe von Universal stösst sie dabei auf einen roten Faden, der eine ganze Ahnenreihe von Serienmördern verbindet, von H. H. Holmes bis zum Zodiac-Killer. Und das Böse dahinter reicht, so Universal, «weit über das Sterbliche hinaus».
Neben Johansson sind Chiwetel Ejiofor als Father William zu sehen, ein ehemaliger Gefängnisseelsorger, der Father Sundays letzte Beichte abgenommen hat, sowie Sasha Calle als junge Kollegin Gina Restrepo. Ebenfalls dabei: Diane Lane, Laurence Fishburne, Scoot McNairy und John Leguizamo.
Auch einige von Flanagans Stamm-Ensemble sind wieder dabei. Darunter Samatha SlopSamantha Sloyan, Kate Siegel, Rahul Kohli und Hamish Linklater.
Aufräumen nach «Believer»
Flanagan hat einiges gutzumachen, wenn auch nicht für sich selbst. Sein Vorgänger «The Exorcist: Believer» von David Gordon Green («Halloween», 2018) sollte 2023 eine neue Trilogie starten. Universal und der Streamingdienst Peacock hatten dafür rund 400 Millionen Dollar für die Rechte hingeblättert. Zurück bekamen sie einen Film, den kaum jemand mochte: Auf Rotten Tomatoes kommt «Believer» auf 22 Prozent positive Kritiken, das Kinopublikum vergab bei CinemaScore ein «C». Selbst die Rückkehr von Ellen Burstyn als Chris MacNeil aus dem Original wirkte auf viele wie ein Gimmick.
An der Kinokasse spielte der Film weltweit rund 137 Millionen Dollar ein, bei einem Budget von 30 Millionen. Für sich genommen kein Desaster. Gemessen an den 400 Millionen für die Rechte und an den Erwartungen aber eine klare Enttäuschung. Die Folgen kamen schnell: Green stieg im Januar 2024 aus, die Fortsetzung «The Exorcist: Deceiver» verschwand aus dem Kalender, und im Mai 2024 wurde die Trilogie beerdigt. Wenig später übernahm Flanagan.
Die Wahl ist naheliegend. Flanagan hat mit «The Haunting of Hill House», «Midnight Mass» und «Doctor Sleep» bewiesen, dass er Horror mit Herz und Hirn erzählen kann, und gerade «Midnight Mass» zeigt, wie sehr ihn Glaube, Schuld und Kirche als Themen interessieren. Ob er damit auch eine Kinomarke wieder auf Kurs bringt, wird sich im März zeigen.